Schulmedizin aktuell am 25. November 2019

Europa

Die Zahl der jährlich neu auf den Markt kommenden Antibiotika sinkt ständig. Laut WHO könnten Antibiotikaresistenzen bis 2050 weltweit die häufigste Todesursache sein. Die Verordnung von Antibiotika bei unkomplizierten Erkrankungen ist europaweit nach wie vor auf einem zu hohen Niveau. Es ist aber vielmehr ein zurückhaltender Einsatz chemisch-synthetischer Antibiotika essenziell, um diese wichtige Arzneistoffgruppe für ernste und bedrohliche Erkrankungen zu bewahren. Im Kampf gegen die zunehmenden Bakterienresistenzen rücken daher wirksame pflanzliche Therapieansätze verstärkt in den Fokus. So können z.B. bei Blasenentzündungen und Erkältungskrankheiten pflanzliche Senföle zum Einsatz kommen. Für banale Infektionen hat die Natur wirkungsvolle Alternativen zu bieten. (12. Europäischer Antibiotikatag 2019, 25.11.2019)

Deutschland

Prävention, Heilung oder den Stopp von Erkrankungen wünschen sich 76 % der Deutschen von der Medizin 2030. Das ergab eine Umfrage von Sanofi-Aventis Deutschland. Der Einzug digitaler Innovationen in den Arztpraxen und Krankenhäusern wird hingegen kontrovers betrachtet. So bleibt der Arzt für die Menschen in Deutschland auch noch in mehr als 10 Jahren wichtiger als die komplette Digitalisierung der Medizin. Mit dem Gedanken, dass in Krankenhäusern mehrheitlich Computer und Roboter anzutreffen sind, damit könnten sich nur 25 % der Deutschen anfreunden. Doch immerhin 40 % können sich bis 2030 vorstellen, Arzttermine mittels Telemedizin und von zu Hause aus wahrzunehmen. (Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, 25.11.2019)

Infografik: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH

Um Stress und Herausforderungen zu meistern, können auch geeignete Nahrungsergänzungsmittel helfen.  Der Mineralstoff Magnesium vitalisiert die Muskeln, die Vitamine B1, B2, B6 und B12 stabilisieren die Nerven. (Protina Pharmazeutische GmbH, 25.11.2019)

Die AOK setzt bundesweit auf die Expertise von über 1.500 ausgebildeten AOK-Präventionsfachkräften. Diese erarbeiten Angebote, die passgenau auf die Lebensumstände der Menschen abgestimmt sind, und begleiten sie auch mit ihrem Fachwissen im gesamten Bundesgebiet. (AOK-Bundesverband, 25.11.2019)

Jeden Tag ein paar Wal-, Hasel- und Macadamianüsse zu knabbern, das sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Denn eine Hand voll Nüsse pro Tag, also etwa 25 g, gehören zu einer vollwertigen Ernährung dazu. Nüsse vermindern das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und offenbar auch Diabetes und Infektionen. Der hohe Anteil an Omega-3-Fetten bei Walnüssen und Leinsamen kann Entzündungen wie Gefäßverkalkung, Rheuma und Schuppenflechte positiv beeinflussen. Zudem fördern die Ballaststoffe in Nüssen die Verdauung. Das Eisen in Nüssen ist wichtig für den Sauerstofftransport im Blut und die B-Vitamine für das Nervensystem. (Apotheken Umschau, 25.11.2019)

Der Gesprächskreis II, ein Zusammenschluss von 35 deutschen Psychotherapieverbänden, verabschiedet Resolutionen zur Klimapolitik, zum Datenschutz und zum Tabakwerbeverbot. Damit positionieren sich die Psychotherapieverbände zu aktuellen fach- und berufspolitischen Themen von Psychotherapeuten in ganz Deutschland. (Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie, 25.11.2019)

Manchmal dauert es, bis die Öffentlichkeit von Sensationen Notiz nimmt. So können z.B. heute Menschen mit HIV längst leben wie alle anderen. Die Medikamente erhalten die Gesundheit. Und mehr noch: HIV ist unter Therapie nicht übertragbar. Diese wissenschaftliche Tatsache kennen aber nur 10 % der Bevölkerung, ergab eine Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) 2017. Die HIV-Therapie verhindert die Vermehrung des Virus im Körper und verhindert eine Übertragung zuverlässig, wenn im Blut dauerhaft keine HI-Viren mehr nachweisbar sind. HIV ist dann auch beim Sex ohne Kondom nicht übertragbar. Im Alltag ist eine Übertragung ohnehin nicht möglich. (Deutsche Aids-Hilfe, 25.11.2019)

Von sanftem Handfesseln bis hin zur völligen Bewegungsunfähigkeit: Fesseln (Bondage) versteht sich als intensive erotische Grenzerfahrung, die in Deutschland an Beliebtheit gewinnt. So zeigt eine Umfrage von JOYclub, dass 70 % der befragten Männer und Frauen bereits Fesselspiele in ihr Liebesleben einbezogen haben und weitere 21 % dies möchten. Insbesondere Frauen (46 %) würden den gezielten Kontrollverlust als erregend empfinden, unter den Männern sind es nur 15 %. (JOYclub, 25.11.2019)

