Lebensmittel: Viele deutsche TV-Berichte schon im Titel kritisch

Jede 3. TV-Sendung in Deutschland über Lebensmittel ist schon im Titel tendenziell kritisch, erhob die Engel & Zimmermann AG in einer Auswertung von rund 500 TV-Beiträge aus dem Jahr 2016. „Besonders kritisch“ seien dabei die öffentlich-rechtlichen Anstalten, die aber mit 419 TV-Sendungen auch eindeutig am meisten berichtet hatten. Traditionell das meiste Fett kriegt dabei die Fleischbranche ab und ein bisschen zu Unrecht, wie wir vom Molner Health Center meinen.

Öffentlich-rechtliche Medien berichten am häufigsten kritisch über Lebensmittel. (Infografik: obs / Engel & Zimmermann AG)

“Ein reißerischer Titel garantiert nahezu ein Zuschauerinteresse“, findet Sybille Geitel von Engel & Zimmermann. In der Betroffenheit zahlenmäßig stark aufgeholt hätte jedoch die Obst- und Gemüse-Branche. Diese liegt mit 61 Sendungen aber noch deutlich vor Getränken (33) und Molkereiprodukten (26). Einen deutlichen Anstieg von 17 auf 26 Sendungen habe es, so die Kommunikationsberater, bei den Süßwaren gegeben. Und auch 2016 seien bei den Reportern wieder Qualitätstests an 1. Stelle gestanden.

Auf Platz 2 folgten jedoch nicht Verbrauchertäuschungen, sondern kritische Inhaltsstoffe bzw. Produktbelastungen. Auf Platz 3 landeten Beiträge, die sich laut Geitel auf mehrheitlich neutrale Weise mit Gesundheitsaspekten befasst hätten. “Dass sich 2016 so viele TV-Sendungen um Qualitätschecks, kritische Inhaltsstoffe oder Gesundheitsfragen gedreht haben, zeigt, dass das Thema ‘richtige Ernährung’ immer mehr an Bedeutung gewinnt und kontrovers diskutiert wird.“ Dem sollten sich in Zukunft auch die Lebensmittelhersteller mehr widmen …

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