Schulmedizin aktuell am 26. September 2019

Europa

Die nicht-alkoholische Fettleber (NAFLD) wird wegen der Adipositasepidemie zur häufigsten Ursache für Lebererkrankungen in Europa. Doch diese sei vermeidbar. Dabei handelt es sich um die Ansammlung von überschüssigem Fett in der Leber. Mangelnde Bewegung und eine zu hohe Kalorienaufnahme führen zu Gewichtszunahme und Fettablagerungen, die bei der Entstehung und dem Fortschreiten der NAFLD eine wichtige Rolle spielen. Diese Krankheit stellt eine wesentliche gesundheitliche Belastung für Europa dar und führt darüber hinaus zu Leberzirrhose oder Leberkrebs sowie zu einem starken Anstieg bei Herz-Kreislauf- und anderen Krebserkrankungen. (European Association for the study of the Liver (EASL), 26.09.2019)

Bild: European Association for the study of the Liver (EASL)

Die Fachgesellschaften European Society of Cardiology und European Atherosclerosis Society senken in einer neuen Leitlinie die Zielwerte für LDL-Cholesterin weiter ab, denn je niedriger der LDL-Cholesterinwert wäre, desto geringer sei das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse. Für Patienten mit einem sehr hohen kardiovaskulären Risiko liegt der neue Wert bei 55 mg/dl, für Patienten mit einem hohen Risiko bei 70 mg/dl. Befindet sich zu viel des “schlechten” Cholesterins” im Blut, kann es sich an den Wänden der Blutgefäße ablagern. Aus diesen Ablagerungen und (!) begünstigt durch weitere Risikofaktoren können arterielle Plaques entstehen. Das kann eine  Arterienverengung zur Folge haben bis hin zu einem vollständigen Verschluss des Blutgefäßes und so z.B. zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen. (Amgen GmbH, 26.09.2019)

Infografik: Amgen GmbH

Studien zeigen eine hohe Fehlerquote in der richtigen Anwendung von Inhalationsgeräten. (Novartis Pharma AG, 26.09.2019)

Deutschland

In Deutschland leiden mehr als 6,8 Mio. Menschen an COPD und rund 5 Mio. an Asthma – Tendenz steigend. Folglich steigen die Verordnungen im Arzneimittelmarkt für obstruktive Atemwegserkrankungen. Wenngleich die Ursachen der Erkrankungen unterschiedlich sind, die medikamentöse Therapie ist dann doch oft gleich. Sie beschränkt sich darauf, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen sowie Symptome zu mildern, da bis heute weder COPD noch Asthma heilbar sind. Eine Marktanalyse der ATC-Klasse der Mittel bei obstruktiven Atemwegserkrankungen (ATC Klasse-R03) zeigt, dass der Gesamtumsatz im GKV-Markt für den 12-Monatswert bis Juli 2019 um 2,4 % auf 1,28 Mrd. € gewachsen ist. Von den über 25 Mio. Verordnungen im Arzneimittelmarkt für obstruktive Atemwegserkrankungen entfallen 10 Mio. auf Monopräparate und 15 Mio. auf Kombinationspräparate. (Insight Health, 26.09.2019)

Webseite von COPD-Experte.de. (Bild: Chiesi GmbH)

Allein Salbutamol besitzt einen Marktanteil von fast 29 %. Die Substanz gehört zur Gruppe der Beta-2-Agonisten, die insgesamt mehr als 9 Mio. Verordnungen aufweist. Solche Medikamente werden meist inhaliert und lindern typische Symptome von Atemwegserkrankungen wie Atemnot und Husten. Die Kombination der Beta-2-Agonisten mit einem Kortikoid wird fast 6,6 Mio. Mal rezeptiert. Die Inhalation von Kortikoiden gehört bei persistierendem Asthma unabhängig vom Schweregrad zur Basismedikation. Bei COPD-Patienten sind kortisonhaltige Sprays hingegen erst bei einem schweren Krankheitsstadium als Dauertherapie empfohlen. Die ATC-Gruppe der Anticholinergika + B2-Agonist-Kombinationen wird über 3,1 Mio. Mal verordnet. Die einfachen Anticholinergika reduzieren die Schleimbildung und erleichtern so das Atmen. Allerdings lässt sich die Entzündung in den Atemwegen bei COPD-Patienten oft mit Kortison allein nicht ausreichend behandeln. Daher werden andere entzündungshemmende Wirkstoffe, die Antikörper, eingesetzt. (Insight Health, 26.09.2019)

