Schulmedizin aktuell am 4. Februar 2019

Europa

Trotz der weiten Verbreitung werden „Kopfschmerzen“ zu selten als Migräne diagnostiziert und adäquat behandelt. (Europäische Kopfschmerzgesellschaft, 04.02.2019)

Deutschland

Die horrenden Preise für neue Krebstherapien überlasten bereits die Gesundheitssysteme. Grund dafür ist ein fehlgeleitetes Patentsystem. Dass eine Krebsbehandlung pro Patient und Jahr bis zu 90.000 € kostet, ist nichts Ungewöhnliches mehr. Doch die vor einigen Monaten in Europa zugelassenen “Car-T-Zell”-Therapien schlagen pro Patient mit bis zu 350.000 € zu Buche. (Ärzte der Welt, 04.02.2019)

Die exorbitanten Preise neuer Krebstherapien werden durch ein Patentsystem verursacht, das Pharmakonzernen ermöglicht, 20 Jahre alte Monopole aufrecht zu erhalten, und das garantiert, dass sie keinen Wettbewerb durch Nachahmepräparate (Generika, Biosimilars) fürchten müssen. … Tatsache ist, dass die Pharmariesen nur wenig Geld in Forschung investieren, sondern neue Präparate werden von Start-Ups hervorgebracht, die dann zu Preisen in Milliardenhöhe aufgekauft werden. Klar ist auch, dass die hohen Summen, die den staatlichen Gesundheitssystemen aufgebürdet werden, die Kosten für Fusionen und Übernahmen enthalten. (Ärzte der Welt, 04.02.2019)

Gerade im Bereich der Krebsrisikofaktoren fehlt noch viel Evidenz. Auch muss die Präventionsforschung in Deutschland einen viel höheren Stellenwert erhalten als bisher. (Deutsche Krebshilfe, 04.02.2019)

1. Deutscher Krebsforschungskongress u.a. mit Bildungs- und Forschungsministerin Anja Karliczek. (Foto: DKFZ in der Helmholtz-Gemeinschaft)

In den Asklepios Kliniken finden bereits jede Woche Dutzende Tumorkonferenzen zu mehreren 100 Patientenschicksalen statt, bei denen sich die Krebsspezialisten über eine webbasierte Plattform zusammenschalten und in Echtzeit Therapiemaßnahmen besprechen, während sie über den Bildschirm Röntgenbilder und Laborbefunde betrachten. So kann eine Vielzahl von Telefonaten und E-Mails entfallen. (Asklepios Kliniken, 04.02.2019)

Bei Darmproblemen kann neben einer gezielten Ernährung auch eine Bauchhypnose helfen. Sie trägt dazu bei, ein positives Bauchgefühl zu entwickeln und im Unterbewusstsein zu verankern. Man weiß schon lange, dass Millionen Nervenzellen den Darm umhüllen und eng mit dem Gehirn vernetzt sind. (Senioren Ratgeber, 04.02.2019)

Wer bei leichten Beschwerden auf die Kraft von Heilpflanzen setzt, sollte diese auf keinen Fall selbst sammeln und damit Tees oder Salben zubereiten. Manche Gewächse enthalten bedenkliche Stoffe … (Apotheken Umschau, 04.02.2019)

Bei der Wahl der Krankenkasse können Versicherte in Deutschland wenig falsch machen. Alle Kassen decken die lebenswichtigen medizinischen Bereiche ab. Bei den Zusatzleistungen jedoch gibt es Unterschiede wie Homöopathie, bezahlte Sportkurse oder die professionelle Zahnreinigung (um immerhin 70-120 €). (Finanztip Verbraucherinformation gemeinnützige GmbH, 04.02.2019)

Österreich

Krebs ist immer seltener ein Todesfall. In den letzten Jahren wurden in der Onkologie mit der Immuntherapie und der personalisierten Therapie bei vielen Krebsarten echte medizinische Durchbrüche erzielt. Doch wegen des Bevölkerungswachstums und der höheren Lebenserwartung prognostiziert die WHO einen weiteren Anstieg an Krebserkrankungen. In Österreich ist Krebs mit 25 % die zweithäufigste Todesursache nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen (41 %).  (Pharmig, 04.02.2019)

Der Bericht über die psychoonkologische Versorgung in Österreich wurde vom Gesundheitsministerium in Auftrag gegeben, weil 25-30 % aller Krebspatienten im Verlauf der Krankheit eine behandlungsbedürftige psychische Störung entwickeln. (Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit, 0402.2019)

35 % der Jugendlichen in Österreich verspüren einen “digitalen Zeitstress”. 60 % meinen, auf digitale Nachrichten am Smartphone sofort reagieren zu müssen. (ÖIAT, 04.02.2019)

Infografik: www.saferinternet.at, studioback.at

Schweiz

Die Mitarbeiter des sog. Schweizer Sorgentelefons”  haben 2018 exakt 174.217 Gespräche geführt. Das sind um 8,2 % mehr als 2017. Rund 42.000 Anrufe konnten wegen Personalmangels nicht angenommen werden. Frauen fragen übrigens schon seit jeher doppelt so häufig um Rat wie Männer. … Mit fast 26 % waren wieder psychische Leiden das Gesprächsthema Nummer 1. (Schweiz. Verband Die dargebotene Hand, 04.02.2019)

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