Schulmedizin aktuell am 14. Juni 2019

Deutschland

Während gut abgegrenzte Lebertumore operativ entfernt werden können, werden große oder verstreute Herde üblicherweise mit einer intravenös gegebenen Chemotherapie behandelt. Allerdings kommt es vor, dass Tumore oder Metastasen nicht operabel sind und auch nicht gut auf eine Chemotherapie ansprechen. Genau dann kann die Chemosaturation eine Behandlungsmöglichkeit, denn dabei kann eine wesentlich höhere Dosierung eingesetzt werden, da die Therapie nur auf die Leber begrenzt wirkt und danach über ein spezielles Filtersystem wieder abgesaugt wird. Patienten, die unter einer Tumorerkrankung des Auges (Aderhautmeanom) leiden, werden regelmäßig so behandelt, wenn dieser Tumor Metastasen in der Leber bildet – auch beim Gallengangskarzinom. Bei der Chemosaturation führt der Operateur einen Katheter in die untere Hohlvene ein, der mit 2 Ballons versehen ist, die die Lebervenen verschließen. Dadurch wird die Leber vom restlichen Blutkreislauf isoliert. Über einen weiteren Katheter in der Leberarterie gelangt dann das Chemotherapeutikum in das Organ. Während der eigentlichen Therapie, die eine knappe Stunde dauert, wird das gesättigte – also saturierte – Blut außerhalb des Körpers gefiltert und anschließend zurück in den Blutkreislauf geleitet. (Asklepios Kliniken, 14.06.2019)

Jeder kann singen – und selbst wer nicht jeden Ton trifft, profitiert von den positiven Auswirkungen von Gesang auf Körper und Seele. Damit die Stimme bei jedem Song geschmeidig bleibt, setzen Profis und Hobby-Sänger auf GeloRevoice Halstabletten zum Befeuchten der Schleimhäute in Mund und Rachen. … Trockene und gereizte Schleimhäute verursachen Halskratzen, Hustenreiz, Heiserkeit oder ein Räusperbedürfnis – für ausdauerndes Singen und eine geschmeidige Stimme ist also die Befeuchtung der Schleimhäute in Mund und Rachen unverzichtbar. Deswegen ist es sinnvoll, vor und während des Singens ausreichend Wasser zu trinken. (G. Pohl Boskamp GmbH, 14.06.2019)

Bei leichten Menstruationsbeschwerden können auch pflanzliche Mittel Abhilfe schaffen. Mönchspfeffer etwa greift in den hormonellen Regulationsmechanismus ein. Eine Wirkung auf die Hypophyse und den Hormonhaushalt ist durch Studien belegt. Je nach Dosis verändern die Inhaltsstoffe der Pflanzen die Produktion von Prolaktin und Östrogen. (Apotheken Umschau, 14.06.2019)

Österreich

Österreichische Ärztekammer beschließt neue Notarztausbildung, deren Kostenübernahme müsse aber von den Ländern bzw. Krankenanstaltenträgern gesichert sein. Die neue Ausbildung beinhaltet – statt eines Kurses – nunmehr eine mindestens 33 Monate spitalsgebundene Ausbildung mit exakt definierten und zu erlernenden Fertigkeiten. Daran schließen sich ein Lehrgang mit 80 Stunden (bisher 60) an sowie 20 supervidierte Notarzteinsätze. Abgeschlossenen wird die Ausbildung mit einer bundesweit einheitlichen Prüfung. (Österreichische Ärztekammer, 14.06.2019)

Das Kurhaus Marienkron in Österreich wiedereröffnet als Zentrum für Darm und Gesundheit, denn Gesundheit beginnt im Darm. Dieser Fokus ist laut der neuen Leitung nicht nur in Österreich einzigartig, sondern auch im gesamten deutschsprachigen Raum. (Kurhaus Marienkron GmbH, 14.06.2019)

Das “neue” Kurhaus Marienkron hat sich der Darmgesundheit verschrieben. (Foto: Kurhaus Marienkron GmbH / APA-Fotoservice / Hautzinger)

