Schulmedizin aktuell am 22. Oktober 2019

Welt

Eine von der Bill & Melinda Gates Foundation finanzierte Studie in 195 Ländern deutet darauf hin, dass die globalen Sterberaten bei Bauchspeicheldrüsenkrebs und die Inzidenzraten von Dickdarmkrebs von 1990-2017 um jeweils 10 % gestiegen sind. Magenkrebs übrigens fiel von der weltweit zweithäufigsten Krebstodesursache auf Rang 3 zurück, hinter Lungen- und Dickdarmkrebs. (UEG Week Barcelona 2019 , 22.10.2019)

Eine Analyse von “Tinder”-Profilen in 16 Ländern ergab, dass die meisten Online-Dater auf der Suche nach One-Night-Stands aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen. Im internationalen Vergleich sprechen Franzosen mit großem Abstand am meisten über Hinterteile. Österreichische Online-Dater wiederum mögen am meisten große Brüste, während die dänischen Frauen am liebsten Männer mit Muskeln haben. (Onlinedating.de, 22.10.2019)

Infografik: Onlinedating.de

Europa

Europaweit wissen 63 % der Menschen, was ein Generikum ist. In Spanien und Italien sind es sogar 90 (!) % und in Deutschland 50 %. Doch immerhin 60 % in Deutschland kennen Probiotika, europaweit 64 %. Bei Biosimilars sind es 22 zu 19 %. … Vorsorgeuntersuchungen halten in Europa nur 39 % für wichtig. (STADA Arzneimittel AG, 22.10.2019)

Der digitale Gesundheitsmarkt in Europa wächst voraussichtlich bis 2025 auf rund 155 Mrd. €. Allein in Deutschland könnte das Marktvolumen von digitalen Gesundheitslösungen auf 38 Mrd. € ansteigen. Den größten Wachstumsschub erwarten die Gesundheitsmanager durch die digitale Krankheitsprävention und die KI-Diagnostik. Diese rasante Entwicklung der Gesundheitsbranche wird alle Marktakteure, Patienten, Ärzte, Krankenhäuser, Versicherungen und Pharmaunternehmen zum Umdenken zwingen. (Roland Berger, 22.10.2019)

Infografik: Roland Berger

Jährlich sterben in der EU mehr als 100.000 Menschen an arbeitsbedingten Krebserkrankungen. (Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit; 22.10.2019)

Deutschland

62 % der Deutschen vertrauen noch immer der klassischen Schulmedizin. Dabei erwarten die Patienten von ihren Ärzten neben medizinischem Fachwissen vor allem auch zwischenmenschliche Kompetenz. In puncto Wissen über Medikamente liegt die Bundesrepublik oft hinten im europäischen Vergleich, dafür wird die Vorsorge in Deutschland ernster genommen als in vielen anderen Ländern. … In der Apotheke möchten die Deutschen oft über Preise reden: 25 % fragen nach einem billigeren Medikament (in Europa 19 %) und nur 30 % möchten gezielt über die Wirkung des Präparats oder möglichen Nebenwirkungen (in Europa 39 %) informiert werden. (STADA Arzneimittel AG, 22.10.2019)

Das Umweltbundesamt hat in Deutschland zumindest 150 Arzneimittelwirkstoffe in “Oberflächengewässern” nachgewiesen. Warum es z.B. falsch ist, Medikamente ins Klo zu werfen, darüber informieren BKK VBU und Pro Generika in einer neuen Kampagne. (Pro Generika, 22.10.2019)

Bild: Pro Generika

Geburten, Krankheiten des Verdauungstraktes sowie Eingriffen zur Diagnose von Herzbeschwerden (in der Fachsprache “invasive kardiologische Diagnostik”) sind die häufigsten Gründe in Deutschland für einen Krankenhausaufenthalt. (Debeka Versicherungsgruppe, 22.10.2019)

Infografik: Debeka Versicherungsgruppe

Für 70 % der Deutschen kommen medizinische Spenden wie Samen, Urin, Stuhl, Eizellen, Muttermilch, Haar oder Gewebe nicht in Frage. (Fernarzt, 22.10.2019)

Österreich

Honorarnoten für Versicherte inländischer Privatversicherungen können in der Höhe anders ausfallen als jene für ausländische Selbstzahler. Darauf weist die Wiener Ärztekammer im Zuge der aktuellen Diskussionen rund um Rechnungen an Lungentransplantierte im Wiener AKH hin. Gleichzeitig warnt die Ärztekammer vor medialen Vorverurteilungen. (Ärztekammer Wien, 22.10.2019)

Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Komplikationen nach herzchirurgischen Eingriffen. 33 % der Patienten sind davon betroffen. Üblicherweise wird diese unerwünschte Nebenwirkung mit Symptomen wie Herzrasen, Schwindel, Kurzatmigkeit oder einem Engegefühl in der Brust mit teils schweren Medikamenten unterdrückt. (MedUni Wien, 22.10.2019)

Schweiz

“Herzinfarkt – kann man ihn vermeiden?” lautet der Titel eines öffentlichen Vortrags, der am 30.10.2019 im Auditorium Maximum der Universität St. Gallen stattfindet. Veranstalter sind die Schweizerische Herzstiftung und Zurich Heart House. (Universität St. Gallen, 22.10.2019)

In der Langzeitbetrachtung zeigt sich, dass das Sozialhilferisiko für Schweizer Städter bereits ab 46 Jahren deutlich zunimmt. So stieg die Sozialhilfequote der 46-55-Jährigen im vergangenen Jahrzehnt von 4,9 auf 5,7 % und der 56-64-Jährigen sogar massiv an – von 3,3 auf 4,8 %. Allerdings haben 54 % der Betroffenen keine Berufsausbildung. (Städteinitiative Sozialpolitik, 22.10.2019)

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