Schulmedizin aktuell am 29. Januar 2019

Europa

Arzneimittel-Innovationen 2018: Bessere Therapien und neue Wirkstoffe. Die Europäische Arzneimittelagentur hat 2018 insgesamt 84 neue Medikamente zugelassen, davon 42 mit neuen Wirkstoffen. (BPI, 29.01.2019)

Foto: BPI / Steinheisser

Die EU erweitert die Liste der als krebserregend anerkannten chemischen Stoffe am Arbeitsplatz um 5 Substanzen. Mit einem Anteil von 53 % an allen arbeitsbedingten Todesfällen ist Krebs die häufigste Todesursache in der EU. (EU Kommission, 29.01.2019)

Tag der Arthroskopie am 1. Feb. 2019: Ärzte in Deutschland, Österreich und der Schweiz klären über die Behandlungsmöglichkeiten von erkrankten und verletzten Gelenken auf. … Sind konservative Therapiemöglichkeiten wie Krankengymnastik, physikalische oder medikamentöse Therapie ausgeschöpft, ermöglichen operative Eingriffe bei vielen Gelenkproblemen eine Heilung. Die Entwicklung geht dabei immer mehr weg von offenen Operationen und hin zu minimal-invasiven Eingriffen mittels Arthroskopie. (Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie, 29.01.2019)

Infografik: Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie

Deutschland

Die deutsche Bundesregierung will die Krebsprävention und Krebsforschung mit einer “Nationalen Dekade gegen den Krebs” stärken. Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie begrüßt die Initiative ausdrücklich. … Nach wie vor sterben die meisten Menschen in Deutschland an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, doch Todesursache Nummer 2 sind Krebsleiden. (BPI, 29.01.2019)

Für patentfreie biologische Arzneimittel (Biosimilars)  gibt die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland jährlich 4 Mrd. € aus. Das liegt auch am bisher schwach ausgeprägten Wettbewerb. Käme konsequent das billigste vergleichbare biosimilarfähige Arzneimittel in der Therapie zum Einsatz, könnten jährlich 750 Mio. € zusätzlich eingespart werden – ohne Qualitätseinbußen. (Wissenschaftlichen Instituts der AOK, 29.01.2019)

Nur noch 19.500 Apotheken in Deutschland – 10 % Rückgang in 10 Jahren. (Apotheke Adhoc, 29.01.2019)

Infografik: Apotheke Adhoc

Krankenhäuser, Ärzte und Einrichtungen, die straffreie Schwangerschaftsabbrüche nach § 218a Strafgesetzbuch durchführen, sollen künftig über diese Tatsache sachlich informieren dürfen. Gleichwohl sollen werbende Handlungen weiterhin verboten bleiben. Das ist ein tragfähiger Kompromiss, der allen hilft.  (Bundesärztekammer, 29.01.2019)

Schon 41 % der Deutschen kaufen Medikamente und Gesundheitsprodukte über das Internet ein. Bei Sportartikel sind es sogar 52 %. (Indealo Internet GmbH, 29.01.2019)

Infografik: Idealo Internet GmbH

Alkohol kann den Versicherungsschutz kosten. (HUK-Coburg, 29.01.2019)

Laut Bundesverfassungsgericht stellt die Krankenhaus-Abrechnungsprüfung ein legitimes Interesse der Krankenkassen dar. Die Beschwerden einiger Krankenhausträger wurden zurückgewiesen. (casusQuo GmbH, 29.01.2019)

Aktuell können sich nur wenige Schüler für die Vorstellung begeistern, einmal einen Pflegeberuf zu ergreifen. Das betrifft insbesondere die Altenpflege. (Zentrum für Qualität in der Pflege, 29.01.2019)

Österreich

In § 51 des österreichischen Ärztegesetzes ist schon seit 2014 die Verpflichtung zur Preisinformation über die ärztlichen Leistungen klar verankert. Dies war auch Teil der EU-Patientenmobilitätsrichtlinie. (ÖÄK, 29.01.2019)

Derzeit kommt es in Österreich zu einem gehäuften Auftreten von Masern, obwohl die Impfung seit Jahren kostenfrei zur Verfügung steht. (Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit, 29.01.2019)

