Optimale Händehygiene senkt Infektionsrisiko um 30 %

Obwohl Österreich eines der wenigen europäischen Länder ist, das die Krankenhaushygiene im Bundesgesetz festgeschrieben hat, liege man europaweit etwa bei der Beachtung der Händehygiene in den heimischen Krankenhäusern derzeit nur im Mittelfeld. „Wir haben generell verlernt, in unseren Handlungen und Abläufen hygienisch zu denken“, moniert Elisabeth Presterl, Leiterin der Universitätsklinik für Krankenhaushygiene und Infektionskontrolle von MedUni Wien und AKH Wien anlässlich des am 5. Mai bevorstehenden Welttags der Händehygiene.

Symposium zum Tag der Händehygiene am 5. Mai im BM für Gesundheit und Frauen. (Foto: MHJ)

„Eine optimale Händehygiene senkt das Infektionsrisiko um 30 % – und das mit einer einfachen und sehr kurzen Tätigkeit, so die Expertin. Händehygiene sei simpel, dauere weniger als 30 Sekunden und könne Leben retten. „Durch die steigende Zahl von multiresistenten Krankheitserregern muss immer wieder an die Prävention einer Übertragung von Infektionen und deren Erregern erinnert werden“, so Presterl. Internationale Studien hätten gezeigt, dass schon bei einem Anstieg der Händedesinfektionsrate von 48 auf 66 % eine Reduktion der Infektionen von 17 auf 10 % folgt.

Die Umsetzung der Händehygiene wird im AKH Wien und an der MedUni Wien seit einigen Jahren mit der „Reine-Hände-retten-Leben“-Kampagne begleitet – mit Erfolg: „Die Händehygiene-Beachtung konnte um mehr als 10 % gesteigert werden.“ Dabei würden die 5 Momente der Händehygiene/-desinfektion in Erinnerung gerufen: (1.) vor Patientenkontakt, (2.) vor einer aseptischen Tätigkeit, (3.) nach Kontakt mit potenziell infektiösem Material, (4.) nach Patientenkontakt und (5.) nach Kontakt mit der unmittelbaren Umgebung der Patienten.

Schreibe einen Kommentar