Schulmedizin aktuell am 9. September 2019

Welt

Jedes 3. Lebensmittel weltweit wird für den Müll produziert. Diese absurde Vergeudung von Ressourcen ist angesichts der Armut in unseren Gesellschaften inakzeptabel. (Wiener Tafel – Verein für sozialen Transfer, 09.09.2019)

An Morbus Gaucher sind schätzungsweise 40.000 bis 100.000 Menschen weltweit erkrankt und ist damit eine der häufigsten der rund 50 sog. lysosomalen Speicherkrankheiten. Bei dieser Speicherkrankheit herrscht ein Mangel am Enzym β-Glukozerebrosidase, das für den Abbau eines Fettstoffs zuständig ist, bzw. fehlt fehlt ganz. Dieser reichert sich nun vor allem an Milz, Leber und Knochen an. … Typisch sind jedoch eine vergrößerte Milz sowie häufig auch eine vergrößerte Leber, die den Bauch der Betroffenen stark vergrößern und zu Appetitlosigkeit führen können. (Sanofi Genzyme, 09.09.2019)

Bei Patienten mit Morbus Pompe (auch “Glykogenose Typ II” oder “saurer Maltasemangel” genannt) ist der Organismus wegen eines Gendefektes nicht in der Lage, in ausreichender Menge das Enzym saure α-Glukosidase herzustellen. Dadurch können bestimmte Zuckermoleküle nicht abgebaut werden. Stattdessen lagern sie sich in den Muskeln ein und führen zu einer fortschreitenden Muskelschwäche, die je nach Verlaufsform Bewegung, Atmung und Herzfunktion beeinträchtigen kann. Seit 2006 steht eine Enzymersatztherapie zur Verfügung, die das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen kann. (Sanofi Genzyme, 09.09.2019)

Auch Mukopolysaccharidose Typ 1 (MPS I) wird durch einen Gendefekt verursacht, der zu einem Mangel an dem Enzym α-L-Iduronidase führt. Dadurch können komplexe Zuckermoleküle, die am Aufbau von Knochen, Knorpel, Sehnen und Haut beteiligt sind, nicht mehr abgebaut werden. Die Folge sind zunehmende Zellschädigungen und Funktionseinschränkungen, vergröberte Gesichtszüge, Wirbelsäulenverkrümmung, Kleinwuchs, Herzklappenfehler, Milz- und Lebervergrößerung oder Sehprobleme durch Hornhauttrübung sind nur einige der vielen möglichen Krankheitszeichen, die je nach Schwere der Erkrankung variieren können. So kann MPS I unbehandelt zu stark einschränkenden körperlichen Veränderungen, geistigen Behinderungen und irreversiblen Organschäden führen. (Sanofi Genzyme, 09.09.2019)

Im Gegensatz zu Morbus Gaucher, Morbus Pompe und MPS I, die einem autosomal-rezessivem Erbgang folgen, wird Morbus Fabry X-chromosomal vererbt. Die geschätzte Häufigkeit von Morbus Fabry liegt bei etwa 1:40.000. Auch hierbei werden aufgrund des fehlenden Enzyms α-Galaktosidase A Fette in den Körperzellen eingelagert, was zu Schädigungen des gesamten Körpergewebes führen kann. Die Erkrankung führt zu Funktionsstörungen vieler Organe, die im weiteren Verlauf der Krankheit bis zum Schlaganfall, Herzinfarkt oder zur Dialysepflicht führen können. (Sanofi Genzyme, 09.09.2019)

Deutschland

Eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) macht sich häufig durch Zahnfleischbluten bemerkbar und kann ebenfalls Mundgeruch verursachen. (Bundesverband der Zahnärztinnen und Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, 09.09.2019)