Im Orthopädischen Spital Speising werden seit kurzem ausnahmslos alle künstlichen Schultergelenke mittels Computer und 3D-Modellen geplant und implantiert. Damit bekommt jeder Patient eine maßgeschneiderte Schulter. Die Operationszeit ist durch die Vorab-Planung kürzer, was wiederum die Anästhesiedauer und den damit verbundenen Blutverlust reduziert. (Orthopädisches Spital Speising GmbH, 14.06.2019)

Dr. Alexandra Pokorny-Olsen ist “Spezailteamleiterin Schulterchirurgie” im Orthopädischen Spital Speising. (Foto: Orthopädisches Spital Speising / Kawka)

Österreichische Forscher haben untersucht, wie die zum Immunsystem gehörenden Monozyten (eine Unterform der weißen Blutkörperchen) im Stressfall reagieren. Dabei schnüren Monozyten Teile ihrer Zellmembran in Form von sog. Mikrovesikeln ab. Diese Mikrovesikel können Alarmsignale zu anderen Zellen versenden. Ein Teil dieser Mikrovesikel enthält Mitochondrien, die normalerweise ein wichtiger Bestandteil von Zellen sind. Aber im Vergleich zu herkömmlichen Mitochondrien haben diese von gestressten Monozyten freigesetzten Mitochondrien ein sehr hohes Potenzial, Entzündungen auszulösen. (MedUni Wien, 14.06.2019)

Zwei Faktoren machen die “Stress-Mitochondrien” der Monozyten gefährlich. Der mit ihnen verbundene Tumornekrosefaktor (Signalstoff des Immunsystems) und die veränderte mitochondriale RNS (Ribonukleinsäure). Über diese beiden Faktoren lösen „Stress-Mitochondrien“ jeweils Tumornekrosefaktor und Typ 1 Interferon Signalwege in Empfängerzellen aus. Das sind 2 der wichtigsten Signalwege in chronischen, entzündlichen Erkrankungen. Doch nun würden 2 Therapieansätze möglich. So könnte man zum einen durch Stimulierung des Immunsystems den Abbau der freigesetzten Mitochondrien gezielt (z.B. durch Antikörper) fördern und dadurch deren Aktivität im Blut reduzieren. Zum anderen könnte ein besseres Verständnis der Mechanismen, die zum Absetzen dieser Mitochondrien führen, dabei helfen, Moleküle zu finden, die genau das verhindern. (MedUni Wien, 14.06.2019)

Schweiz

Bluthochdruck ist ein Volksleiden: Bei geschätzt 25 % der Schweizer Bürger ist der Blutdruck erhöht. Viele Betroffene wissen dies jedoch nicht, denn Bluthochdruck verursacht keine Beschwerden. Den größten Einfluss auf die Herzgesundheit haben Stress, Bewegung und Ernährung. Hier setzt die Sanitas Coach App an: Ihr Herzstück ist ein lernfähiger Chatbot. (Sanitas Krankenversicherung, 14.06.2019)

Bild: Sanitas Krankenversicherung

Um diese Beziehungen für die Öffentlichkeit transparenter zu gestalten, hat scienceindustries gestützt auf den “Disclosure Code” der European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations in der Schweiz EFPIA, in Abstimmung mit weiteren Schweizer Pharmaverbänden, den Pharma-Kooperations-Kodex (PKK) verabschiedet, welchen rund 60 Pharmaunternehmen unterzeichnet haben. Gemessen am Umsatz decken diese schätzungsweise rund 85 % des gesamten Schweizer Marktes für verschreibungspflichtige Medikamente ab. Der PKK schreibt vor, dass Pharmaunternehmen ihre Zusammenarbeit mit Fachpersonen und Gesundheitsorganisationen vertraglich regeln müssen. Die Abgeltung solcher Dienstleistungen haben Pharmafirmen jeweils jährlich offenzulegen. (Scienceindustries, 14.06.2019)

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