Schulmedizin aktuell am 25. September 2019

Europa

Laut einer auf dem Europäischen Kardiologen Kongress in Paris präsentierten dänischen Studie senkt die Grippeschutzimpfung das Sterberisiko von Patienten mit Bluthochdruck (Hypertoniker) um 18 %. Das Sterberisiko nach Herzinfarkt oder Schlaganfall wäre um 10 % niedriger. In Deutschland leiden derzeit fast 33 % der Erwachsenen unter Bluthochdruck, einem der wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen. (Bundesverband Niedergelassener Kardiologen, 25.09.2019)

Warum ist eine Influenza für Herzkranke so gefährlich ? Grippe-Viren schädigen die Schleimhaut der Atemwege und schwächen die Abwehrkräfte. Herzkranke Menschen sind in dieser Situation besonders gefährdet. So können in den Blutgefäßen vermehrt Plaques aufbrechen und sich darauf ein Blutgerinnsel bilden. Dieses kann dann die Blutversorgung abschneiden. In der Folge können Herzinfarkt oder Schlaganfall auftreten. Nach aktuellen Daten steigt das Herzinfarktrisiko in den ersten 7 Tagen der Infektion um das 6-Fache. Warum die Plaques vermehrt aufbrechen, ist noch nicht genau erforscht. Man nimmt aktuell an, dass das hohe Entzündungsniveau durch die Influenza-Infektion die Stabilität der Plaques reduziert und die Wahrscheinlichkeit für ihr Aufbrechen erhöht. (Bundesverband Niedergelassener Kardiologen, 25.09.2019)

Um die Auszeichnung “European Beer Star 2019” bewerben sich erstmalig 2.483 Biere aus 47 Ländern. (Private Brauereien Bayern, 25.09.2019)

Deutschland

All das, was gegenwärtig in Deutschland geschieht, sei es technologisch, bürokratisch, regulatorisch oder kulturell, fordert die Apotheken heraus. Es beginnt damit, dass Digitalisierung und Prozessoptimierung den Stellenwert der Apotheke als logistischen Pfeiler der Arzneimittelversorgung in Frage stellen. Hinzu kommen Lieferengpässe, Dokumentationsbürokratie und die mangelnde Wirtschaftspolitik für Freiberufler. (ABDA, 25.09.2019)

Menschen mit Gräser- und Baumpollenallergien erleben die Natur oft als ihren Feind: Wird die Natur ab dem Frühjahr zu neuem Leben erweckt, leiden sie unter Allergie-Symptomen und können im schlimmsten Fall oft bis weit in den Herbst hinein das Haus nicht verlassen. Dabei gibt es moderne Therapieoptionen, die nicht nur die Symptome, sondern bestenfalls dauerhaft die Ursache der Allergie bekämpfen. Tatsächlich sind Allergien oftmals mit lästigen Beschwerden verbunden. Diese Symptome lassen sich kurzfristig zwar mit verschiedenen Medikamenten (z.B. Antihistaminika) behandeln, doch wird dabei nicht bei der Allergie-Ursache angesetzt. Derartige Medikamente bessern lediglich kurzfristig die Symptome. Die Hyposensibilisierung hingegen kann dauerhaft von den lästigen Symptomen befreien, da man durch die kontinuierliche Zuführung von Allergenen quasi immun wird gegen die die Allergie auslösenden Stoffe. Aktuell gibt es 2 Arten der Hyposensibilisierung: Spritzen (wie eine Impfung) und Allergentabletten oder Tropfen. (ALK-Abello Arzneimittel GmbH, 25.09.2019)

Je öfter Schüler das Frühstück auslassen, desto häufiger fühlen sie sich krank. Erschreckend ist, dass 33 % der Kinder in Deutschland vor Schulbeginn selten (12 %) oder sogar nie (18 %) frühstücken. (LBS West, 25.09.2019)

