Schulmedizin aktuell am 26. Februar 2019

Welt

Morbus Parkinson ist nach Alzheimer-Demenz die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. Experten schätzen, dass sich die Zahl der weltweit Erkrankten bis 2040 verdoppeln oder gar verdreifachen könnte. (Deutsche Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen, 26.02.2018)

Der jährlich im Austria Center Vienna stattfindende Radiologenkongress „ECR“ hat sich mittlerweile zu einem der weltweit größten und innovativsten Medizinkongresse mit über 28.000 Teilnehmern aus über 130 Ländern entwickelt. (Austria Center Vienna, 26.02.2019)

Europa

Bereits 12 EU-Länder haben die elektronische Patientenakte (ePA) auf guten Weg gebracht und die Abbildung der Arzneimitteltherapie in der ePA vorgesehen. (Pro Generika, 26.02.2019)

Infografik: Roland Berger

Die Europäische Investitionsbank unterstützt die österreichische Marinomed Biotech AG mit einem Darlehen von 15 Mio. Euro. Das biopharmazeutische Unternehmen aus Wien entwickelt Produkte gegen Atemwegs- und Augenerkrankungen, die in über 30 Ländern verkauft werden. (EU Kommission, 26.02.2018)

Deutschland

29 % der gesetzlich Krankenversicherten in Deutschland wurde 2018 zumindest eine ärztliche “Privatleistung” als sog. Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) angeboten. IGeL sind Diagnose- und Behandlungsmethoden, die nicht zum Leistungskatalog der GKV gehören und deshalb “privat” bezahlt werden müssen. Dabei ging die Initiative in 75 % der Fälle vom Arzt aus. Dessen Angebot wiederum hängt stark vom Einkommen und der Schulbildung des Patienten ab. (Wissenschaftliches Institut der AOK, 26.02.2019)

2025 werden in Deutschland wahrscheinlich 10.000 Chirurgen fehlen. (Berufsverband der deutschen Chirurgen, 26.02.2019)

Den Siegeszug der Tiefkühlprodukte in Deutschland verdeutlicht ein Vergleich des Pro-Kopf-Verbrauchs. Lag dieser vor 35 Jahren noch bei 17,2 kg, so waren es 2018 bereits 46,5 kg – Tendenz weiter steigend. (Deutsches Tiefkühlinstitut, 26.02.2019)

Infografik: Deutsches Tiefkühlinstitut

Was Krebs so gefährlich macht, ist die Bildung von Metastasen. Dabei meistern die Tumorzellen gleich mehrere Herausforderungen: in das Blutgefäß eindringen, den Transport im Blut überleben und schließlich das Blutgefäß wieder verlassen. Dafür nutzen sie ähnliche Mechanismen wie Immunzellen auf der Jagd nach Krankheitserregern. Tumorzellen treten immer dann verstärkt in die Blutbahn über, wenn bestimmte Signalmoleküle in den Blutgefäßzellen aktiviert werden. Solche Signalmoleküle steuern die Kommunikation der Blutgefäßzellen mit den Tumorzellen und werden als “Notch-Signalkaskade” bezeichnet. (Deutsche Krebshilfe, 26.02.2019)

Je stärker das Signalmolekül Notch1 in den Gefäßwänden des Tumors aktiviert wird, desto mehr Krebszellen gelangen ins Blut und desto mehr Metastasen können entstehen. Werden allerdings Notch1 und das Anheftungsmolekül VCAM1 im Labor mit sog. therapeutischen Antikörpern blockiert, so siedeln sich deutlich weniger Krebszellen in anderen Organen an. …  Insbesondere bei fortgeschrittenen Krankheitsverläufen steht die Krebsmedizin immer noch vor großen Herausforderungen. (Deutsche Krebshilfe, 26.02.20019)

Deutschlands Manager in der Pharmaindustrie glauben nicht an eine negative Entwicklung des Arzneimittelmarktes 2019. Fast die Hälfte (45 %) der Befragten gehen sogar von einer Umsatzsteigerung aus. Und das, obwohl 61 % mehr politischen Druck auf Pharmaunternehmen erwarten. (Insight Health, 26.02.2019)

