Schulmedizin aktuell am 18. Oktober 2019

Welt

In “The Lancet”, einer der weltweit angesehensten Medizinzeitschriften, erschien eine wissenschaftliche Auswertung zu den weltweiten Ernährungsgewohnheiten, die als besonders sicher und vielversprechend zur Prävention von chronischen Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems, von Diabetes und Krebs beitragen können. Danach sollten besonders stärkehaltige Gemüse möglichst reduziert oder vermieden werden. Außerdem der Verzehr von Getreide-Produkten wie Brot, Nudeln und Kuchen, aber auch Kartoffeln, Reis, Mais und getrocknete Hülsenfrüchte. Sinnvoller seien dagegen nicht-stärkehaltige Gemüse wie grünes Blattgemüse, grüne Bohnen, Blumenkohl, Brokkoli, Chinakohl, Kohl, Karotten, Tomaten, Paprika, Zucchini, Lauch, Artischocken, Sellerie, Steckrüben und Kohlrabi. Vermehrt konsumiert sollte auch “fetter” Fisch und Obst werden. Hingegen sollte “rotes Fleisch” weniger gegessen werden. (BKK24, 18.10.2019)

Infolge von Osteoporose kommt es weltweit alle 3 Sekunden zu einer Fraktur. (The International Osteoporosis Foundation (IOF), 18.10.2019)

Infografik: IOF

Europa

Die Alterung der Bevölkerung ist ein Phänomen, das in aller Welt fast alle Industrieländer betrifft und Auswirkungen auf die meisten Aspekte des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens hat, darunter das Wohnen, die Gesundheitsversorgung, die Arbeitsmärkte, die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen sowie die Familienstrukturen und die Beziehungen zwischen den Generationen. Anfang 2019 waren 101,1 Mio. Menschen in der EU oder 20 % der Bevölkerung 65 Jahre und älter. Bis 2050 werden es 29 % sein. (Eurostat, 18.10.2019)

Bild: Eurostat

Deutschland

Pro Jahr erleiden 270.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Er ist noch immer die dritthäufigste Todesursache und der häufigste Grund für Behinderungen im Erwachsenenalter. Dabei wären 70 % aller Schlaganfälle wären vermeidbar – insbesondere durch mehr Bewegung. (Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, 18.10.2019)

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen hat das Potenzial, sowohl die Prozesse als auch grundsätzliche Prinzipien der gesundheitlichen Versorgung zu verändern. Diese Veränderungen werden aber nur dann zu Verbesserungen führen, wenn sie im Rahmen einer Gesamtstrategie für den Ausbau der Digitalisierung sowie einen Ordnungsrahmen, der politische, rechtliche und ethische Aspekte umfasst, eingebettet sind. (Bundesärztekammer, 18.10.2019)

Osteoporose wird oft erst nach dem ersten Knochenbruch entdeckt. Das ist zu spät, denn an den Folgen einer Hüftgelenk nahen, osteoporotischen Fraktur sterben innerhalb der ersten 6 Monate bis zu 25 % der Patienten, bei den über 80-Jährigen sind es sogar mehr als die Hälfte. Zudem ist der 1. osteoporotische Bruch für viele der Einstieg in die Pflegebedürftigkeit. In Deutschland leben etwa 6,3 Mio. Menschen mit der Erkrankung Osteoporose. (Amgen GmbH, 18.10.2019)

Infografik: Amgen GmbH

Osteoporotische Frakturen belasten das Gesundheitssystem und die deutsche Volkswirtschaft enorm. Bis 2025 werden die Gesamttherapiekosten voraussichtlich auf rund 11 Mrd. € anwachsen. (Amgen GmbH, 18.10.2019)

Österreich

In der Medizin wird oftmals ein medizinisches Problem isoliert betrachtet, doch beim 6. Pflegekongress zum Thema “Nebenwirkungen – Ein krankes Herz kommt selten allein!” war das anders. Es war ein Rundumblick auf zahlreiche, nicht ausschließlich medizinische Nebenwirkungen. … 90 % der österreichischen Diabetiker sind  wegen ihres Lebensstils Typ-2-Diabetiker, wovon 66 % auch an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung sterben. (ARGE Beste Gesundheit, 18.10.2019)

6. Pflegekongress in Groß Gerungs. (Foto: Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs)

Die Umsetzung der Forderungen der Bundeswettbewerbsbehörde hätte ein großflächiges Apothekensterben in Österreich zur Folge. Rund 600 der derzeit 1.372 öffentlichen Apotheken wären akut von der Schließung bedroht, verbunden mit einem Verlust von über 6.000 Arbeitsplätzen und über 400 Lehrstellen. Umgekehrt würde sich die Zahl der derzeit 887 ärztlichen Hausapotheken drastisch erhöhen, so dass das Verhältnis zwischen öffentlichen Apotheken und ärztlichen Hausapotheken völlig ins Gegenteil verkehrt würde. (Österreichische Apothekerkammer, 18.10.2019)

Das Lamentieren der Apothekerkammer über die berechtigte Forderung nach mehr ärztlichen Hausapotheken macht eines überdeutlich: Hier geht es einer Standesvertretung offensichtlich nicht um die bestmögliche Patientenversorgung, sondern primär um finanzielle Eigeninteressen. Vielmehr sind ärztliche Hausapotheken überall sinnvoll, weil Patienten beim niedergelassenen Arzt alles aus einer Hand bekommen und sich so weitere Wege ersparen. … In Österreich wurden in den vergangenen 10 Jahren 155 öffentliche Apotheken neu eröffnet, jedoch gingen in den letzten 20 Jahren über 100 ärztliche Hausapotheken verloren – heute gibt es nur noch rund 840. Gemeinden mit bis zu 4.500 Einwohnern sind das Haupteinsatzgebiet für Hausapotheken. Die Politik sollte die BWB-Empfehlung zügig umsetzen. Österreich braucht ein neues, rundum überarbeitetes Apothekengesetz, dass den neuen Strukturen gerecht wird. (Österreichische Ärztekammer, 18.10.2019)

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