Schulmedizin aktuell am 17. Oktober 2019

Europa

Im Rahmen des europäischen FOOD-Programms werden seit 2012 jedes Jahr Arbeitnehmer und Restaurantbesitzer zum Thema gesunde Ernährung und Essen im Arbeitsalltag befragt. 2019 haben sich daran 47.109 Mitarbeiter und 1.768 Restaurant-Partner in 10 europäischen Ländern (ohne Deutschland) beteiligt. Einige Ergebnisse: 71 % der Beschäftigten halten Mittagspause. Dabei verlassen nur 23 % das Firmengelände. Beim Mittagessen in einem Restaurant ist für 40 % der Europäer der Preis entscheidend, doch sind zugleich 65% der Arbeitnehmer überzeugt, dass neue Technologien sie dabei unterstützen können, sich ausgewogener zu ernähren. Derzeit sind aber nur 16 % der Restaurantbesitzer auch überzeugt, dass die Gäste gesunde und ausgewogene Mahlzeiten erkennen und schätzen. (Edenred Austria GmbH, 17.10.2019)

Infografik: Edenred Austria GmbH

Deutschland

Am 17. Okt. 2019 jährt sich zum 1. Mal der Patentablauf des weltweit umsatzstärksten Medikaments “Humira” mit dem Wirkstoff Adalimumab. Seither kamen 5 Biosimilars mit demselben Wirkstoff auf den Markt – und schrieben eine Erfolgsgeschichte. Den Anfang machten nach dem Patentablauf gleich Biogen/Samsung Bioepis mit “Imraldi”, Hexal/Sandoz mit “Hyrimoz” und Amgen mit “Amgevita”. Später kamen dann noch Mylan mit “Hulio” und Fresenius Kabi mit “Idacio” hinzu. Das hat den Markt auch in Deutschland radikal verändert. So beträgt der Anteil der Biosimilars bei Adalimumab fast 50 %. Der Listenpreis für sämtliche verfügbaren Biosimilars liegt rund 40 % unter dem des Originals und noch dazu spart das Gesundheitssystem Hunderte Millionen €. Das ist der Durchbruch für die Biosimilars. So schnell und so gut wie bei Adalimumab sind Nachfolgeprodukte eines Originalmedikaments noch nie in der Versorgung der Patienten angekommen. (Pro Generika, 17.10.2019)

Die Kindheit in Deutschland war früher unbeschwerter. Davon sind 67 % der Bundesbürger überzeugt. (Dr. C. Soldan, 17.10.2019)

Infografik: Dr. C. Soldan

Österreich

Forschungs- und Innovationsfreundlichkeit ist üblicherweise Teil der Kultur eines Landes. Wenn man diese Haltung in der Gesellschaft haben will, muss man die Rahmenbedingungen dafür schaffen – für die Grundlagenforschung, für die angewandte Forschung – und nicht zuletzt für den Markt. Denn wenn es keinen Markt für Innovationen gibt, wenden sich Innovatoren ab. Dieses Verständnis vermisst man in Österreich. (Medizinischen Universitätsklinik Salzburg, 17.10.2019)

Future Health & Science Talk 2.0. in Wien u.a. mit US-Botschafter Trevor D. Traina. (Foto: Gilead Sciences GmbH / APA-Fotoservice / Hörmandinger)

Genetische Analysen sind in der modernen Medizin ein wesentlicher Bestandteil der Diagnostik und Therapie der jeweiligen Erkrankung geworden. Wurde früher bei einer Erkrankung ein Gen näher untersucht, so werden mittlerweile hunderte Gene bei einer Analyse miteinbezogen. Daraus hat sich die “Präzisionsmedizin” entwickelt, die eine fundierte molekulargenetische Diagnose bedingt. Bei der Interpretation der komplexen Daten aus der umfassenden molekularen Analytik muss der behandelnde Arzt aber durch Genetiker unterstützt werden. (Ordensklinikum Linz – Barmherzige Schwestern Elisabethinen, 17.10.2019)

Die Anzahl der invasiven Pneumokokken-Erkrankungen in Österreich  ist auch 2018 weiter angestiegen. 2018 sind daran 611 Personen erkrankt und rund 8 % sogar verstorben. Das geht aus dem Jahresbericht der Nationalen Referenzzentrale für Pneumokokken hervor. Dennoch ist die Impfbereitschaft nur etwa 15 % weiterhin sehr gering. (Österreichischer Verband der Impfstoffhersteller, 17.10.2019)

Infografik: Nationale Referenzzentrale für Pneumokokken

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