Schulmedizin aktuell am 27. September 2019

Welt

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die weltweit die häufigste Todesursache und kosten jährlich fast 18 Mio. Menschenleben. Im Vergleich dazu sterben an Aids, Malaria und Tuberkulose zusammengenommen jährlich 3 Mio. Menschen. Der World Heart Day als die größte Sensibilisierungsplattform für Herz-Kreislauf-Erkrankungen möchte 2019 darauf hinweisen,  dass nach wie vor rund 33 % der Weltbevölkerung keinen Zugang zu (lebenswichtigen) Herz-Kreislauf-Medikamenten haben. (World Heart Federation, 27.09.2019)

Europa

In der EU gilt künftig eine einheitliche Methodik zur Quantifizierung von Lebensmittelabfällen. Das erleichtert es Mitgliedstaaten, die Abfälle, die bei jeder Stufe der Lebensmittelkette anfallen, zu erfassen – und entsprechend gegenzusteuern. “Die EU steht voll hinter dem globalen Ziel, die Menge an Lebensmittelabfällen bis 2030 zu halbieren”, betont EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis. (EU-Kommission, 27.09.2019)

Führt Insulin allein nicht zu guten Blutzucker-Werten, kommt für manche Menschen mit Typ-1-Diabetes jetzt zusätzlich eine Tablette infrage: Die EU-Kommission hat dazu 2 Antidiabetika zum Einnehmen bei übergewichtigen Typ-1-Diabetikern zugelassen. Lässt sich der Blutzucker trotz optimaler Insulintherapie nicht ausreichend senken, ist ein SGLT-Hemmer einmal täglich eine zusätzliche Behandlungsmöglichkeit. SGLT-2-Hemmer sorgen dafür, dass ein Zuviel an Zucker mit dem Urin ausgeschwemmt und dabei vermehrt Flüssigkeit ausgeschieden wird. Der Blutzuckerspiegel sinkt und auch der Blutdruck. SGLT-1-Blocker verzögern die Aufnahme von Glukose im Darm. Zu den möglichen Nebenwirkungen zählen allerdings vermehrtes Urinieren, Harnwegs- und Genitalinfektionen. Wichtig: Die Einnahme von SGLT-Hemmern führt beim Typ 1 bis zu 8 Mal häufiger zu Ketoazidosen (gefährlichen Übersäuerungen) als eine Insulintherapie allein. (Diabetes Ratgeber, 27.09.2019)

Deutschland

Die Versorgung mit wichtigen Nährstoffen wie Vitamin C und Vitamin E ist in der älteren Bevölkerung in Deutschland in großen Teilen nicht ausreichend. Darauf weist der AK Nahrungsergänzungsmittel im Lebensmittelverband Deutschland anlässlich des Internationalen Weltseniorentages am 1. Oktober hin. Bei 66 % der pflegebedürftigen über 65-Jährigen werden die Zufuhrempfehlungen für viele wichtige Nährstoffe nicht erreicht. Davon betroffen sind Vitamin C, Vitamin D, Vitamin E und Folsäure, aber auch die B-Vitaminen. Die wissenschaftlichen Erhebungen und die Nationale Verzehrstudie II zeigen deutlich, dass die Ernährungssituation bei den älteren Menschen auch in Deutschland zu verbessern ist. Nahrungsergänzungsmittel können dabei helfen, den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen und so einen Beitrag für den Erhalt der Mobilität, geistigen Leistungsfähigkeit und des Wohlbefindens leisten. (Lebensmittelverband Deutschland, 27.09.2019)

Infografik: Lebensmittelverband Deutschland e.V.

Unter Frauen ist Blasenschwäche weit verbreitet, lässt sich jedoch durchaus erfolgreich behandeln. In jedem Fall lohnt sich eine Verhaltenstherapie. Dazu zählen z.B. Blasentraining, Kräftigung des Beckenbodens und Entspannungsübungen. (BGV – Info Gesundheit, 27.09.2019)

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte listet aktuell Lieferengpässe bei 239 Humanarzneimitteln auf. Bei Lieferschwierigkeiten von Arzneimitteln könnte künftig eine nationale Arzneimittel-Reserve für versorgungsrelevante Medikamente geschaffen werden. Welche Medikamente in welchem Umfang vorgehalten werden müssen, sollten dann Ärzteschaft und Politik gemeinsam mit Kostenträgern und Pharmaunternehmen festlegen. (Bundesärztekammer, 27.09.2019)

Österreich

Am 27. Sept. 2019 fand im Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs ein wissenschaftliches Symposium zum Thema “Arteriosklerose – Schicksal oder Lebensstil” statt.  Dazu waren 120 Teilnehmer der Einladung von Primarius Univ.-Doz. Dr. Sebastian Globits, dem ärztlichen Leiter, und Andrea Hiemetzberger, Diätologin des Herz-Kreislauf-Zentrums, gefolgt. Insgesamt 13 Experten referierten aus den Bereichen Innere Medizin, Kardiologie, Diätologie und Therapie. … Die Arteriosklerose und ihre Folgen wie Herzinfarkt und Schlaganfall stellt in Österreich immer noch die häufigste Todesursache mit 48 % bei Frauen und 42 % bei Männern dar. (ARGE Beste Gesundheit, 27.09.2019)

Expertenriege des Symposiums “Arteriosklerose – Schicksal oder Lebensstil” in Groß Gerungs. (Foto: Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs)

Die Bandbreite der Pharmaforschung ist in Österreich recht groß. Über 300 Mio. € werden jährlich in die Entwicklung neuer Medikamente, Therapien und in Prozessoptimierungen investiert. (FCIO, 27.09.2019)

In den Transplantationszentren der MedUni Wien und des AKH Wien wurden 2018 insgesamt 355 Organe transplantiert, darunter 150 Nieren, 103 Lungen, 57 Lebern sowie 43 Herzen. Im Rahmen der neu gegründeten Forschungsplattform Transplantation sollen künftig noch offene Fragen zum Thema Organabstoßung und Verlust der Organfunktion gelöst werden, (MedUni Wien, 27.09.2019)

Schweiz

Anlässlich des Safe Abortion Day 2019 bezieht der Dachverband Sexuelle Gesundheit Schweiz folgendermaßen Stellung: Die Schweiz hat weltweit eine der tiefsten Abbruchraten bei Schwangerschaften. Abtreibungen werden dazu vor allem in Spitälern durchgeführt. Ein “eingehendes Gespräch” mit der schwangeren Frau durch den Arzt oder die Ärztin ist Teil der gesetzlichen Regelung. Unbegründete Wartefristen sollten allerdings keine entstehen. (Sexuelle Gesundheit Schweiz, 27.09.2019)

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