Bevor sich Diabetiker ans Steuer eines Autos setzen, sollten sie grundsätzlich vorher ihren Blutzucker messen. Sehr wichtig ist, erst loszufahren, wenn der Blutzucker über einem bestimmten Wert liegt. Ein Wert unter 90 mg/dl (5 mmol/l) ist nahe an der Unterzuckerung. Betroffene müssen sich immer wieder sagen: Beim leisesten Verdacht auf eine Unterzuckerung sofort rechts ranfahren und Traubenzucker essen ! Weiterfahren sollte man erst wieder, wenn der Wert stimmt und der Kopf klar ist. Das dauert mindestens 20 Min.. (Diabetes Ratgeber, 09.09.219)

8 von 10 Elternteilen befürworten, dass Kinder gegen Masern geimpft werden. 4 von 10 Elternteilen erwarten sogar, dass diese “Pflicht” auf alle Impfungen ausgeweitet wird, die für den Nachwuchs empfohlen werden. (pronova BKK, 09.09.2019)

Infografik: pronova BKK

Menschen mit einer “lysosomalen Speicherkrankheit”, z. B. Morbus Gaucher, Morbus Pompe oder Morbus Fabry, sollten mindestens einmal im Jahr ein Kompetenzzentrum aufsuchen, das auf ihre seltene Krankheit spezialisiert ist. Das, obwohl ein passendes Zentrum schwer zu finden ist. Doch die Qualität der Betreuung ist wichtiger als die Entfernung. … Als “Lysosomale Speicherkrankheiten” wird eine Gruppe von knapp 50 erblich bedingten Stoffwechselerkrankungen verstanden, darunter z. B. Morbus Gaucher, Morbus Fabry, Mukopolysaccharidose Typ I oder Morbus Pompe. Wegen einer Genmutation fehlt bei den Betroffenen ein bestimmtes Enzym oder es ist nicht in ausreichendem Maße aktiv. Lysosomale Speichererkrankungen sind seltene, vererbbare Krankheiten, die unbehandelt immer weiter fortschreiten. Abhängig von dem jeweils mangelnden Enzym führen sie zu Störungen in unterschiedlichen Organsystemen mit komplexen Symptomen. (Sanofi Genzyme, 09.09.2019)

Österreich

Unbesetzte Kassenarztstellen, überlastete Spitäler, eklatante Lücken beim Personal und das alles bei einer gleichzeitig steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung. Das sind einige der gesundheitspolitischen Herausforderungen, mit denen sich die zukünftige Regierung befassen muss. (Österreichische Ärztekammer, 09.09.2019)

Laut Arbeiterkammer ist es zwar sehr erfreulich, dass es für Personen in Altenheimen keinen Pflegeregress und damit keinen Zugriff auf ihre Ersparnisse gibt. Doch die Aufnahme in ein Altenheim ist oft erst ab Pflegestufe 4 möglich. Somit werden rund 300.000 Betroffene der Stufen 1 bis 3 – das sind beinahe 70 % aller Pflegegeld-Bezieher – zu Hause betreut. (Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs, 09.09.2019)

Wer sich schon lange vorgenommen hat, etwas für seinen Körper zu tun, wird in der Initiative „50 Tage Bewegung“ ideale Möglichkeiten für einen Einstieg finden. In ganz Österreich bieten die Sportvereine und Gemeinden gratis Bewegungsangebote im Aktionszeitraum an. Unter www.gemeinsambewegen.at sind die kostenlosen Angebote in ganz Österreich aufgelistet. Und wer den Einstieg schafft und Gefallen findet, kann auch das ganze Jahr hindurch unter www.fitsportaustria.at aus mehr als 10.000 gesundheitsorientierten Bewegungsangeboten wählen. (Fit Sport Austria GmbH, 09.09.2019)

Prostatakrebs macht keine Symptome und Österreichs Männer sind bis dato weitgehend vorsorgeignorant. Eine Früherkennungsuntersuchung setzt sich aus der PSA-Bestimmung (Bluttest), einem Harntest, dem Ultraschall und die Tastuntersuchung der Prostata zusammen. Es ist vor allem die Angst vor der Tastuntersuchung, die Männer vor dem Besuch beim Urologen zögern lässt. Diese Angst ist aber weitgehend unbegründet, denn in kürzester Zeit ist die Untersuchung erledigt. Es gibt also keine Ausreden mehr. (Österreichische Krebshilfe, 09.09.2019)

