Österreichs Ganzheitsmedizin für “friedvolles Miteinander” mit Schulmedizin

Am 11. Juli 2018 findet der 1. Österreichische Tag der Ganzheitsmedizin statt. Und das solle ab jetzt zur Gewohnheit werden – an jedem 2. Mittwoch im Juli, so der Österreichische Dachverband der ärztlichen Ganzheitsmedizin in einer Pressekonferenz. Der 22 Mitglieder zählenden (Berufs-)Vereinigung möchte man dazu auch noch einiges Mehr an Professionalität wünschen …

Pressekonferenz des Österreichischen Dachverbandes der Ganzheitsmedizin u.a. mit Dr. Karin Stockert, Präsidentin der Gesellschaft für Akupunktur. (Foto: MHJ)

Das beginnt schon beim Namen. Zur Pressekonferenz eingeladen wurde unter dem Titel „Ganzheitsmedizin“, doch dann war fast nur von „Komplementärmedizin“ die Rede. Auf die Bitte vom Molner Health Center um eine Klarstellung, meinte Dachverbandspräsident Michael Frass: „Eigentlich bin ich für den Begriff Medizin, aber bleiben wir bei Ganzheitsmedizin.“ Diese habe dann auch den ganzen Menschen im Blick „und nicht nur einzelne Organe“.

Das sei, so Frass, auch der Unterschied zur Schulmedzin, die er lieber “Konventionelle Medizin” nennen wolle. „Die Ganzheitsmedizin behandelt kranke Menschen und nicht Krankheiten.“ Zudem würden ihre Akteure mehr Wert auf Qualität als auf Quantität legen. Für den Verbandspräsidenten sei jedenfalls „die Gesundheit unser Ziel und ein friedvolles Miteinander mit der Konventionellen Medizin“. Abgesehen davon wünsche man sich die Einbindung in das bezahlte Gesundheitssystem und mehr als nur 1 Professorenstelle in ganz Österreich.

Dr. Jürgen Molner (Molner Health Center) neben Dr. Renate Lessky-Höhl (Springer Medizin) bei der Pressekonferenz … (Foto: B&K / APA-Fotoservoce / Reither)

Der 1. Österreichische Tag der Ganzheitsmedizin, der übrigens nur so heißt, soll in der Bevölkerung das Wissen steigern, Grundlagen erklären wie auch die Möglichkeiten und Grenzen aufzeigen. „Die Komplementärmedizin bedient sich weltweit hunderter Methoden, ist sehr effizient, kostengünstig und nebenwirkungsarm“, betont der Universitätsprofessor. „Die unbestrittenen Erfolge der Schulmedizin reichen den Patienten aber nicht.“ Die würden sich bei chronischen Erkrankungen und zur Prävention auch die Komplementärmedizin wünschen.

Laut Frass mache “der individuelle Zugang der Komplementärmedizin” Studien schwierig und zudem wisse man oft nicht, warum etwas funktioniert, aber letztlich gebe es die Erfolge. Schließlich habe in Österreich jeder Ganzheitsmediziner zuerst Medizin studiert und dann eine fachspezifische Weiterbildung vollzogen.  Da ist es dann – mit verlaub – schon merkwürdig, dass man im Dachverband die kürzlich proklamierte Austrian Health Academy nicht kennt und dass die “TCM” noch immer “bei der Akupunktur” mitläuft …

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