Nettoumsatz bei Medikamenten 2016 in Deutschland über 33 Mrd. €

Mit sog. Fertigarzneimitteln wurde 2016 in Deutschland ein Nettoumsatz von 33,6 Mrd. € erzielt. Davon stammen 4,1 Mrd. € nur von den 10 teuersten Medikamenten, die wiederum einen Anteil von nur 1,1 % an der von Ärzten verordneten Tagesdosis hatten. Diese Zahlen sind dem neuen GKV-Arzneimittelindex des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zu entnehmen.

Eliquis mit dem Wirkstoff Apixaban soll vor Thrombosen schützen. (Foto: MHJ)

Die 10 teuersten Arzneimitteln kosten in der Tagesdosis durchschnittlich 9,35 € und sind damit mehr als 11 Mal so teuer wie der Durchschnitt aller Arzneimittel. Das noch immer umsatzstärkste Arzneimittel in Deutschland ist Humira, ein Rheumamedikament von Abbott Laboratories. In Summe wurden 2016 in Deutschland über 10.500 verschiedene Arzneimittel verschrieben, die rund 2.460 Wirkstoffe umfassten.

Unter den besagten Top 10 Medikamenten befinden sich neben relativ neuen Präparaten wie Harvoni, Eliquis und Eylea, auch Produkte, deren Patente bereits abgelaufen sind. Und nur 3 Erzeugnisse (Eliquis, Eylea, Harvoni) haben entsprechend den Regelungen des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG) eine frühe Nutzenbewertung mit anschließender Preisverhandlung durchlaufen. Das WIdO analysiert seit 1981 den deutschen Medikamentenmarkt, um zu einer hochwertigen und zugleich wirtschaftlichen Arzneimitteltherapie beizutragen.

GKV-Arzneimittelindex

Erst die eindeutige Zuordnung von Medikamenten mithilfe der ATC-Systematik und die Messung der verordneten Arzneimittelmenge mit definierten Tagesdosen ermöglichen eine exakte Analyse der Verschreibungsdaten. In der aktuellen Auflistung des GKV-Arzneimittelindex sind rund 7.000 Wirkstoffe samt Tagesdosis als Maß für den Verbrauch erfasst. Diese Arzneimittelklassifizierung basiert auf dem international geltenden anatomisch-therapeutisch-chemischen System (ACT) der WHO und wird an Deutschland angepasst.

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