Nach einer Entfernung der Brust infolge einer Krebserkrankung kann man diese z.B. mit einem Implantat wiederherstellen. Implantate sind allerdings ein Fremdkörper und verhalten sich nicht wie echte Brüste. Das lehnen manche Frauen ab. Eine weitere Möglichkeit ist die Rekonstruktion mit körpereigenem Gewebe. Ist nur ein Teil der Brust entfernt worden und bleiben nach dem Eingriff kleinere Unebenheiten zurück, ist Eigenfett eine gängige Methode zur Rekonstruktion. Dazu wird überschüssiges Fett, z. B. von Bauch oder Hüfte, entnommen, speziell aufbereitet und danach über kleine Stiche in die zu rekonstruierenden Stellen eingebracht. (St. Josef Krankenhaus Wien, 09.09.2019)

Auf wichtige Operationen, wie z.B. eine Bandscheiben-OP, warten Betroffene in Wien derzeit fast ein halbes Jahr lang (173 Tage). (NEOS Wien, 09.09.2019)

Schweiz

Der Konsum von Tabakprodukten führt in der Schweiz zu medizinischen Kosten in Höhe von 3 Mrd. CHF pro Jahr. Zusätzlich verursacht er der Wirtschaft durch Krankheit und Tod Produktionsverluste in Höhe von mindestens 2 Mrd. CHF. Insgesamt ist der Tabakkonsum verantwortlich für 10 % aller durch Krankheit und Tod verlorenen Lebensjahre und Lebensqualität. (ARGE Tabakprävention Schweiz, 09.09.2019)

Lynparza (Olaparib) ein Medikament, das von AstraZeneca und MSD gemeinsam entwickelt und vermarktet wird, erhielt vom Schweizerischen Heilmittelinstitut Swissmedic eine erweiterte Zulassung. Nunmehr steht Patientinnen mit fortgeschrittenem, BRCA-mutiertem, epithelialem Eierstockkrebs neu “Olaparib” bereits in der 1. Behandlungslinie als Erhaltungstherapie zur Verfügung. … Die Zulassung von Olaparib gilt für die Erhaltungstherapie von Patientinnen mit einem fortgeschrittenen (FIGO Stadien III und IV), BRCA1/2-mutierten (Keimbahn und/oder somatisch), high-grade epithelialen Eierstockkrebs nach vollständigem oder partiellem Ansprechen auf eine Platin-basierte Erstlinien-Chemotherapie. (Merck Sharp & Dohme AG, 09.09.2019)

Zusammenfassung der Resultate des primären Endpunktes I,II, III der Olaparib-Filmtabletten: In der SOLO1-Studie zeigte sich für Olaparib mit einer Hazard Ratio von 0,30 eine klinisch relevante und statistisch signifikante Verbesserung des vom Prüfarzt beurteilten PFS gegenüber Placebo (95%-KI 0,23 – 0,41; p<0,0001; Median nicht erreicht für Olaparib versus 13,8 Monate für Placebo). Basierend auf Kaplan-Meier-Schätzwerten betrug der Anteil der Patientinnen, die nach 12, 24 und 36 Monaten progressionsfrei waren, 88 %, 74 % bzw. 60 % für Olaparib versus 51 %, 35 % bzw. 27 % für Placebo; der mediane Beobachtungszeitraum erstreckte sich sowohl im Olaparib- als auch im Placebo-Arm über 41 Monate. Die Beurteilung des PFS durch den Studienarzt wurde durch einen verblindeten, unabhängigen, zentralen radiologischen (BICR) Review unterstützt. (Merck Sharp & Dohme AG, 09.09.2019)

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