Schulmedizin aktuell am 9. Dezember 2019

Deutschland

Die Situation ist für die hochgradig innovative pharmazeutische Industrie Deutschlands seit Jahren unverändert schwierig. Die aktuell schon sehr hohe Regulierungsdichte wird durch eine Vielzahl von neuen Gesetzen weiter zugespitzt und die steigenden finanziellen Belastungen durch Abschläge, Festbeträge, Rabatte und Moratorien machen es pharmazeutischen Unternehmen zunehmend schwer, Patienten bestmöglich mit innovativen Arzneimitteln zu versorgen. Denn das Zusammenspiel von verschiedenen regulatorischen Eingriffen senkt immer mehr die Chancen, die wachsende Zahl an Aufgaben und Ausgaben refinanzieren zu können. (Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie, 09.12.2020)

Infografik: BPI

Ein gesundes Immunsystem reagiert auf Schadstoffe und Keime mit einer Entzündung. Diese klingt ab, sobald die Eindringlinge vernichtet sind. Bei atopischen Erkrankungen wie Neurodermitis ist das anders: Das überaktive Immunsystem löst auch dann Entzündungen aus, wenn es zum Schutz des Körpers gar nicht nötig ist – etwa bei einem Kältereiz oder wenn Allergene wie z.B. Pollen auf die Haut treffen. Dies macht sich durch Rötungen, Ekzeme und Hautjucken bemerkbar. Das Tückische daran: Auch wenn die Hauterscheinungen verschwunden sind, läuft die Entzündung auf kleiner Flamme weiter und es werden weiterhin juckreizfördernde Botenstoffe freigesetzt. Daher juckt die Haut, auch wenn sie gesund aussieht. Kratzen verschlimmert die Krankheit, weil es die ohnehin geschädigte Hautbarriere zusätzlich beeinträchtigt. Reizstoffe, Allergene und Keime können leichter eindringen und die Entzündungsvorgänge weiter schüren. Ein Teufelskreis beginnt. Doch sog. Biologika können die Entzündung unterbrechen, indem sie die Wirkung zweier entscheidender Botenstoffe hemmen. (Deutsche Haut- und Allergiehilfe, 09.12.2019)

Der Mensch ist eigentlich ein “Vielfresser”. Nicht im Sinne von Menge, sondern hinsichtlich der Nahrungsvielfalt. Saisonales Obst, Gemüse, Nüsse, Beeren und Meerestiere standen auf den Speiseplänen unserer Vorfahren. Über Millionen Jahre hat sich die gemeinsame Evolution von Pflanzen, Tieren und Menschen in unseren Genen verankert. Der menschliche Körper erkennt ein Nahrungsmittel auch erst nach etwa 120.000 Jahren als artgerecht an. Die Folgen heutiger, oft stark verarbeiteter und nährstoffarmer Nahrung zeigen sich im Darm: Die Verdauung kommt ins Stocken und Nährstoffe können nicht optimal aufgespaltet werden. (artgerecht GmbH, 09.12.2019)

Rund 20 % der erwachsenen Deutschen leidet an Zähneknirschen, dem sog. Bruxismus. Dabei werden die Zähne regelrecht abgekaut und sind extrem empfindlich. Die Betroffenen schädigen aber nicht nur ihre Zähne, sondern leiden oft auch unter Kiefer- und Kopfschmerzen. Manchmal verursacht die starke Anspannung der Kiefermuskeln auch Druck auf den Ohren, Tinnitus oder Nackenschmerzen. Viele Patienten bringen diese Symptome gar nicht mit dem Zähneknirschen in Verbindung, sondern wundern sich, dass sie morgens verspannt und müde aufwachen. In vielen Fällen wird nämlich unbewusst und in der Nacht geknirscht. Fest steht jedenfalls: Bruxismus ist keine Krankheit, sondern eher eine schlechte Angewohnheit. Die lässt sich besonders gut abgewöhnen mit der Biofeedback-Schiene bruXane mit einem integrierten Drucksensor. (bruXane, 09.12.2019)

Model mit bruXane Biofeedback-Schiene gegen Bruxismus. (Foto: bruXane)

Diese Art Knirschschiene beginnt zu vibrieren und sendet einen Summton, sobald der Träger zubeißt. So erfolgt gleichzeitig ein haptischer und akustischer Hinweis auf das Zähneknirschen. Sobald der Kaudruck nachlässt, stoppen die Signale, so dass der Träger der Oberkieferschiene unterbewusst darauf konditioniert wird, weniger und kürzer zu Knirschen. Der Schlaf wird dadurch nicht gestört und der Patient wacht erholter auf. Die Schiene ist wahlweise mit einem Speichermodul ausgestattet, das die Knirsch-Aktivität aufzeichnet. Die auslesbaren Daten liefern wertvolle Hinweise auf die Ursachen für das nächtliche Knirschen. So kann der Patient genau nachvollziehen, welche aktuellen Lebensumstände sein Knirschen beeinflussen. Experten sind sich einig, dass zunehmend psychologische Faktoren wie emotionaler Stress, Angststörungen und Schlafstörungen der Grund für das Knirschen sind. Das Zusammenpressen der Zähne dient dabei unbewusst als Stressabbau. (bruXane, 09.12.2019)

