Schulmedizin aktuell am 22. Mai 2019

Welt

Auf biologischer Ebene geht das Altern mit einer Vielzahl kumulativer molekularer und zellulärer Schäden einher. Im Laufe der Zeit führen diese Schäden zu einer allmählichen Minderung der physiologischen Reserven, zu einer höheren Anfälligkeit für Krankheiten und zu einem Nachlassen der intrinsischen Kapazität des Individuums. Beim Altern entsteht also eine Vielzahl molekularer und zellulärer Schäden, die sich nach und nach ansammeln und mit der Zeit zu einer höheren Anfälligkeit für Alterskrankheiten führen. Diese Schäden entstehen u.a. auch durch den normalen Stoffwechsel, so dass man Alterskrankheiten durch eine gesunde Lebensweise, die gesunde Ernährung, Bewegung und Stressvermeidung beinhaltet, nur hinauszögern aber oft nicht vermeiden kann. (WHO Weltbericht 2016 über Altern und Gesundheit,  22.05.2019)

Bild: WHO

Europa

Fast alle Menschen leiden im Alter an mindestens einer Alterskrankheit. Dazu zählen Alzheimer, Schlaganfall, Herzinfarkt, Diabetes Typ 2, Makuladegeneration, Arthrose, Osteoporose und Parkinson. An Krebs erkranken über 33 % aller Frauen und ca. die Hälfte aller Männer im Laufe ihres Lebens. Die Partei für Gesundheitsforschung hat bei der EU-Wahl 2019 daher nur ein Thema: Sie setzt sich für mehr Forschung gegen Alterskrankheiten ein. Dazu sollen vom EU-Haushalt 30 Mrd. Euro pro Jahr zusätzlich in diesen Bereich investiert werden. (Partei für Gesundheitsforschung, 22.05.2019)

Der Art. 168 AEUV (Vertrag über die Arbeitsweise der EU) billigt der Gesundheitspolitik eine mitgliedsstaatliche Kompetenz zu, womit sie den Binnenmarktprinzipien – freier Verkehr von Waren, Kapital, Dienstleistungen und Personen – nicht ohne Weiteres unterworfen ist. Mit den “Kernpositionen der ABDA zur Europawahl 2019” haben Deutschlands Apotheker ihre Eckpunkte zur Europawahl bereits vorgelegt. Zu den 5 Kernpositionen gehören neben der Subsidiarität für die Gesundheitsversorgung auch der Erhalt der Freiberuflichkeit, der Patientenschutz, die Digitalisierung und die Verfügbarkeit von Arzneimitteln. Subsidiarität heißt, dass diejenige politische Ebene eine Aufgabe lösen soll, die am besten dazu geeignet und möglichst nah am Problem ist. Im Gesundheitswesen ist das der Mitgliedsstaat. (ABDA, 22.05.2019)

Laut einer Studie von A.T. Kearney naht in Europa das Ende der Fleischproduktion, wie sie bisher betrieben wurde. Schon 2040 werden nur mehr 40 % der konsumierten Fleischprodukte von Tieren stammen. Das bedeute u.a. auch ein Schrumpfen der Massentierhaltung mit all ihren Problemen. Zwar gehen die Experten von einem global insgesamt weiterhin wachsenden Fleischmarkt aus, allerdings verdrängen neue Fleischalternativen und kultiviertes Fleisch “normales” Fleisch. Neue, vegane Fleischalternativen und kultiviertes Fleisch würden dabei in vielerlei Hinsicht bestechen und könnten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und Ressourcenschutz beitragen. Ihre Konvertierungsrate von Pflanzenkalorien in Fleischkalorien ist rund 4 Mal besser als bei traditionellem Fleisch, weil ihre Herstellung deutlich zielgerichteter auf das Endprodukt Fleisch ausgelegt sowie mit weniger Energieverlust verbunden ist. (A.T. Kearney, 22.05.2019)

Infografik: A.T. Kearney

Deutschland

Die deutschen Krankenkassen hätten am liebsten eine innovative und qualitativ hochwertige Arzneimittelversorgung zu Generikapreisen. Doch mit den Erträgen der Medikamente von heute muss die Forschung von morgen finanziert werden.  Und statt darüber zu spekulieren, ob man sich therapeutische Innovationen leisten kann, sollten sich die Krankenkassen lieber überlegen, wie sehr sie den Generationenvertrag bei Arzneimitteln noch überreizen wollen. (Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie, 22.05.2019)

Foto: BPI

In der Firma etwas für die eigene Gesundheit zu tun, kann so einfach sein. Vorausgesetzt man trifft die richtige Entscheidung: Doch genau daran scheitert es häufig. In der Kantine wird die Currywurst dem Salat vorgezogen. Statt die Treppe zu nehmen, wird der Lift gewählt uvm. Die gesunde Entscheidung kostet etwas Überwindung. … Viele Firmen bieten ihren Mitarbeitern schon heute zahlreiche Angebote im Bereich der Betrieblichen Gesundheitsförderung an. Diese erfreuen sich auch großer Beliebtheit, allerdings verändern sie nicht automatisch das alltägliche Entscheidungsverhalten der Angestellten. (Initiative Gesundheit und Arbeit, 22.05.2019)