Immer mehr Patienten in Deutschland, vor allem in den Großstädten, erkranken an Mund-Rachen-Krebs, nachdem sie sich mit Humanen Papillomviren (HPV) infiziert haben. Übertragen wird das Virus, das bislang vor allem vom Gebärmutterhalskrebs bekannt ist, beim Sex. Folglich muss man davon ausgehen, dass Menschen, die im Laufe ihres Lebens viele Sexualpartner haben und Oralsex praktizieren, auch ein deutlich höheres Risiko haben, Mund-Rachen-Krebs zu bekommen. Das zumindest solange, wie das HP-Virus nicht durch Impfungen gestoppt wird. Das HP-Virus scheint unmittelbar für die Entstehung von Mund-Rachen-Krebs verantwortlich zu sein. (Asklepios Kliniken, 26.09.2019)

Drei Wochen nach dem Erscheinen des Ärzte-Appells in der Zeitschrift “Stern” ist die Zahl der Unterstützer bereits auf über 130.000 angewachsen, zumindest wenn man die Mitgliederzahlen der unterzeichnenden 39 ärztlichen Verbände und Fachgesellschaften zusammenrechnet. Doch auch alle Bürger können den Protest der Mediziner auf www.change.org/MenschVorProfit “gegen das Diktat der Ökonomie an deutschen Krankenhäusern” unterschreiben. (Gruner+Jahr, Stern; 26.09.2019)

Jedes Jahr sterben in Deutschland geschätzt rund 10.000 Menschen durch Selbstmord. Das sind mehr als durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten, illegale Drogen und Aids zusammen. Man geht davon aus, dass bis zu 90 % aller Selbsttötungen im Kontext einer psychischen Erkrankung passieren. Dazu zählen vor allem Depressionen, Psychosen und Suchterkrankungen. Aber es passieren auch Selbstmorde unter Menschen, die sich vereinsamt fühlen oder sonst wie isoliert in der Gesellschaft. Man sollte daher stets sein Selbstwertgefühl und auch das Selbstvertrauen stärken und gute persönliche Beziehungen zur Familie und Freunden unterhalten. (Otsuka Pharma GmbH / Lundbeck GmbH, 26.09.2019)

Alt ist nicht gleich Alt, denn das biologische und das tatsächliche Alter können stark voneinander abweichen. Das biologische Alter, bezogen auf das Herz, wird als Herzalter bezeichnet und ausschlaggebend durch den Lebensstil beeinflusst. (Assmann-Stiftung für Prävention, 26.09.2019)

Infografik: Assmann-Stiftung für Prävention

37 % der Deutschen lassen sich beim Kauf oder der Miete einer Immobilie vor allem von ihren Gefühlen leiten. 36 % entscheiden das primär sachlich und rational. (Interhyp AG, 26.09.2019)

Infografik: Interhyp AG

Österreich

Der Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs hat einen neuen Präsidenten gewählt. Philipp von Lattorff (Boehringer Ingelheim RCV GmbH) wird neben seiner neuen Funktion als Präsident des Pharmig sich auch in den Gremien der Industriellenvereinigung, der Wirtschaftskammer Wien sowie im Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs für die heimische Industrie und ihre Mitarbeiter einsetzen. (Pharmig, 26.09.2019)

Das neu gewählte Präsidium des Pharmig u.a. mit Präsident Philipp von Lattorff. (Pharmig / APA-Fotoservice / Tesarek)

Schweiz

Der Gründung des Augenzentrums Zollikerberg ist das Ergebnis eines wichtigen Schulterschlusses zweier dem Gemeinwohl verpflichteter Institutionen, dem Stadtspital Waid und Triemli sowie dem Spital Zollikerberg. Letzteres trägt als privates Akutspital mit öffentlichem Leistungsauftrag medizinischen Versorgung des Großraums Zürich bei. Das Krankenhaus behandelt jährlich über 10.000 Patienten stationär sowie rund 50.000 ambulant und führt rund 7.000 Operationen durch. (Spital Zollikerberg, 26.09.2019)

Spitalsdirektorin Dr. Orsola Vettori mit den Chefärzten Prof. Dr. Matthias Becker und Prof. Dr. Andreas Zollinger (beide Stadtspital Waid und Triemli. (Foto: Spital Zollikerberg)

Die Kryotherapie macht und hält gesund. Die kurzfristige Superkälte bis -110 Grad Celsius stimuliert Haut, Muskeln und den gesamten Organismus. Die Ganzkörper-Kälte-Therapie lindert Schmerzen und verkürzt die Rehabilitationszeit. Zudem stärkt sie das Immunsystem und hilft bei Rheuma, Arthritis, Myalgien und Arthrose. Ebenso bei Depressionen, Schlafstörungen und Migräne. Sie hilft auch bei Schuppenflechte und Ekzemen und verbessert das Hautbild augenfällig. (Cryocenter Basel, 26.09.2019)

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