Schulmedizin aktuell am 14. Oktober 2019

Welt

Weltweit steigen die Infektionen mit Masern. Die WHO rät daher zu Impfungen. Doch um Masern auszurotten, müssten 95 % der Bevölkerung geimpft werden. Ein Impfzwang ist auch deshalb umstritten, weil Impfgegner behaupten, die Impfung gegen Masern wäre gefährlicher als die Krankheit selbst. (ZDF, 14.10.2019)

Deutschland

Der Mensch kann die UV-Strahlen mit seinen Sinnen nicht wahrnehmen. Treffen sie auf die Haut, schädigen diese in Sekundenschnelle das Erbgut der Hautzellen. Gleichzeitig aber setzt die UV-Strahlung einen ausgeklügelten körpereigenen Schutz- und Reparaturmechanismus in Gang: Als unmittelbare Reaktion wird das dunkle Farbpigment Melanin gebildet. Dieses legt sich wie ein Sonnenschirm über die Zellkerne und schützt so in gewissem Umfang das Erbgut vor krebserregender UV-Strahlung. Als sichtbarer Nebeneffekt dieses “interzellulären” Kraftakts bräunt die Haut. Sie zeigt damit eine hohe UV-Belastung an. Gegen diese Belastung ist der Körper mittels Bräune allerdings nur bedingt gewappnet, denn der körpereigene Schutz entspricht maximal nur einem Lichtschutzfaktor von 4. Der Körper kann prinzipiell entstandene Erbgutschäden in den Zellen reparieren oder geschädigte Zellen abstoßen. (Krebshilfe Deutschland, 14.10.2019)

Infografik: DKFZ in der Helmholtz-Gemeinschaft

Was ist ein Biosimilar und wie entlastet es das Gesundheitssystem ? Fragen wie diese beantwortet die Arbeitsgemeinschaft Pro Biosimilars im aktuellen Handbuch “Biosimilars 2019. Die überarbeitete Neuauflage beinhaltet eine umfassende Darstellung der Biosimilars, deren Herstellung und Zulassung aus pharmazeutischer Sicht. Sie liefert zudem einen Überblick über die Entwicklung der Biosimilars in den vergangenen Jahren. In der diesjährigen Ausgabe spielt auch die Relevanz des Arzt-Patienten-Kontakts für den Therapieerfolg mit einem Biosimilar eine zentrale Rolle. Außerdem werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie man Biosimilars zukünftig fördern und noch stärker in die Versorgung bringen kann, um zur nachhaltigen Finanzierbarkeit des Gesundheitssystems beizutragen. (Pro Generika, 14.10.2019)

Infografik: Pro Generika e.V.

Sodbrennen gilt als Symptom der sog. Reflux-Krankheit. Die Beschwerden entstehen, weil Magensaft in die Speiseröhre gelangt. Das passiert, wenn der Schließmuskel zwischen Mageneingang und Speiseröhre nicht richtig funktioniert. Gegen Sodbrennen werden oft Magensäureblocker verordnet. Solche Protonenpumpeninhibitoren sind für die dauerhafte Einnahme gedacht und bergen einige Risiken. Sie sollten daher keinesfalls routinemäßig geschluckt. (HausArzt, 14.10.2019)

Rund 33 % der deutschen Paare bis 60 haben einen unerfüllten Kinderwunsch. Ob IUI, IVF oder ICSI – es gibt viele Methoden der künstlichen Befruchtung. Doch alle sind teuer. Deswegen haben der Bund und 9 Bundesländer ihre Bezuschussung erhöht. Und immerhin lassen sich bestimmte Kosten der Kinderwunschbehandlung von der Steuer absetzen. (Vereinigte Lohnsteuerhilfe, 14.10.2019)

Infografik: Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V.

Die gängisten Methoden für eine künstliche Befruchtung sind: Die Insemination (IUI) steht für die Samenübertragung direkt in die Gebärmutter. Kostenpunkt ab 100 € zuzüglich Kosten für Medikamente. Die In-Vitro-Fertilisation (IVF) ist eine Befruchtung im Reagenzglas. Kostenpunkt rund 1.500 € inkl. Medikamente. Und bei der Intracytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) wird das Spermium des Mannes direkt in das Zytoplasma einer Eizelle gespritzt. Kostenpunkt rund 1.800 € inkl. Medikamente. (Vereinigte Lohnsteuerhilfe, 14.10.2019)

Österreich

Die Anästhesie kann weit mehr als Patienten in Narkose versetzen. So stellt etwa der Wunsch nach rascher Genesung auch während und nach der Operation eine Forderung an die Anästhesisten dar. Dazu werden die Gehirn- und Nervenströme während des Eingriffs gemessen und ganz individuell die Narkosetiefe festgelegt. Zusammen mit einer individuellen Schmerztherapie treten dann Verwirrtheitszustände nach der Narkose milder auf und tragen wesentlich zum schnellen Gesundwerden bei. (Akademie SanktVinzenzStiftung, 14.10.2019)

Anästhesie Kongress 2019 in Wien u.a. mit Kongresspräsident Prof. Dr. Gerhard Redl. (Foto: Orthopädisches Spital Speising / Vinzenz Gruppe)

Spitalsärzte in Österreich leiden unter Personalknappheit und Gewalt, zudem gibt es nicht genug Dokumentationsassistenten zur Entlastung von Bürokratie. (Österreichische Ärztekammer, 14.10.2019)

In Österreich haben sich die 3 wichtigsten Selbsthilfevereine für Diabetes unter dem Namen “wir sind diabetes” zusammengeschlossen. Die Patientenorganisationen wollen sich dadurch künftig mehr Gehör verschaffen und strategisch wichtige Ziele gemeinsam verfolgen. (wir sind diabetes – Dachorganisation der Diabetes-Selbsthilfe Österreich, 14.10.2019)

In den Wiener Spitälern herrscht ein dramatischer Mangel an Ärzten und Pflegekräften. (Ärztekammer Wien, 14.10.2019)

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