Der Rauchstopp senkt nicht nur das Herzinfarkt- und Lungenkrebsrisiko, sondern spart auch Arzneimittel. Raucher, die regelmäßig Medikamente einnehmen, brauchen nach einer Entwöhnung möglicherweise weniger davon – auch dann, wenn sie vorübergehend Nikotinersatzpräparate verwenden. Denn die polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe im Tabakrauch regen die Aktivität bestimmter Leberenzyme an, die u.a. Medikamente abbauen. Darum auch brauchen Raucher oft eine höhere Dosis Arzneimittel als Nicht-Raucher. Während der Entwöhnung geht die Enzymaktivität innerhalb weniger Wochen auf ein normales Maß zurück. Arzneistoffe werden wieder langsamer abgebaut – und können so verstärkt unerwünschte Nebenwirkungen verursachen. Dann ist auch bei Psychopharmaka, Antidiabetika und dem bronchienerweiternden Theophyllin die Gefahr von Überdosierungen und Nebenwirkungen besonders groß. Der behandelnde Arzt muss also über einen Rauchstopp unbedingt informiert werden. (Apotheken Umschau, 22.05.2019)

Niederlande

Etwa 500.000 Menschen in Deutschland leiden an Epilepsie. Etwa 33 % davon sind einem erhöhten Mortalitätsrisiko ausgesetzt, weil die Patienten nicht auf Medikamente ansprechen. Die häufigste Todesursache in dieser Gruppe ist der plötzliche Tod bei Epilepsie (SUDEP). Niederländische Wissenschaftler haben mit “NightWatch” ein spezielles Hightech-Oberarmband entwickelt, das bei schweren nächtlichen Epilepsieanfälle Betreuungspersonen zuverlässig alarmiert. So wird nicht nur das SUDEP-Risiko minimiert, auch Angehörige und Pflegepersonal werden deutlich entlastet. (LivAssured B.V., 22.05.2019)

Foto: LivAssured B.V.

Österreich

Klinische Studien bilden das Herzstück des medizinischen Fortschritts. viomedo ist die größte deutschsprachige Studien-Plattform und startet nun auch in Österreich. Mit an Bord beim Österreich-Start sind Pfizer Austria und Boehringer Ingelheim Regional Center Vienna. … In Österreich nehmen jährlich bis zu 6.000 Menschen an klinischen Studien teil. Der Großteil der aktuell laufenden klinischen Studien richtet sich gegen Krebserkrankungen, gefolgt von Herz-Kreislauf, dem Stoffwechsel, neurologischen und hämatologischen  Erkrankungen sowie Autoimmunerkrankungen. Seit Jahren gleich bleibt in Österreich die Anzahl an klinischen Medikamentenstudien. (viomedo UG, 22.05.2019)

Pressekonferenz u.a. mit viomedo-Gründer Alexander Puschilov. (Foto: viomedo)

Ursula Frohner, Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes, warnt vor einem dramatischen Pflegemangel. Einerseits würden die geburtenstarken Jahrgänge aus dem Beruf ausscheiden und andererseits die geburtenschwachen Jahrgänge zu arbeiten beginnen. Gleichzeitig aber steigt die Anzahl pflegebedürftiger Menschen stark an. (Vinzenz Gruppe Krankenhausbeteiligungs- und Management GmbH, 22.05.2019)

Die Wiener Ärztekammer fordert, dass Impfungen für das gesamte Gesundheitspersonal in Österreichs Spitälern zukünftig angeboten und auch vom Arbeitgeber bezahlt werden sollen – einschließlich Titerbestimmungen im Falle eines unklaren Impfstatus. Zudem fordert die Ärztekammer, dass in Krankenanstalten zukünftig nur mehr Personen aufgenommen werden dürfen, die einen vollständigen Impfstatus entsprechend den im österreichischen Impfplan empfohlenen Impfungen nachweisen können. Außerdem sollten auch alle freiberuflich tätigen Ärztinnen und Ärzte sowie das in den Ordinationen tätige Personal durch eine Verordnung der Ärztekammer zu Impfungen verpflichtet werden. (Wiener Ärztekammer, 22.05.2019)

Schmerzen, Gefühlsstörungen, Blasenschwäche, Fatigue, Konzentrationsstörungen, Einschränkungen der Sexualfunktion. All das sind Symptome von Multipler Sklerose, unter denen Betroffene leiden, die aber niemand sehen kann. Doch statt auf Hilfe und Unterstützung stoßen MS-Patienten immer wieder auf Unverständnis oder sogar abfällige Kommentare. Helfen können offene Gespräche – sowohl mit Neurologen als auch mit Patientenorganisationen wie der Österreichischen Multiple Sklerose Gesellschaft. Für fast alle Symptome gibt es gute Behandlungsstrategien. (Österreichische Multiple Sklerose Gesellschaft, 22.05.2019)

Unter Hidden MS werden Symptome zusammengefasst, die bei Multipler Sklerose nach außen hin nicht sichtbar sind und für die es häufig keinen einfachen diagnostischen Test gibt. So ein Symptom ist z.B. Fatigue. Diese vorzeitige körperliche oder geistige Ermüdung nimmt im Tagesverlauf und bei höheren Temperaturen zu. (Österreichischen Multiple Sklerose Gesellschaft, 22.05.2019)

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