Schulmedizin aktuell am 3. Juli 2019

Europa

Es gibt schon fast keine Medikamentenproduktion mehr in Europa. Eine europäische Forschungsinitiative muss verhindern, dass Forschung und Entwicklung im Pharmabereich aus Europa abwandern. (Österreichische Apothekerkammer, 03.07.2019)

Deutschland

“Capitation” ist ein pauschales Vergütungssystem für Gesundheitsdienstleistungen von Kliniken oder Ärzten für einen bestimmten Zeitraum. Das in der Schweiz, Großbritannien und den USA bereits angewandte Modell belohnt die Qualität der Betreuung und präventive Maßnahmen. Obwohl noch nicht einmal jeder 10. Bundesbürger “Capitation” kennt, finden 75 % die Idee gut, dass die Patienten dabei unterstützt werden sollen, möglichst lange gesund zu bleiben. Je besser der eigene Gesundheitszustand und je jünger die Befragten, desto höher fällt die Zustimmung aus. Neun von 10 Deutschen wären auch grundsätzlich bereit, in Zusammenarbeit mit ihrem Arzt etwas für den Erhalt der eigenen Gesundheit zu tun. … Von einem Capitation Modell erhoffen sich 38 %, dass überflüssige Behandlungen vermieden werden, und 30 %, dass davon das Patientenwohl in den Mittelpunkt gerückt wird – allerdings fürchten auch 37 %, dass es zu Lasten chronisch Kranker gehen könnte. (Asklepios Kliniken, 03.07.2019)

Frauen sind mit 60 % deutlich häufiger bereit als Männer (45 %), “auf jeden Fall” selbst in der Prävention tätig zu werden. Kostenlose Gesundheitsüberprüfungen, Impfungen, vorbeugendes Rückentraining und persönliche Ernährungsberatung werden als besonders geeignet zur Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung angesehen. Auch Massagen erfreuen sich einer bestimmten Beliebtheit. Bei Vorträgen, Lauftreffs und Suchtberatung wird weniger Interesse vermutet. … Und 72 % der Befragten sehen die Kompetenz für präventive Maßnahmen beim Hausarzt.   (Asklepios Kliniken, 03.07.2019)

Der Kampf gegen Wucherpreise für lebenswichtige Medikamente geht in die nächste Runde: Ärzte der Welt hat beim Europäischen Patentamt in München eine Beschwerde gegen ein Patent auf eine neue Methode zur Behandlung von Blutkrebs eingereicht. Leukämie-Patienten setzen große Hoffnung auf die innovativen CAR-T-Zell-Therapien, jedoch lassen sich Pharmakonzerne diese Hoffnung teuer bezahlen. Mit 320.000 bis 350.000 € schlägt jede Behandlung zu Buche. Solche exorbitanten Preise können verlangt werden, weil Patente Wettbewerb verhindern und für faktische Monopole sorgen. Um dagegen anzugehen, hat Ärzte der Welt das Patent auf eine “Kymriah” genannte Blutkrebs-Therapie des Pharmariesen Novartis angefochten. Dabei werden sog. T-Lymphozyten der Patienten genetisch so verändert, dass sie Krebszellen erkennen und angreifen können. (Ärzte der Welt, 03.07.2019)

Betont werden muss auch heute, dass die Beteiligung an Selbsttötungen nicht zu den ärztlichen Aufgaben gehört. Es ist vielmehr Aufgabe von Ärzten, das Leben zu erhalten, Leiden zu lindern und Sterbenden Beistand zu leisten. Daher sollten ärztliche Handlungen auf eine lebensorientierte Behandlung abzielen und Leiden durch eine geeignete schmerzmedizinische Versorgung lindern. Gerade die Palliativmedizin stellt eine adäquate Form der ärztlichen Sterbebegleitung dar. Daher ist und bleibt es richtig, wenn Handlungen zur geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung strafbar sind.  (Bundesärztekammer, 03.07.2019)

Gerade Kindern, aber auch manchen Erwachsenen wird bei einer langen Autofahrt schlecht. Das passiert, wenn die Augen und das Gleichgewichtsorgan unterschiedliche Sinneseindrücke empfangen. Das Gehirn kann diese dann nicht gut zusammenfügen. Um vorzubeugen, nimmt man vor der Fahrt eine leichte Mahlzeit zu sich und schaut auf kurvigen Straßen lieber aus dem Fenster anstatt zu lesen. (Apotheken Umschau, 03.07.2019)

Viele Souvenirs aus dem Urlaub bestehen keine TÜV-Prüfung im Labor. (VdTÜV, 03.07.2019)

Österreich

Es muss eine klare Trennlinie zwischen Medikamenten und Konsumgütern geben. Es ist höchst fahrlässig, bei Arzneimitteln dieselben Maßstäbe anzulegen wie bei Konsumgütern. … Viele Mengenarzneimittel kosten heute weniger als eine Packung Kaugummi an der Tankstelle. (Österreichische Apothekerkammer, 03.07.2019)

Österreichs Nationalrat hat sog. Konversionstherapien bundesweit ein Ende gesetzt. Diese auch als “Homo-Heilung” bekannten, unwissenschaftlichen und oft traumatisierenden Pseudo-Therapien hatten das Ziel, die sexuelle Orientierung junger Menschen zu ändern.  Die HOSI Wien schätzt, dass in Österreich rund 10 % der Bevölkerung schwul, lesbisch oder bisexuell sind. (Homosexuelle Initiative Wien 03.07.2019)

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