Spätestens nach 30 Minuten Singen produziert der Körper weniger Stresshormon Adrenalin, dafür mehr Glückshormone. Die Botenstoffe Dopamin und Serotonin fluten das Gehirn und steigern das Wohlbefinden. Singen kann folglich ein Hochgefühl auslösen wie das von Langstreckenläufern auslösen. Das macht es zu einer tiefen, beglückenden Erfahrung. Darüber hinaus baut Singen Stress ab und stärkt das Immunsystem. Speichelproben von Chorsängern wiesen nach einer Stunde Gesang einen höheren Gehalt des Abwehrstoffs Immunglobulin A auf als die einer Vergleichsgruppe, die nur Musik gehört hatte. Singen kann auch als Vehikel dienen, um das Ausatmen zu verlängern und mehr Luft aus der Lunge zu entlassen. Dieser verlängerte Atemzyklus bringt ebenfalls Entspannungseffekte mit sich. (Senioren Ratgeber, 09.12.2019)

Italien

Menarini Ricerche S.p.A. schreitet mit der klinischen Entwicklung von SEL24/Men1703 voran. Die CLI24-001 (Diamond-01)-Studie testet SEL24/Men1703, einen erstklassigen, oralen dualen PIM/FLT3-Inhibitor, der von Ryvu Therapeutics einlizenziert wurde. Das Hauptziel der Studie, die derzeit an neu diagnostizierten, rezidivierten oder refraktären AML-Patienten (mit Ausnahme der akuten promyelozytären Leukämie) durchgeführt wird, die für eine intensive Chemotherapie ungeeignet sind, besteht darin, die empfohlene Phase-2-Dosis von SEL24/Men1703 als Einzelmittel zu identifizieren. Darüber hinaus wird in einem 2. Abstract über die Identifizierung eines pharmakodynamischen Biomarkers für SEL24/Men1703 und dessen Implementierung in der Diamond-01-Studie berichtet. Dies wurde von ASH als E-Publikation veröffentlicht und ist in einer speziellen, ausschließlich online verfügbaren Ausgabe des ASH-Amtsblattes – Blood (2019) 134 (Supplement 1): 5087- erhältlich. (Menarini Ricerche S.p.A., 09.12.2019)

Österreich

Über 95 % der Einflussfaktoren auf die Gesundheit liegen außerhalb des Gesundheitssystems, also im Körper selbst. … Tägliche Bewegung nützt nicht nur bei ernsten Krankheiten, sondern wirkt tatsächlich verjüngend. Altwerden ist vielmehr ein Muskelkraftverlust, hilfreich deshalb eine Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining. Bewegung ist die beste Medizin. (Vinzenz Gruppe Krankenhausbeteiligung und Management GmbH, 09.12.2019)

2 Mio. Österreicher nehmen regelmäßig 5 oder mehr Medikamente ein. Unerwünschte Wechselwirkungen sind dabei ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Dank der nunmehr flächendeckenden e‑Medikation jedoch können unerwünschte Wechselwirkungen und Mehrfachverschreibungen von Medikamenten vermieden werden. (Hauptverband der österr. Sozialversicherungsträger, 09.12.2019)

Der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie begrüßt das in Deutschland beschlossene neue Psychotherapiegesetz, welches ein eigenes Studium für Psychotherapie festschreibt. (ÖBPV, 09.12.2019)

Die Krankenhausseelsorge in Österreich steht vor dem Aus. Hauptgrund ist die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), in deren Folge von den Spitälern kaum mehr Patientendaten an die Kirchen weitergegeben werden. Die Kirchen werden nur mehr informiert, wenn Patienten ausdrücklich ein Seelsorgegespräch wünschen. (Evangelischer Pressedienst für Österreich (epdÖ), 09.12.2019)

In der Schmerztherapie wird es künftig immer mehr um die individuelle Dosierung und Wirkdauer von Medikamenten gehen. So beschäftigen sich Forscher bereits mit nach Bedarf freigesetzten Medikamenten. Dabei wird das Lokalanästhetikum an den Nerv gespritzt und erst durch einen äußeren Impuls wie etwa Ultraschall freigesetzt. (Vinzenz Gruppe Krankenhausbeteiligung und Management GmbH, 09.12.2019)

Es gibt keine Gesundheit ohne psychische Gesundheit. Eine Forderung des BÖP lautet daher: Klinisch-psychologische Behandlung als Kassenleistung zu ermöglichen. (Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen, 09.12.2019)

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