Medizinwitz des Tages 22. Januar 2020

38 % der Deutschen haben wenig bis kein Vertrauen in die Behandlung durch ein Krankenhaus. Bei den Frauen sind es sogar 45 %.

Südwestrundfunk am 22.01.2020

Hautbräune ist niemals gesund, sondern ein Hilfeschrei. Jede Solariennutzung führt zu gesundheitlichen Schäden.

ARGE Dermatologische Prävention am 22.01.2020

85 % aller Antibiotika in Deutschland werden ambulant verordnet.

ABDA am 22.01.2020

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Medizinwitz des Tages 14. November 2019

Gerade der barrierefreie Notruf beschäftigt derzeit die Regierungen in der EU.

Corevas GmbH am 14.11.2019

Das Wiener AKH hat die größte Transgender-Ambulanz in Österreich. Die nächst Größere ist in München und damit im Ausland.

Ärztekammer Wien am 14.11.2019

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Österreichs Gesundheitssystem 2016 wieder 1,24 Mrd. € teurer

Die Gesundheitsausgaben der Schulmedizin einschließlich der Kosten für die Langzeitpflege haben 2016 in Österreich 36,88 Mrd. € betragen und damit 10,4 % (2015: 10,3 %) vom Bruttoinlandsprodukt (BIP). Das meldet die Statistik Austria in einer Aussendung. Gegenüber 2015 sei das ein Anstieg um 1,24 Mrd. €. Die Zahlen wurden übrigens nach der Berechnungsmethode des System of Health Accounts ermittelt.

Verwaltung 4,2 %, Prävention 2,2 %

Davon werden 74,1 % (27,3 Mrd. €) öffentlich finanziert, das heißt von Bund, Ländern, Gemeinden sowie den Sozialversicherungen getragen. Die restlichen fast 10 Mrd. € bezahlten private Haushalte, freiwillige Krankenversicherungen, private Organisationen sowie Unternehmen. Mit den 10,4 % des BIP liegt Österreich im OECD-Vergleich auf dem 10. Platz, soll heißen „nahezu gleichauf mit Belgien und Dänemark und im oberen Mittelfeld der 35 OECD-Mitgliedstaaten“. Der OECD-Durchschnitt beträgt 9 % des BIP, jener der 22 EU-Mitgliedstaaten in der OECD 8,8 % des BIP.

Der größte Brocken im „Gesundheitssystem“ sind traditionell die Leistungen der Spitäler, Kur- und Pflegeheime sowie Rehabilitationseinrichtungen und haben 2016 in Österreich 15,3 Mrd. € oder 41,5 % aller Ausgaben betragen. Davon haben 9,26 Mrd. € „ambulante Leistungen“ betroffen. Weitere 17 % (6,24 Mrd. €) wurden für sog. pharmazeutische Erzeugnisse und medizinische Gebrauchs- und Verbrauchsgüter (u. a. Medikamente und Hilfsmittel aller Art) ausgegeben. Die restlichen Ausgaben verteilten sich u.a. auf die häusliche Langzeitpflege (7,1 %), die Verwaltung (4,2 %), und sogar „die Prävention“ (2,2 %).

FÄ: Bürgerversicherung gefährdet 165.000 medizinische Arbeitsplätze

Wenn CDU und SPD die Sondierungsgespräche für eine künftige deutsche Bundesregierung führen, dann wird es auch um einen Umbau des Gesundheitssystems gehen. Denn die SPD möchte langfristig die Private Krankenversicherung (PKV) durch eine “Bürgerversicherung” ersetzen. Das wiederum ruft die deutschen Ärzteverbände auf den Plan, wie etwa die Freie Ärzteschaft (FÄ). Die warnt nun vor dem Verlust von 100.000 medizinischen Arbeitsplätzen in Deutschland.

Zahlungsausgleich gefordert

“Sollten die PKV-Einnahmen der Ärzte und anderer Berufe nicht durch höhere Honorare aus der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gänzlich kompensiert werden, so gefährdet das ein Drittel der Arbeitsplätze in der ambulanten Medizin”, betont der FÄ-Vorsitzende Wieland Dietrich. Das hieße konkret, dass von derzeit rund 430.000 medizinisch Beschäftigten über 100.000 von ihnen der Verlust des Arbeitsplatzes droht. Hinzu kämen auch noch rund 65.000 Zahnmedizinische Fachangestellte und schätzungsweise 15.000 Bürofachkräfte.

Stünden alle diese Arbeitskräfte nicht mehr zu Verfügung, so wäre eine “massive qualitative und quantitative Verschlechterung in der ambulanten Medizin” die Folge, so ie FÄ. Wartezeiten auf Arzttermine würden sich deutlich verlängern, besonders bei Arztgruppen, die stark von den PKV-Einnahmen abhängig seien. “Dazu zählen die Frauenheilkunde, Radiologie, Augenheilkunde, Orthopädie, Dermatologie, Innere Medizin und Hals-Nase-Ohren-Heilkunde”, erklärt Dietrich. Dabei steige eigentlich und nachweislich der Bedarf an medizinischen Behandlungen, weil es immer mehr ältere Menschen gibt.

Deutschland braucht ein Schulfach Gesundheit

Laut dem Stada Gesundheitsreport 2017 fordern 80 % der der jungen Erwachsenen (18-24 Jahre) ein Schulfach Gesundheit. Und wenn die erhobenen Zahlen stimmen, was sie wohl tun, dann mehr als zu Recht. Die dazu 2.000 befragten Personen konnten nämlich einfachste Gesundheitsfragen nicht richtig beantworten. So wissen 38 % nicht, wie sich die Krankenkassen finanzieren und satte 40 % kennen den Unterschied zwischen ambulanter und stationärer Behandlung nicht.

Infografik: obs / Stada Arzneimittel AG

Zudem wüssten 40 % der jungen Männer nicht, dass ein Gynäkologe hauptsächlich Frauen behandelt und 33 % der befragten Frauen glauben, sie dürften nicht zum Urologen gehen. Und 38 % beider Geschlechter können mit dem Wort Antibiotikaresistenz nicht anfangen. Für 32 % ist übrigens das Internet die “gesunde” Hauptinformationsquelle. “Die junge Generation muss sich noch nicht so mit Gesundheitsthemen beschäftigen, weil sie in der Regel gesund ist. Dennoch wird bereits in jungen Jahren der Grundstein für die spätere Gesundheitsbildung gelegt”, meint Klaus Hurrelmann, Gesundheits- und Bildungsforscher von der Hertie School of Governance.