Schulmedizin aktuell am 26. November 2019

Deutschland

Der DFB, die DFL Deutsche Fußball Liga und die gesetzliche Unfallversicherung VBG geben gemeinsam die Erforschung von langfristigen Auswirkungen des Profisports auf die Gesundheit von ehemaligen Profi-Fußballspielern in Auftrag. Der NAKO e. V., Trägerverein der NAKO-Gesundheitsstudie, soll ab 2020 über 3 Jahre den Gesundheitszustand von mindestens 300 ehemaligen Fußballprofis im Alter zwischen 40 und 69 Jahren mit dem NAKO-Untersuchungsprogramm messen. Alle Ex-Profis müssen in der Bundesliga oder 2. Bundesliga bzw. in der Frauen-Bundesliga oder in vergleichbaren ausländischen Ligen gespielt haben. … Die NAKO-Gesundheitsstudie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, den Ländern und der Helmholtz-Gemeinschaft finanziert und ist auch Grundlage für gesundheitspolitische Entscheidungen. (NAKO, 26.11.2019)

Lebensmittelverschwendung kostet die Konsumenten bares Geld. Etwa 235 € gibt jeder Deutsche so im Jahr für Lebensmittel aus, die am Ende im Abfall landen. Für eine 4-köpfige Familie in Deutschland bedeutet das ein Sparpotenzial von bis zu 940 €. Demzufolge wollen auch 41 % der Frauen künftig ihr Verhalten ändern, jedoch nur 30 % der Männer. (RaboDirect Deutschland, 26.11.2019)

Obwohl die Bedeutung der Biotechnologie in der Medizin zunimmt, weiß mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung nicht, dass Arzneimittel und Therapien auch auf Basis der Gentechnologie entwickelt werden. Künstlich hergestelltes, menschliches Insulin für Diabetes-Patienten ist ein Beispiel für Gentechnik. Sobald diese Einsatzmöglichkeiten in der Medizin und Pharmaforschung erklärt werden, begrüßen 58 % der Befragten die Gentechnik und die Ablehnung schrumpft auf 6 %. Wenn Gentechnologie dabei hilft, Krankheiten wie Krebs, Rheuma oder Osteoporose besser zu behandeln, steigt die Zustimmung in der Bevölkerung sogar auf 90 %.  (Amgen GmbH, 26.11.2019)

Von der Aufstehhilfe über den Duschhocker bis hin zum Rollator – das Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen in Deutschland umfasst bereits über 32.000 Produkte. (Senioren Ratgeber, 26.11.2019)

Immuntherapien haben die Behandlung verschiedener Krebsarten in den letzten Jahren bereits verbessert. Aber: Nicht alle Patienten sprechen darauf an. Grund dafür sind Resistenzen der Tumorzellen, durch die sie ihrer Zerstörung durch das Immunsystem trotz Therapie entkommen. … Spezialisierte Zellen des Immunsystems, die T-Zellen, können Krebszellen aufspüren und abtöten. Allerdings haben Tumorzellen die Fähigkeit entwickelt, die T-Zellen so stark zu hemmen, dass sie nicht mehr angegriffen werden. Die sogenannte Checkpoint-blockierende Immuntherapie sorgt dafür, dass diese Hemmung aufgehoben wird: T-Zellen können dann wieder gegen die Krebszellen vorgehen. Bislang profitiert aber nur ein Teil der Patienten von dieser Therapie – die Mehrheit der Betroffenen spricht überhaupt nicht oder nur kurz auf die Behandlung an. (Deutsche Krebshilfe, 26.11.2019)

Aber wie können Tumorzellen resistent werden? Dafür ist es wichtig zu verstehen, wie T-Zellen arbeiten: Jede Körperzelle besitzt eine Art Ausweis – charakteristische Moleküle, sog. Antigene, die sie auf ihrer Zelloberfläche präsentiert. T-Zellen kontrollieren diese Ausweise: Wenn eine Körperzelle ein unbekanntes Antigen präsentiert, ist dies ein Hinweis auf ihre krankhafte Veränderung. Mit Hilfe verschiedener Mechanismen können T-Zellen diese kranken Zellen dann zerstören. Zum einen töten sie die Zelle, mit der sie in direktem Kontakt stehen. Zum anderen setzen sie Botenstoffe wie Interferon-gamma frei, welches auf benachbarte Tumorzellen wirkt und einen Signalweg anschaltet, der ebenfalls zum Zelltod führt. Die T-LOCK-Wissenschaftler untersuchen im Wesentlichen 2 Resistenz-Strategien der Tumorzellen: (1) Veränderungen in den Genen der Tumorzellen führen möglicherweise dazu, dass sie ihre Antigene nicht mehr präsentieren können. Dann können die T-Zellen sie nicht mehr als Bedrohung erkennen. Außerdem gehen die Forscher davon aus, dass Interferon-gamma zwar durch die T-Zellen freigesetzt wird, in den Tumorzellen aber aufgrund einer gestörten Signalgebung nicht mehr zum Zelltod führt. (Deutsche Krebshilfe, 26.11.2019)

In der deutschen Bevölkerung gibt es große Irrtümer bezüglich der Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Depression im Alter. Deshalb wird die Erkrankung bei Senioren häufig falsch oder gar nicht behandelt, was mit zu den drastisch erhöhten Selbstmordraten im Alter beiträgt. (Stiftung Deutsche Depressionshilfe, 26.11.2019)