Die Widerspruchslösung allein kann nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation nicht zu steigenden Zahlen in der Organ- und Gewebespende führen. Vielmehr müssen insbesondere eine passende Infrastruktur und Ressourcen in den Kliniken vor Ort vorhanden sein. Erst wenn die Prozesse in den Kliniken stimmen, können mehr Spenden realisiert werden. An dieser Stelle ist der Gesetzgeber gefordert, entsprechend unterstützende Rahmenbedingungen zu schaffen. (Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation gGmbH, 25.09.2019)

Österreich

Dass das alltägliche Verhalten von Patienten einen maßgeblichen Einfluss auf den Therapieerfolg hat, ist seit langem unbestritten. Eine große Herausforderung liegt allerdings darin, herauszufinden welche der bisher kaum messbaren Verhaltensweisen tatsächlich eine wesentliche Rolle für das Therapieergebnis spielen. Diese Lücke schließen heute sog. digitale Biomarker, also über Wearables, Sensoren oder Apps erfasste patientengenerierte Verhaltensdaten. Mit Hilfe intelligent vernetzter Datenbanken und Analysetools können digitale Biomarker im Rahmen von virtuellen klinischen Studien mit Daten aus Krankheitsregistern und Kontext-Daten zusammengeführt werden. Das Ergebnis ist dann eine vollkommen neue Form von “Real World-Evidenz”, die nicht nur tiefgehende Einblicke in die Krankheitslast ermöglicht, sondern auch die Entwicklung innovativer Lösungen zur Verbesserung von Diagnose und Therapie. (Sanofi Aventis GmbH, 25.09.2019)

Diabetiker haben ein hohes Risiko an Influenza zu erkranken besonders dann, wenn ihr Blutzuckerspiegel schlecht eingestellt ist. Sowohl das Infektionsrisiko als auch der Krankheitsverlauf korrelieren mit der Höhe des Blutzuckerspiegels. 2 Wochen vor und bis zu 4 Wochen nach einer Influenza-Erkrankung traten Hyperglykämien auf (3.81 % vs 2.18 %, p<0.001). Pneumonien, Sepsis und kardiovaskuläre Komplikationen waren bei den Diabetikern Typ 2 signifikant höher (5.5 % vs 0.7 %, 5.5 % vs 3.5 %, 1.6 % vs 0.3 %, p<0.001). Die Aktivitätstracker zeigten auch, dass deren Schlafqualität eingeschränkt ist und die Mobilität signifikant reduziert (6.48 vs 6.69 hrs, p<0.001; Reduktion von bis zu 3.000 Schritten pro Tag). Diese Studienergebnisse untermauern, dass das gleichzeitige Auftreten von Influenza und Diabetes schwerwiegende Folgen haben kann. (Sanofi Aventis GmbH, 25.09.2019)

Das imh Forum Spital 2019 in Mauerbach bei Wien thematisierte die aktuellen Gesundheitsreformen, Kassenzusammenlegungen, Finanzierungsfragen und den Patiententourismus des Landes. So könnten etwa mit den 300 Mio. €, die österreichische Patienten im Ausland – etwa bei Zahnärzten in Ungarn – ausgeben, hierzulande 500 zusätzliche Kassenstellen finanziert werden. (Gesundheit Österreich GmbH, 25.09.2019)

Als Adrenogenitales Syndrom (AGS) bezeichnet man eine Gruppe vererbter Erkrankungen, die durch Defekte unterschiedlicher Enzyme, die in der Steroidhormonbildung eine wichtige Rolle spielen, verursacht werden. Die bei weitem häufigste Ursache ist ein Mangel an 21-Hydroxylase, hervorgerufen durch Mutationen im CYP21A2-Gen. Dadurch kommt es zu einer verminderten Bildung von Cortisol und Aldosteron, aber gleichzeitig auch zu einer vermehrten Produktion männlicher Hormone. Die klinisch schwere Form des „klassischen AGS“ ist bei Mädchen durch eine Vermännlichung der äußeren Geschlechtsmerkmale (Vergrößerung der Klitoris bis hin zur Bildung eines Pseudopenis) gekennzeichnet. (MedUni Wien, 25.09.2019)

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