Österreich Meister der Reparaturmedizin – „Man wird alt, aber nicht gesund!“

„Die Zukunft des Spitalswesens: Im Spannungsfeld zwischen Kosten-effizienz, Patientenwohl und Ethik“, lautete das Thema einer Diskussionsrunde des Arzneimittelgroßhandels und Medizinprodukte-handels der Wiener Wirtschaftskammer und das Fazit der Veranstaltung: Österreich ist Meister der Reparaturmedizin. Das heimische Gesundheitssystem sei zu komplex und zu schwerfällig geworden. Nötig sei daher „ein ganzheitliches Konzept im Sinne der Patienten“ (Zitat Zielinski) und „das Bewusstsein für ein gesundes Leben“ müsste schon im Kindergarten beginnen (Zitat van Melle).

“Auch ohne die AUVA geht es nicht”, betonte deren Obmann DDr. Anton Ofner bei einer Pressekonferenz im Februar. (Foto: AUVA / APA / Hautzinger)

„In Österreich wird man alt, aber nicht gesund“, sagte der Krebsspezialist Christoph Zielinski. Das müsse sich ändern. Und auch Krankenhäuser könnten nicht mehr so weitergeführt werden wie bisher. „Die Einbindung digitaler Technologien sowie eine bessere Aufklärung und Prävention sind die dringendsten Themen im österreichischen Gesundheitswesen“, so der Universitätsprofessor. Versäumnisse in der Prävention würden ein Vermögen kosten. Johann Kwizda, Obmann des Arzneimittelgroßhandels, wiederum forderte die Partnerschaft zwischen Industrie, Krankenkassen, Ärzten und Patienten noch stärker ausbauen – was immer das heißen mag.

Für die Spitäler forderte etwa der Geschäftsführer der Vinzenz Gruppe Krankenhausbeteiligungs- und Management GmbH, Michael Heinisch, kein undifferenziertes Leistungswachstum mehr, sondern die Konzentration auf medizinische Schwerpunkte. Und: “Letztlich steht immer der Mensch im Mittelpunkt aller gesundheitspolitischer Überlegungen, denn Zuwendung, Respekt und ein Miteinander auf Augenhöhe sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren für das Spitalswesen der Zukunft.”

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