Österreicher jährlich fast 2 Wochen im Krankenstand – 1 % BIP

Laut Fehlzeitenreport 2016 des WIFO im Auftrag von Hauptverband, WKO und AK waren Österreichs unselbständig Beschäftigte 2015 im Schnitt 12,7 Tage im Krankenstand und damit um 2,5 % mehr als 2014. Dies entspricht einem Verlust an Jahresarbeitstagen von 3,5 %. Dabei dauerten fast 39 % aller Krankenstände weniger als 4 Tage. Deren Gewicht, so das WIFO, ist allerdings mit nur 8 % aller krankheitsbedingten Fehlzeiten gering. Und während nur 12,5 % der Krankenstände länger als 2 Wochen dauern, würden diese dennoch knapp 60 % der Fehlzeiten ausmachen. Langfristig gesehen sei das heimische Krankenstandsniveau “derzeit vergleichsweise niedrig”.

Lisa Brunner vom Institut für Suchtprävention und Ulrike Rabmer-Koller vom Hauptverband neben weiteren Experten bei der Präsentation des Fehlzeitenreports 2016. (Foto: Hauptverband / APA / Roßboth)

Laut WIFO wandelt sich das Bild der wichtigsten Krankenstands-ursachen im Laufe der Zeit. Derzeit ergebe sich bei psychischen Erkrankungen „ein klarer Aufwärtstrend“. Und, was so schon bekannt ist, treten ältere Arbeitskräfte sogar seltener als die Jungen einen Krankenstand an, fehlen dann jedoch länger am Arbeitsplatz. Wie die Krankenstandsquoten nach Alter überhaupt einem leichten “U” folgen würden: Jugendliche bis 20 Jahren seien vergleichsweise oft krank, zwischen 25 und 39 Jahren am wenigsten und ab 40 Jahren dann wieder öfter mit dem Höhepunkt von 60-64.

Bundesbeamte wiederum lieben Kurzkrankenstände und sind hierzulande um gut 9 % öfter „krank“ als die Arbeiter und Angestellten der Privatwirtschaft. Verglichen nur mit den Angestellten seien es sogar 20 %. „Beim Bundespersonal fällt zudem pro Kopf eine deutlich höhere Anzahl an Kurzkrankenständen auf als bei den ASVG-Versicherten“, monieren die Experten des WIFO. Im Schnitt war 2014 jeder Bundesbedienstete 2,5 Arbeitstage im Krankenstand, in der Privatwirtschaft war es nur 1 Tag. Und auch regional sei die Krankenstandquote sehr unterschiedlich.

Salzburger am gesündesten

Während Salzburg mit 10,4 Tagen nun schon seit Jahren die geringsten Fehlzeiten aufweist, kommt man in Niederösterreich sogar auf 2 Wochen. Dahinter liegen Oberösterreich (13,2 Tage) und Wien mit 13 Tagen. „Krankenstände stellen nicht nur für die Beschäftigten eine Belastung dar, sondern auch für die Betriebe und die Volkswirtschaft“, unterstreichen die Studienexperten. So hätten die Arbeitgeber 2014 in Summe 2,7 Mrd. € an Entgeltfortzahlungen geleistet und weitere 674 Mio. € wurden von den Sozialversicherern ausbezahlt – in Summe 3,4 Mrd. € oder 1 % des BIP.

Schreibe einen Kommentar