Medizinwitz des Tages 18. Dezember 2019

Die Versorgung der Bevölkerung Österreichs mit Arzneimitteln kennt keine Pause.

Österreichische Apothekerkammer am 18.12.2019

Im sog. Tumorboard von MedUni Wien, CCC und AKH Wien werden pro Jahr rund 100 Krebspatienten besprochen, für die es keine Standardtherapie mehr gibt. Nun zeigt eine Studie klar auf, dass es mit Hilfe der Präzisionsmedizin selbst im metastasierten unheilbaren Stadium der Krebserkrankung “unter Umständen experimentelle Therapieansätze” geben kann, um die Krebserkrankung zu kontrollieren.

MedUni Wien am 18.12.2019

Akute Gesundheitsprobleme treten in Österreich besonders in den kalten Wintermonaten verstärkt auf – sehr oft auch mitten in der Nacht oder an Sonn- und Feiertagen.

Österreichische Apothekerkammer am 18.12.2019

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Weltweit essen 50 % der Spitalspatienten zu wenig – Neues Monitoring Tool

Die Ernährung von Spitalspatienten ist gewiss nicht einfach. Deren „Überprüfung“ im Krankenhausalltag erfolgt derzeit noch durch sog. Tellerprotokolle. Dazu wird auf einem Blatt Papier mit grafischen Tellersymbolen eingetragen, wie viel vom Patienten gegessen wurde. Ein digitales, fotografisches „Monitoring Tool“ der MedUni Wien könnte die Sache nun sehr erleichtern …

Neues Werkzeug

„Anders als bei gesunden Menschen, kann eine Nahrungsreduktion aber während des Spitalaufenthalts zu klinisch relevanten Problemen führen sowie Prognose und Heilung negativ beeinflussen“, erklärt die Studienleiterin Karin Schindler. Die Ernährungswissenschaftlerin Eva Winzer führte daher im AKH Wien eine Studie mittels digitaler Fotografie durch. Dabei fotografierte und wog sie über 7 Wochen lang die Speisenteller von 20 Patienten vor und nach dem Essen.

„Dieses digitale Tool ist valide, genau, praktisch anwendbar und könnte auch ohne das Abwiegen des Tellers genutzt werden. Durch den Vorher-Nachher-Vergleich ließ sich jedenfalls genau quantifizieren, wie viel tatsächlich verzehrt wurde“, betonen die Expertinnen. Somit könnten in Zukunft „therapeutische Ernährungsmaßnahmen“ wie etwa Trinknahrung früher eingeleitet oder auch Diätologen eine permanente wie umgehende Beurteilung der Nahrungsaufnahme ermöglicht werden.

Optimale Händehygiene senkt Infektionsrisiko um 30 %

Obwohl Österreich eines der wenigen europäischen Länder ist, das die Krankenhaushygiene im Bundesgesetz festgeschrieben hat, liege man europaweit etwa bei der Beachtung der Händehygiene in den heimischen Krankenhäusern derzeit nur im Mittelfeld. „Wir haben generell verlernt, in unseren Handlungen und Abläufen hygienisch zu denken“, moniert Elisabeth Presterl, Leiterin der Universitätsklinik für Krankenhaushygiene und Infektionskontrolle von MedUni Wien und AKH Wien anlässlich des am 5. Mai bevorstehenden Welttags der Händehygiene.

Symposium zum Tag der Händehygiene am 5. Mai im BM für Gesundheit und Frauen. (Foto: MHJ)

„Eine optimale Händehygiene senkt das Infektionsrisiko um 30 % – und das mit einer einfachen und sehr kurzen Tätigkeit, so die Expertin. Händehygiene sei simpel, dauere weniger als 30 Sekunden und könne Leben retten. „Durch die steigende Zahl von multiresistenten Krankheitserregern muss immer wieder an die Prävention einer Übertragung von Infektionen und deren Erregern erinnert werden“, so Presterl. Internationale Studien hätten gezeigt, dass schon bei einem Anstieg der Händedesinfektionsrate von 48 auf 66 % eine Reduktion der Infektionen von 17 auf 10 % folgt.

Die Umsetzung der Händehygiene wird im AKH Wien und an der MedUni Wien seit einigen Jahren mit der „Reine-Hände-retten-Leben“-Kampagne begleitet – mit Erfolg: „Die Händehygiene-Beachtung konnte um mehr als 10 % gesteigert werden.“ Dabei würden die 5 Momente der Händehygiene/-desinfektion in Erinnerung gerufen: (1.) vor Patientenkontakt, (2.) vor einer aseptischen Tätigkeit, (3.) nach Kontakt mit potenziell infektiösem Material, (4.) nach Patientenkontakt und (5.) nach Kontakt mit der unmittelbaren Umgebung der Patienten.

Weltkrebstag 2017: Österreichs Pressekonferenz im AKH Wien

Anlässlich des sog. Weltkrebstages am 4. Februar informierten bekannte österreichische Krebsspezialisten im AKH Wien über Aktuelles wie Zukünftiges in der Krebsforschung. “Krebs ist noch immer tödlich”, sagte dabei Prof. Christoph Zielinski, “da sollte man sich nichts vormachen. Es sind derzeit aber auch rund 6.000 Krebsmedikamente in Entwicklung.”

Christoph Zielinski, Gabriela Kornek, Paul Sevelda und Manuela Schmidinger sind Österreichs bekannteste Krebsspezialisten. (Foto: Molner.Center)

Und laut AKH Wien-Leiterin Prof. Gabriele Kornek wird u.a. diese Flut an neuen Wirkstoffen die Krebstherapie “in Zukunft sehr viel teurer machen”. Zwar habe man in den letzten Jahren “sensationelle Fortschritte” erzielt, als neue Herausforderung sei aber “die Laieninformation” entstanden. “Krebs war früher sehr leicht erklärbar”, meinte die Chefin von Europas größtem Spital, “auch eine Chemotherapie”.

Heute jedoch gebe es so viele Medikamente samt Nebenwirkungen, “die wir Ärzte selbst oft nicht begreifen bzw. erst lernen müssen zu verstehen”. Der neue Fokus auf die Immuntherapie sei aber “eine beeindruckende Erfolgsstory”. Auf die Frage vom Molner Health Center, ob denn nicht hoch dosierte Vitamine und Mineralien Krebs heilen könnten, sagte Zielinski: “Das ist eine Beweisfrage, zu der klinische Studien im großen Stil nötig wären. Einzelfälle sind da zu wenig. Aber wir sind für alles offen !”