Behandlungsstrategien in der Krebstherapie 2019: individualisiert, personalisiert und zielgerichtet. … Zum Behandlungsstandard gehören neben der Chemoimmuntherapie zielgerichtete Therapien, die entweder das B-Zell-Lymphom-2-Protein (BCL-2) inhibieren und damit in die Regulation des programmierten Zelltods (Apoptose) eingreifen oder die B-Zellrezeptor-Signalübertragung blockieren. Diese sog. Signaltransduktionshemmer blockieren somit bestimmte Botenstoffe, die für Wachstum und Überleben der Krebszellen zuständig sind. Zunehmend dienen genetische Mutationen als Grundlage für die Therapie. (MedUni Wien, 29.01.2019)

Zum Weltkrebstag 2019 am 4. Februar fordern  Krebshilfe und Palliativgesellschaft in Österreich die raschere Umsetzung des Ausbaus der Hospiz- und Palliativversorgung. (Österreichische Krebshilfe, 29.01.2019)

Gesundheitsrisiko Mobilfunk ? Rundumschlag von ÄGU und Ärztekammer gegen 5G, doch die angeführten Argumente zeugen von Nichtwissen über neue Funktechnologie 5G. (Forum Mobilkommunikation, 29.01.2019)

Über 90 % der Erstdiagnosen von Herzinsuffizienz finden im Spital statt. Hier bedarf es dringend einer Verlagerung durch den extramuralen Bereich. … Die Herzinsuffizienz ist die Endstrecke aller kardiologischen Erkrankungen und hat oft ihre Wurzeln in unzureichend behandelten Vorerkrankungen wie Diabetes, Vorhofflimmern, Bluthochdruck, Herzklappenschäden oder einem überlebten Herzinfarkt. (Salon A – Gesellschaft der österreichischen Apotheker, 29.01.2019)

Salon A u.a. mit Ärztepräsident Prof. Dr. Thomas Szekeres und Gastgeberin Dr. Ulrike Mursch-Edlmay (Apothekerkammer). (Foto: P. Provaznik)

Rückenmarksstimulation, auch Neurostimulation genannt, wird durch Innovationen immer patientenfreundlicher und effektiver. Neurostimulatoren reagieren inzwischen automatisch auf unterschiedliche Körperhaltungen und merken sich, was Patienten gut tut. Sie können dem behandelnden Arzt auch objektive Behandlungsdaten liefern. Das ist entscheidend für die weitere Optimierung der Therapie. (Universitätsklinik für Neurochirurgie Innsbruck, 29.01.2019)

Die Wechselwirkungen von Tumorzellen mit ihrer Mikroumgebung, insbesondere die aktive Unterdrückung der Immunabwehr durch Tumorzellen, spielen eine wesentliche Rolle im Tumorwachstum. An der Oberfläche von solchen für die Abwehr gegen fremde Gewebe programmierten T-Lymphozyten existieren bestimmte Rezeptoren wie etwa Cytotoxic T-Lymphocyte Antigen 4 (CTLA-4) oder Programmed Cell Death 1 (PD-1). Deren Aufgabe besteht normalerweise darin, überschießende Immunreaktionen zu hemmen, indem sie die einmal aktivierte Funktion der T-Zellen neutralisieren. Tumorzellen sind in der Lage, genau diesen Regulationsmechanismus zu verstärken und für ihre eigenen Interessen zu nutzen. Mit speziellen monoklonalen Antikörpern wurden gezielte Gegenstrategien entwickelt: der anti-CTLA-Antikörper Ipilimumab, die Anti-PD-1-Antikörper Pembrolizumab, Nivolumab sowie die Anti-PD-L1- Antikörper Atezolizumab, Durvalumab und Avelumab. Sie heben die Unterdrückung des Immunsystems durch Tumorzellen auf, kurbeln dessen Aktivität an und stellen ein Gleichgewicht zwischen den körpereigenen Abwehrkräften und dem Tumorwachstum her. Anti-PD-1- und Anti-PD-L1-Antikörper sind bereits in zahlreichen Indikationen zugelassen. (MedUni Wien, 29.01.2019)

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