Kritik an Schweizer Krankenkasse wegen Sport App und Rabattsystem

Grundversicherte in der Schweiz, die der Krankenkasse Helsana mittels einer Gesundheits-App beweisen, dass sie Sport treiben, erhalten Geld aus der Versicherungsprämie zurück. Einer der wohl besten Wege zur Steigerung der Volksgesundheit, möchte man meinen. Doch dagegen regt sich heftiger Widerstand bis hin zum Stopp der Aktion: Solche Prämienrabatte würden das Solidaritätsprinzip der Grundversicherung untergraben, heißt es.

Die Helsana Krankenkasse brennt für das Leben … (Foto: MHJ)

Das Bonusprogramm Helsana+ belohnt gesunde, sportliche und technisch versierte Versicherte mit einer finanziellen Entschädigung. Sie können die Helsana App mit Gesundheits-Apps wie „Google Fit“ oder „Apple Health“ verbinden, welche Herzfrequenz, Schrittzahl, Kalorienverbrauch, Bewegungsdaten usw. erfassen. Doch dadurch würden Kranke und solche Versicherte diskriminiert, die keinen Sport treiben können (wollen), technisch nicht versiert sind oder Wert auf Privatsphäre (!) legen. Das findet eine „breite Koalition“ in einem Protestbrief, denn anders als in der Zusatzversicherung gelte in der Grundversicherung das Solidaritätsprinzip.

In der Kritik von Helsana+ tun sich vor allem auch 3 Nationalräte hervor. Nach deren Meinung sei nämlich denkbar, dass angesichts stetig steigender Prämien viele Versicherte diese nur noch bezahlen können, wenn sie an einem solchen Rabattsystem teilnehmen und ihre Gesundheitsdaten preisgeben. Es sei zudem „äußerst heikel“, wenn man seine Krankenkasse über sportliche Aktivitäten informieren und die Gesundheitsdaten übermitteln müsse. So könnten Krankenversicherungen auch einen sich verschlechternden Gesundheitszustand erkennen und diesen „zum Nachteil der Versicherten“ verwenden …

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