Medizin und Plutonium

Ihr persönliches Atomkraftwerk, wenn man so will, ist die Zigarette. (News vom 08.12.2011) Ein Päckchen täglich pro Jahr versorgt Sie mit dem Vierfachen der maximal zugelassenen radioaktiven Dosis für Arbeiter in Atomkraftwerken.

  • In Tabakpflanzen finden wir Polonium-210 und Blei-210: Polonium strahlt 1.000-fach stärker als Plutonium oder Cäsium-123.
  • 20 Zigaretten am Tag haben die jährliche Strahlendosis von 250 Lungenröntgenaufnahmen.
  • Bei 20 Zigaretten täglich erreichen Sie im Jahr 106 Milli-Sievert. Zum Vergleich: Angestellte in Atomkraftwerken dürfen im Jahr maximal 20 Milli-Sievert abbekommen.

Medizin und Plutonium haben etwas gemeinsam: das Risiko. Beim Plutonium ist es das Risiko, dass ein Atom zerfällt. Dann strahlt. Heißt Radioaktivität. Zitat der ÄrzteZeitung (04.04.2011): „Es ist als Alpha-Strahler radioaktiv und als chemischer Stoff toxisch. …Nach dem Einatmen von nur 50 mg Plutonium stirbt jeder 2. Mensch sofort. Inhaliertes Plutonium verbleibt auch für Jahrzehnte in der Lunge.“ In der Medizin wiederum begegnen Sie dem Risiko bei jeder Tablette.

Da gibt es einen Beipackzettel, auf dem ganz genau steht, was alles Unerwünschtes passieren kann – sogar mit Prozentangaben. Vor jeder Operation unterschreiben Sie auch alle möglichen Komplikationen. Der Arzt erklärt Ihnen lächelnd, wie selten oder gar nicht die auftreten. Und man lächelt mit – bis sie auftreten. Bei mir im letzten Sommer gab es ein Risiko von 0,3 %.

Und siehe da – wieder einmal wurden aus 0,3 % plötzlich 100 %. (News vom 08.07.2017)

Die Prozentangaben auf den Beipackzetteln sind übrigens geschönt. Denn es wird nur ein Teil aller Zwischenfälle gemeldet. Ich schätze mal nur so 20 %. Hatte Ihnen das einmal am Beispiel “Impfschaden” erklärt (News vom 04.09.2017). Aber es ist ohnehin klar, dass für Sie persönlich Prozentzahlen keine Bedeutung haben. Die gelten für 1.000, 5.000, 10.000 Patienten im Mittel. Da stimmen die dann auch. Beim Einzelfall versagt jede Statistik. Es erwischt Sie oder eben nicht. Ganz einfach …

Leicht erklären kann man das am Plutonium. Ist radioaktiv. Für den Körper schädlich wie andere Schwermetalle auch. Wir können exakt (wirklich exakt!) voraussagen, dass die Hälfte dieser Kerne von so 1 kg Plutonium in 24.110 Jahren zerfallen sein wird. Nehmen wir aber nur ein einzelnes Plutoniumatom, können wir gar nichts mehr sagen. Ob das sofort zerfällt oder in 10.000 Jahren … Wir wissen es einfach nicht. Bei Einzelatomen versagt jede Statistik. Genau wie beim Einzelpatienten !

Faszinierend: Die Zerfallsrate, die Halbwertszeit von 24.110 Jahren bleibt immer gleich, ob sie das Plutonium abkühlen, zusammenpressen, ins Weltall schießen oder mit ihm nach Bielefeld fahren. Und das, obwohl sich die einzelnen zufällig zerfallenen Kerne gegenseitig nicht beeinflussen. Denke da auch an die Atomkraft in Deutschland. Zurückgeblieben – unabhängig von der Schließung der Kraftwerke – sind hier hoch radioaktive 30.000 Kubikmeter.

Wir machen uns da leider so gar keine Vorstellung. Haben immer nur das Cäsium von Tschernobyl mit seinen lumpigen 36 Jahren im Ohr. Aber, darf ich?

Plutonium 24.110 Jahre, Jod-129: 16 Mio. Jahre, Uran-235: 704 Mio. Jahre, Uran-238: über 4 Mrd. Jahre

Alles menschengemacht ! Bei solchen Dimensionen denke ich immer an das “Vergackeiern” der Bürger. Und zudem bin ich auch aus sehr persönlicher Erfahrung mit radioaktiver Strahlung (Tandemlabor Erlangen) generell gegen Atomkraft !

Schreibe einen Kommentar