Schulmedizin aktuell am 6. Dezember 2019

Deutschland

Schon ein einziger Knall eines Feuerwerkskörpers in einem Abstand von 2 m vom Gehör kann eine Lautstärke von bis zu 160 dB erreichen. Das ist so laut wie der Start eines Flugzeuges in 30 m Entfernung, Der durch den Knall erzeugte Druck der Schallwellen kann nämlich die feinen Haarsinneszellen im Innenohr irreparabel schädigen. (Bundesinnung der Hörakustiker KdöR, 06.12.2019)

EOSedge ist ein digitales Röntgensystem der neuen Generation des Medizintechnikunternehmens EOS imaging, das eine Ganzkörperaufnahme des Skeletts unter der natürlichen Belastung des Körpers im Stehen oder im Sitzen ermöglicht und Radiologen, Orthopäden und Unfallchirurgen verzerrungsfreie Bilder und präzise anatomische Daten der Patienten liefert. Der Patient befindet sich während der Untersuchung stehend oder sitzend in einem offenen Kabinen-Design. Das Röntgensystem “scannt” den Körper simultan frontal und lateral und ermöglicht so eine genaue Front- und eine exakte Seitenansicht des muskuloskelettalen Systems. Dies ermöglicht es den Ärzten, exakte 3D-Modelle des Skeletts zu erstellen und aus unterschiedlichen Winkeln zu beurteilen. So können auch Operationen durch die verbesserte Erfassung der Winkel- und Achsverhältnisse künftig noch viel präziser geplant werden. (Asklepios Kliniken, 06.12.2019)

Österreich

91 % der Spitalsmitarbeiter in Österreich vertrauen noch immer mehr den Ärzten als der Künstlichen Intelligenz (KI). Diese könne unterstützen, aber nicht die Ärzte ersetzen oder gar übertrumpfen. Jedoch werden die Ärzte immer mehr zu “Interpreten” der technisch erstellten Diagnosen. Und letztlich ist es diese Interpretation durch die Ärzte, die entscheidend sei, und nicht die Technik. Die bereitet den Mitarbeiter in Österreichs Krankenhäusern auch verhältnismäßig wenig Kopfzerbrechen. Die Digitalisierung wird zwar als eine der größten Herausforderungen der nächsten 5 Jahre gesehen, liegt aber weit hinter dem Thema “Personal”. Aus Sicht der eigenen Mitarbeiter droht den Spitälern in Österreich ein Personalnotstand. (imh GmbH, 06.12.2019)

Infografik: imh GmbH

Spanien

Grifols, ein weltweit führender Hersteller von plasma-basierten Arzneimitteln, beendete ein Jahr von ermutigenden Ergebnissen seiner klinischen Studie AMBAR (Alzheimer Management by Albumin Replacement) mit der Präsentation neuer Neuroimaging-Ergebnisse, welche die Reduzierung des Fortschreitens des Krankheitsverlaufes bei Patienten mit leichter bis mittlerer Alzheimer-Erkrankung zeigen. Die  Ergebnisse stärken den Forschungsansatz von Plasma-Protein-Ersatztherapien. Das Neuroimaging, das mit der FDG-PET-Technik gemessen wurde, zeigt vor allem bei Patienten, die sowohl Albumin als auch Immunglobulin (IG) erhalten, positive Ergebnisse. Im Vergleich zur Placebo-Gruppe hatten diese Patienten in den 14 Monaten der klinischen Studie eine geringere Reduktion des Hirnglukosestoffwechsels. Dies deutet darauf hin, dass bei diesen Patienten die neuronalen Schäden reduziert wurden. (Grifols, 06.12.2019)

Bilder zeigen die Ausdehnung und Verteilung der dunklen Flecken, die sich auf die Reduzierung des Glukosestoffwechsels im Gehirn beziehen. Weniger deutlich hervortretende Gehirnbereiche deuten auf weniger neuronale Schäden hin, was bei den Patienten, die sowohl Albumin als auch IG erhalten, im Vergleich zu Placebo beobachtet wird. Grifols präsentierte die ersten AMBAR-Ergebnisse schon im Oktober 2018. Die primären Wirksamkeitsendpunkte, die ADAS-Cog- und ADCS-ADL-Skalen, zeigten eine Reduktion des Krankheitsverlaufs für beide Messungen in der Kohorte von Patienten mit moderater Alzheimer-Krankheit von 61 %. (Grifols, 06.12.2019)

Schweiz

Die Pharmabranche trägt in einem hohen Masse zu Lebensqualität und Wohlstand der Schweizer Bevölkerung bei. Gleichzeitig bietet die Schweiz innovativen Pharmaunternehmen traditionell attraktive Rahmenbedingungen. Im internationalen Konkurrenzkampf verliert die Schweiz jedoch zunehmend an Boden. 2018 waren in der Schweizer Pharmabranche rund 46.800 Personen beschäftigt. Die Industrie erzielte rund 36 Mrd. CHF an direkter Wertschöpfung. Mit jedem Schweizer Franken Wertschöpfung entstanden zusätzlich 73 Rappen Wertschöpfung in anderen Schweizer Branchen. Der gesamte Wertschöpfungsbeitrag durch die Produktions- und Forschungstätigkeit der Pharmaindustrie lag 2018 bei rund 62,1 Mrd. CHF, was insgesamt 9,3 % der gesamten Wirtschaftsleistung der Schweiz entspricht. (Interpharma, 06.12.2019)

Bei den Zell- und Gentherapien, in der Fachwelt als CAR-T-Zelltherapien bekannt, werden den Patienten Blutzellen entnommen und im Labor genetisch so verändert, dass sie die Fähigkeit erwerben, gegen den Krebs vorzugehen. Die Zellen werden vermehrt und dem Patienten mittels Infusion wieder zugeführt. Somit können schwerkranke Patienten mit gewissen aggressiven Blutkrebsarten behandelt werden, die bisher eine hohe Sterblichkeitsrate aufwiesen und bei denen herkömmliche Standardtherapien keine Wirkung zeigten. Die Therapien erfolgen zurzeit stationär in speziell dafür zertifizierten Spitälern. Nunmehr haben sich die Krankenversicherer der Einkaufsgemeinschaft HSK (Helsana, Sanitas und KPT), CSS, Swica und Assura zusammen mit dem Spitalverband H+ sowie den Herstellern Novartis und Gilead auf eine gemeinsame Lösung für deren Therapien “Kymriah” und “Yescarta” geeinigt. Mit dem bis Ende 2020 genehmigten Tarifvertrag wird bereits 60 % der Grundversicherten in der Schweiz ermöglicht, von diesen Behandlungen zu profitieren. (Einkaufsgemeinschaft HSK AG, 06.12.2019)

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