Wie wird Krebs diagnostiziert ? Bei Hautkrebs z.B. wird ein visuelles Screening der Haut durchgeführt. Im Falle von verdächtigen Hautbereichen erfolgt eine Biopsie der betroffenen Hautstelle. Zur Frühdiagnostik von Darmkrebs wird z.B. ein Hämoccult-Test zum Nachweis von okkultem Blut im Stuhl verwendet und/oder eine Darmspiegelung durchgeführt. Für die Brustkrebsvorsorge wird Frauen ab einem bestimmten Alter eine Mammographie empfohlen. … Ein generell wichtiges diagnostisches Mittel ist eine bildgebende Untersuchung mittels PET-CT-Scan, um Tumore aufzuspüren. Der PET-CT-Scan zeigt mitunter, ob sich der Krebs bereits Metastasen gebildet hat.  Eine histopathologische Analyse kann den genauen (Zell-) Typ des Tumors bestimmen, denn es gibt viele Tumorarten mit auch einzigartigen genetischen Merkmalen. Und während einige Tumore operativ entfernt werden können, wird in anderen Fällen eine Chemotherapie und/oder Bestrahlung vor oder sogar statt einem chirurgischen Eingriff empfohlen. (Hallwang Clinic GmbH, 26.02.2019)

Bewegung ist besonders wichtig, um gesund alt zu werden. Als Faustregel für den Alltag gilt: Über 65-Jährige sollten 7.000 Schritte pro Tag gehen, bis zum Alter von 65 Jahren werden täglich 10.000 Schritte empfohlen. Ein 30-minütiger Spaziergang entspricht etwa 3.000 Schritten. Aber wichtig ist, sich nicht zu überfordern. (Alzheimer Forschung Initiative, 26.02.2019)

Rund 16.000 Menschen in Deutschland leiden an chronischer Immunthrombozytopenie (ITP). ITP, auch Morbus Werlhof genannt, ist eine Autoimmunerkrankung, die durch eine verringerte Anzahl an Thrombozyten im Blut gekennzeichnet ist. Ursache dafür ist einerseits die Zerstörung der körpereigenen Blutplättchen durch das Immunsystem. Andererseits ist bei einer ITP-Erkrankung auch die Neubildung von Thrombozyten gestört. Und weil Thrombozyten eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung spielen, sind ITP-Patienten auch anfällig für Blutungen. (Amgen GmbH, 26.02.2019)

Infografik: Amgen GmbH

Für viele seltene Erkrankungen gibt es derzeit noch keine geeignete Behandlung. Andere hingegen sind zwar behandelbar, aber nicht alle Betroffenen haben bisher eine gesicherte Diagnose erhalten. So z.B. etwa bei 5q-assoziierter spinaler Muskelatrophie. Die Krankheit geht auf einen Gendefekt zurück und führt dazu, dass ein für die Nervenzellen im Rückenmark notwendiges Eiweiß nicht mehr in ausreichender Menge gebildet werden kann. In der Folge kommt es zu einer allmählichen und andauernden Schwächung der Muskulatur bis hin zum Verlust der Bewegungsfähigkeit. (Biogen GmbH, 26.02.2019)

Österreich

Muskelerkrankungen zählen zu den seltenen Krankheiten. Die häufigste Muskelerkrankung in Österreich ist die Duchenne Muskeldystrophie, von der in der Regel nur Buben betroffen sind. Am zweithäufigsten ist die Spinale Muskelatrophie. (Österreichische Muskelforschung, 26.02.2019)

Infografik: Österreichische Muskelforschung

Österreichweite Lösungen für Masern- und Zeckenschutz sind dringend erforderlich. (Volksanwaltschaft, 26.02.2019)

Morbus Wilson ist eine seltene, genetisch bedingte Erkrankung, die auch „Kupferspeicherkrankheit“ genannt wird. In Österreich leiden rund 300 Menschen daran. Dabei ist durch eine oder mehrere Genmutationen der Kupferstoffwechsel in der Leber gestört. Irgendwann kann die Leber Kupfer nicht mehr über die Galle ausscheiden, worauf es zu Kupfer-Ansammlungen in der Leber, im Auge und im Zentralnervensystem kommt. Das wiederum führt u.a. zu schweren Leberschäden und neurologischen Defiziten. (MedUni Wien, 26.02.2019)

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