Medizinwitz des Tages 18. November 2020

Der AOK-Bundesverband verweist auf den ungebrochenen Trend von hochpreisigen Arzneimitteln im Patentmarkt. So erreichten die GKV-Nettokosten für patentgeschützte Arzneimittel 2019 einen Höchststand von 21 Mrd. €. Das entspricht einem Ausgabenanteil am Gesamtmarkt von 47,8 %, aber einem Versorgungsanteil von nur 6,5 %. Sechsstellige Arzneimittelpreise für Neueinführungen werden immer öfter ausgerufen.

AOK-Bundesverband am 18.11.2020

Schlaganfälle verursachen in Deutschland alljährlich Kosten von 17 Mrd. €.

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe am 18.11.2020

Alter ist der größte Risikofaktor für einen Schlaganfall.

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe am 18.11.2020

Es sind u.a. die hohen Preise für neue Arzneimittel, die der Pharmaindustrie ihre hohen Gewinne ermöglichen. Bezahlen muss das alles die Solidargemeinschaft der gesetzlich Versicherten. Die Pharmakonzerne dürfen in Deutschland für ihre neuen Arzneimittel den Preis im 1. Jahr nach Marktzulassung frei festlegen. Das ist und bleibt der Kardinalfehler des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes.

AOK-Bundesverband am 18.11.2020

Deutschlands Apotheken schauen weiterhin mit Skepsis in die Zukunft: 74 % erwarten eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in den nächsten 2-3 Jahren.

ABDA am 18.11.2020

D-A-CH: Homeoffice verursacht bei 2 von 3 Arbeitnehmern gesundheitliche Probleme. Am häufigsten übrigens Rückenschmerzen …

Infografik: Aeris GmbH

Aeris GmbH am 18.11.2020

Multiple Sklerose ist eine neurologische Autoimmunerkrankung, die derzeit nicht heilbar ist.

European Multiple Sclerosis Platform (EMSP) am 18.11.2020

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Medizinwitz des Tages 20. August 2019

Eine Preisdifferenzierung bei Medikamenten nach der Wirtschaftskraft bzw. Zahlungsfähigkeit eines Staates gewährleistet, dass kein Land wegen zu hoher Preise vom therapeutischen Fortschritt ausgeschlossen wird. Sie gilt von daher international als den Wohlstand fördernd. Aus volkswirtschaftlicher Sicht sind europaweit einheitliche Arzneimittelpreise wenig erstrebenswert.

Universität Duisburg-Essen am 20.08.2019

In Österreich wird der Finanzbedarf der Spitäler bis 2030 von derzeit 12,8 Mrd. € auf 24,6 Mrd. € ansteigen und sich damit verdoppeln. Pro Kopf heißt das, dass die Spitalskosten von 1.452 € auf 2.780 € anwachsen werden.

Philips Austria GmbH am 20.08.2019

Das sog. AMNOG-Paradoxon in Deutschland beschreibt folgenden Teufelskreis: Je erfolgreicher der Versuch ist, die Kosten von Arzneimittel-Innovationen durch Preisregulierung zu dämpfen, desto höher werden die Preise der nachfolgenden Produktgeneration sein, die daraufhin gesundheitspolitisch mit einer noch strengeren Regulierung beantwortet werden und somit paradoxerweise den nächsten Preisschub auslösen. Das Problem dabei ist, dass das nicht ohne reale Konsequenzen bleibt. Denn die auf Kostendämpfung zielenden Preisregulierungen können entsprechende Kürzungen bei den Forschungsetats nach sich ziehen und so eine nachlassende Innovationsdynamik provozieren. Das wiederum würde bedeuten, dass arzneimittel-therapeutische Fortschritte ausbleiben oder sich verzögern.

Universität Duisburg-Essen am 20.08.2019

Dass einige wenige Arzneimittel in Österreich nicht ausreichend zur Verfügung stehen, liegt häufig an den sog. Parallelexporten. Es ist leider gängige Praxis, für den österreichischen Markt bestimmte und hierzulande günstigere Medikamente in höher preisliche Märkte wie Deutschland zu exportieren. Diese Art der Geschäftemacherei auf Kosten heimischer Patienten gehört dringend abgestellt. Die Hersteller produzieren ausreichend Arzneimittel für den heimischen Markt. Engpässe dürfte es eigentlich gar nicht geben.

Fachverband der Chemischen Industrie am 20.08.2019

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Nettoumsatz bei Medikamenten 2016 in Deutschland über 33 Mrd. €

Mit sog. Fertigarzneimitteln wurde 2016 in Deutschland ein Nettoumsatz von 33,6 Mrd. € erzielt. Davon stammen 4,1 Mrd. € nur von den 10 teuersten Medikamenten, die wiederum einen Anteil von nur 1,1 % an der von Ärzten verordneten Tagesdosis hatten. Diese Zahlen sind dem neuen GKV-Arzneimittelindex des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zu entnehmen.

Eliquis mit dem Wirkstoff Apixaban soll vor Thrombosen schützen. (Foto: MHJ)

Die 10 teuersten Arzneimitteln kosten in der Tagesdosis durchschnittlich 9,35 € und sind damit mehr als 11 Mal so teuer wie der Durchschnitt aller Arzneimittel. Das noch immer umsatzstärkste Arzneimittel in Deutschland ist Humira, ein Rheumamedikament von Abbott Laboratories. In Summe wurden 2016 in Deutschland über 10.500 verschiedene Arzneimittel verschrieben, die rund 2.460 Wirkstoffe umfassten.

Unter den besagten Top 10 Medikamenten befinden sich neben relativ neuen Präparaten wie Harvoni, Eliquis und Eylea, auch Produkte, deren Patente bereits abgelaufen sind. Und nur 3 Erzeugnisse (Eliquis, Eylea, Harvoni) haben entsprechend den Regelungen des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG) eine frühe Nutzenbewertung mit anschließender Preisverhandlung durchlaufen. Das WIdO analysiert seit 1981 den deutschen Medikamentenmarkt, um zu einer hochwertigen und zugleich wirtschaftlichen Arzneimitteltherapie beizutragen.

GKV-Arzneimittelindex

Erst die eindeutige Zuordnung von Medikamenten mithilfe der ATC-Systematik und die Messung der verordneten Arzneimittelmenge mit definierten Tagesdosen ermöglichen eine exakte Analyse der Verschreibungsdaten. In der aktuellen Auflistung des GKV-Arzneimittelindex sind rund 7.000 Wirkstoffe samt Tagesdosis als Maß für den Verbrauch erfasst. Diese Arzneimittelklassifizierung basiert auf dem international geltenden anatomisch-therapeutisch-chemischen System (ACT) der WHO und wird an Deutschland angepasst.