Wer von Menschen mit Hörproblemen nicht sofort verstanden wird, spricht dann oft einfach lauter. Doch schlecht hören ist nicht nur eine Frage der Lautstärke, sondern es kommt auch auf den Frequenzbereich der Laute an. Schwerhörige hören verschiedene Töne unterschiedlich gut, je nachdem welche Hörsinneszellen geschädigt sind. (Bundesinnung der Hörakustiker KdöR, 26.11.2019)

Die Lieferengpässe bei Arzneimitteln nehmen in Deutschlands Apotheken immer größere Ausmaße an. Doch wenn Patienten mit ständig wechselnden Präparaten konfrontiert oder auf einen anderen Wirkstoff umgestellt werden müssen, führt das zu großer Verunsicherung und kann das Therapieergebnis verschlechtern. (ABDA, 26.11.2019)

Zum 1. Mal haben Forscher den Zusammenhang zwischen dem Rabattvertragsmodell und Lieferproblemen von Arzneimitteln wissenschaftlich untersucht. Die von Pro Generika in Auftrag gegebene Studie zeigt: Rabattverträge mit einem einzigen Hersteller führen öfter zu versorgungskritischen Situationen als solche, die mit mehreren Unternehmen geschlossen werden. Erst kürzlich hatte das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut der ABDA eine Studie vorgelegt, die alle Rabattarzneimittel auf ihre Verfügbarkeit in den vergangenen Jahren analysiert und herausgefunden: Die Anzahl der nicht verfügbaren Rabattarzneimittel hat sich von 4,7 Mio. in 2017 auf 9,3 Mio. in 2018 verdoppelt. (Pro Generika, 26.11.2019)

Kälte, Nässe, Nebel, Schnee. Morgens in der Dämmerung aus dem Haus, abends bei Dunkelheit zurück. Das wirkt sich auf die Psyche aus, bei manchen Menschen stärker, bei anderen weniger stark. Mediziner nennen diese saisonalen Depressionen SAD (seasonal affective disorder), wenn sie das Ausmaß einer Krankheit annehmen. Eine abgeschwächte Form mit ausgeprägten saisonalen Stimmungstiefs ist die subsyndromale SAD (s-SAD). Zudem zeigen viele Menschen wetter-, licht- und saisonal abhängige vorübergehende Stimmungsschwankungen, die nicht behandlungsbedürftig sind. Dazu zählt der “Winterblues”. (Oberberg Fachkliniken, 26.11.2019)

Obwohl die Entscheidung zum Kauf eines bestimmten Autos vor allem rational geprägt ist, wird die Beziehung zum eigenen Fahrzeug nach dem Kauf persönlicher und emotionaler. Frauen haben eine persönlichere Beziehung zu ihrem Auto als Männer. So geben 15 % der Autofahrerinnen in Deutschland ihrem Auto einen Namen und 25 % würden sogar manchmal mit ihrem Auto sprechen. Beide Zahlen sind mehr als doppelt so hoch wie der Vergleichswert bei den Männern. (CosmosDirekt, 26.11.2019)

Österreich

Das Erkennen und Entfernen von Dickdarmpolypen ist eine Erfolgsgeschichte der gastrointestinalen Endoskopie der letzten Jahrzehnte. In den letzten 20 Jahren nahmen die Neuerkrankungen an Dickdarmkrebs in Österreich um 33 % ab. Noch besser wären die Ergebnisse, würden nicht immer wieder Polypen übersehen. Eine neue Bild-Analyse in Echtzeit soll daher künftig die Koloskopie des Arztes ergänzen. “GI Genius” basiert auf Deep-Learning-Algorithmen. Findet die Software eine Veränderung, so weist sie den Arzt mit einer Markierung auf dem Bildschirm darauf hin. Auf diese Weise verbessert sie die Adenom-Entdeckungsrate des Endoskopie-Anwenders, agiert als virtueller Zweituntersucher und assistiert bei der Polypenerkennung. (Ordensklinikum Linz – Barmherzige Schwestern Elisabethinen, 26.11.2019)

Laut einer deutschen Studie haben 50 % der Männer und 23 % der Frauen über 40 Jahre rund 15 Atmungsstörungen pro Stunde. Schlafapnoe, also Atmungsaussetzer im Schlaf, ist oft Ursache von Diabetes, Herzinfarkt und Schlaganfall. Es wurden aber auch Verbindungen zu Demenz/Alzheimer und Krebs festgestellt. (Selbsthilfegruppe Schlafapnoe Österreich, 26.1.2019)

Wiederholte Atemstillstände und die damit verbundene mangelhafte Sauerstoffversorgung den Blutdruck und Blutzuckerspiegel steigert und dadurch Herz und Kreislauf stark belastet. Fett und Kalk lagern sich als Plaque vermehrt an den Innenwänden der Halsschlagadern ab und verengen sie. Wenn sich Bestandteile dieser Ablagerungen lösen, können sie mit dem Blutstrom ins Gehirn gelangen und dort lebenswichtige Gefäße verstopfen, was zum Schlafanfall führen kann. Schlafapnoe und auf den Schlaf bezogene Atmungsstörungen sind bei fast allen Erwachsenen zu finden. Bei über 5 Atemstörungen pro Stunde wird eine Schlafapnoe) diagnostiziert. (Selbsthilfegruppe Schlafapnoe Österreich, 26.11.2019)

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