Schulmedizin aktuell am 12. August 2019

Europa

Psychische Erkrankungen wie Burnout entwickeln sich in Europa mehr und mehr zu Volkskrankheiten. So sagen 72 % der Russen, 66 % der Serben und 62 % der Polen, dass sie schon derartige Probleme hatten. Belgier, Briten, Spanier und Italiener sind ähnlich oft betroffen wie Deutsche – zwischen 49 und 52 %. Am seltensten ist Burnout mit 44 % in Frankreich. (Stada Arzneimittel AG, 12.08.2019)

Bild: Stada Arzneimittel AG

19 % der Deutschen waren bereits bei einem Psychiater oder Psychologen. Damit ist Deutschland europaweit Spitzenreiter. Nur noch Belgien (16 %) und Spanien (15 %) weisen ähnlich hohe Werte auf. (Stada Arzneimittel AG, 12.08.2019)

Deutschland

Beim einem genaueren Blick auf Deutschland zeigt sich, dass Geschiedene (25 %) und Singles (23 %) viel häufiger zu Psychologen gehen als Verheiratete (15 %). Das gilt auch für Geringverdienende: 30 % der Menschen mit einem Nettoeinkommen von unter 1.500 € waren bereits beim “Psycho-Doc”. (Stada Arzneimittel AG, 12.08.2019)

Die Reform der Notfallversorgung in Deutschland ist überfällig und wird vom VLK grundsätzlich begrüßt. Aber jetzt mischen sich Bestrebungen zur Angebotsverknappung unter die im Prinzip guten Vorschläge. Die Absicht, Notfallleistungen an Kliniken ohne Interdisziplinäre Notfallzentren (INZ) mit einem Abschlag von 50 % zu “honorieren”, ist nicht zu akzeptieren. Ebenso wenig der Versuch, die Entscheidung über eine medizinisch notwendige stationäre Aufnahme auf Standorte mit INZ zu begrenzen. Alle Häuser, die nach den neuen Richtlinien als Notfall-Krankenhäuser anerkannt sind, müssen an der Versorgung ohne Abschläge teilnehmen. Sonst droht durch diesen Eingriff in die flächendeckende, wohnortnahe Versorgung ein logistisches Chaos mit drastischer Zunahme von Krankentransporten zu INZ’s und dann zurück zur stationären Aufnahme ins nächstgelegene Krankenhaus. Dies muss bei den kommenden Beratungen mit den Bundesländern zur Notfallversorgung dringend korrigiert werden. (Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands, 12.08.2019)

Der AOK-Bundesverband und das Göttinger aQua-Institut haben ihr Qualitätsindikatorensystem für die ambulante Versorgung (QISA) umfassend aktualisiert. Im ersten Schritt sind die vier QISA-Bände zu Asthma bronchiale und COPD, Diabetes mellitus Typ 2, Koronarer Herzkrankheit sowie zur Pharmakotherapie auf den aktuellen Stand der Wissenschaft gebracht worden. Dazu haben die Autoren nationale und internationale Leitlinien geprüft und die Indikatoren – wo notwendig – modifiziert oder neu formuliert. So wurde etwa das Intervall für die augenärztliche Kontrolluntersuchung bei Diabetikern angepasst. (AOK-Bundesverband, 12.08.2019)

Das Qualitätsindikatorensystem QISA ist das Produkt einer langjährigen Zusammenarbeit zwischen AOK-Bundesverband und dem Göttinger Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen (aQua). Es umfasst über 130 sorgfältig begründete Qualitätsindikatoren, die Qualität in der Arztpraxis messbar machen und die Bewertung der ambulanten Versorgung in ihrer ganzen Breite ermöglichen. Es beleuchtet in erster Linie Aspekte der hausärztlichen Grundversorgung, aber auch Themen der Spezialversorgung durch Fachärzte. Die QISA-Indikatoren werden außerdem in der Versorgungsforschung oder zur Evaluation von Versorgungsmodellen genutzt. (AOK-Bundesverband, 12.08.2019)

Zu viel Datenschutz gefährdet die Gesundheit. (Clutch Magazin, 12.08.2019)

Bei Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 18 Jahren wird immer häufiger eine Depression diagnostiziert. Von 2005 bis 2017 hat sich deren Zahl mehr als verdoppelt. Bei Mädchen wird fast doppelt so oft eine Depression diagnostiziert wie bei Jungen. (Norddeutscher Rundfunk, 12.08.2019)

Österreich

Menschen mit HIV haben eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, im Laufe ihres Lebens auch andere Krankheiten zu entwickeln. Das ergab eine internationale Analyse von über 3.000 Studien zum Thema HIV. Ganz eindeutig zählen dazu folgende 8 Krankheiten: COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung), Atemnot, Husten, Anämie (Blutarmut), mütterliche Sepsis, Schwangerschaft bedingte Mortalität sowie Knochenfrakturen und ischämische Herzkrankheit. (MedUni Wien, 12.08.2019)

Schweiz

Die Kniearthrose ist eine weit verbreitete Arthroseform und betrifft in der Schweiz 30-60 % der über 60-Jährigen.Die Schmerzen werden durch die Knochenhaut, die Gelenkkapsel, deren Innenhaut sowie weitere Weichteile verursacht, da diese über zahlreiche Schmerzrezeptoren verfügen. Um die Gelenke gesund zu halten, ist regelmäßige Bewegung wichtig. Die Rheumaliga empfiehlt Gelenk schonende Bewegungsformen wie Gehen, Wandern, Nordic Walking, Radfahren oder Aquafit. Übungen aus der Physiotherapie haben sich als besonders wirksam erwiesen. Dieser Ansatz wird deshalb international als erste Wahl gegen Arthrose empfohlen. (Rheumaliga Schweiz, 12.08.2019)

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