Frau im Rahmen eines (erotischen) Fesselspiels. (Foto: JOYclub)

Seit 2018 können intersexuelle Menschen in Deutschland wählen, welches Geschlecht sie dokumentieren lassen wollen: männlich, weiblich, divers (neu !) oder keinen Eintrag. Der Personenstandseintrag “divers” ist eine tiefgreifende kulturelle Umwälzung unserer Zeit, gegen den es auch Widerstand gibt. So sieht etwa Papst Franziskus in der “Gender-Ideologie” einen “Weltkrieg gegen die Ehe” und der Verein Deutsche Sprache im “Gender-Unfug” einen “zerstörerischen Eingriff in die deutsche Sprache”. Rechtspopulisten in ganz Europa bekämpfen den “Gender-Wahn” ebenso und propagieren die heterosexuelle Kleinfamilie als Basis einer “gesunden” Gesellschaft. (3sat, 25.11.2019)

Foto: ZDF / Kobalt Productions

Österreich

61 % der Frauen und 50 % der Männer in Österreich klagen über große Müdigkeit. Immerhin 25 % davon konsultieren deswegen auch einen Arzt, obwohl der Müdigkeit oft ein Eisenmangel zu Grunde liegt, der einfach therapierbar wäre. Doch das Wissen darüber ist in der Bevölkerung gering. Entscheidend bei der Diagnose ist auch nicht – wie viele glauben – der Eisenwert im Blut, sondern der „Ferritinwert“. Ist der größer als 100, dann besteht kein Eisenmangel. (Österreichische Gesellschaft für ambulante Medizin, 25.11.2019)

Das tun die Österreicher bei latenter Müdigkeit. (Infografik: marketagent.com)

Die Pharmaindustrie ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für den Standort Österreich. Die Arzneimittelhersteller sind Garanten für Gesundheit, Wohlstand und Beschäftigung. Aktuell erwirtschaften Österreichs Pharmaunternehmen direkt rund 5 Mrd. E pro Jahr. Wenn man auch noch die vor- und nachgelagerten Bereiche einbezieht, ergibt sich sogar eine indirekte Wertschöpfung von etwa 10 Mrd. €. Damit leistet die Pharmaindustrie einen Beitrag von fast 3 % zum Bruttoinlandsprodukt Österreichs. Doch wenn auch bei günstigen Medikamenten weiter an der Preisschraube gedreht wird, ist eine konkurrenzfähige Produktion in Österreich nicht mehr möglich. (Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs, 25.11.2019)

In Österreich stellt die Pharmaindustrie derzeit etwa 18.000 Arbeitsplätze zur Verfügung, indirekt sind es sogar 64.000. (Pharmig, 25.11.2019)

Novartis und Sandoz erreichten 2018 mit ihren Produkten rund 5 Mio. Patienten in Österreich. Jeder von Novartis in Österreich investierte Euro generiert weitere 2 in der Gesamtwirtschaft. Die Novartis Austria GmbH ist eine 100%-Tochter der Novartis AG in Basel und beschäftigt aktuell 5.100 Mitarbeiter. (Novartis Austria GmbH, 25.11.2019)

Pressekonferenz von Novartis Austria u.a. mit Geschäftsführer Michael Kocher. (Foto: Novartis Pharma GmbH / APA-Fotoservice / Pichler)

Schweiz

Die vorausgesagte Trendwende im Schweizer Gesundheitswesen ist eingetroffen. Es findet eine Konsolidierung statt: Künftig wird es weniger Spitäler, aber mehr ambulante Gesundheitszentren geben. Die Ambulantisierung in der Akutsomatik, Psychiatrie, Rehabilitation und im Alters- und Pflegeheimmarkt wird weiter zunehmen. Zudem sind die Akutsomatik und Rehabilitation zu wenig rentabel, um Investitionen eigenständig und nachhaltig tragen zu können. Mit dem wirtschaftlichen Druck steigen auch die Ansprüche an die Finanzierung zusehends. Mit einer optimalen Struktur, effizienten digitalen Prozessen und gut ausgebildeten Mitarbeitern avanciert sie zum strategischen Businesspartner. (PwC Schweiz, 25.11.2019)

Infografik: PwC Schweiz

Derzeit findet in der Schweiz ein Wechsel von volumenorientierten Wachstumsstrategien zu qualitätsgetriebenen Strategien in integrierten Versorgungsräumen statt. Das ist dringend nötig, denn die Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen wird in Zukunft steigen. Ebenso die Gesundheitskosten, die ohne neue Ansätze weiter in Richtung 20 % des BIP voranschreiten werden. (PwC Schweiz, 25.11.2019)

Schreibe einen Kommentar