Gesundheitsversorgung in Europa kein Menschenrecht ?

Nach einer Befragung von 43.000 Patienten in 14 Ländern fordert die Hilfsorganisation Ärzte der Welt “nachdrücklich die europäischen Machthaber” auf, das Menschenrecht auf Gesundheitsversorgung sicherzustellen. Europas Regierungen würden nämlich die Schwächsten der Gesellschaft im Stich lassen, wenn es um dringend notwendige medizinische Versorgung geht. Laut der Studie nehmen nicht nur in Deutschland die Hürden eines Arztbesuches zu.

Rückschritte

Ein Beispiel sei das Anfang 2017 in Kraft getretene sog. Leistungsausschlussgesetz, das bestimmte Gruppen von EU-Bürgern fast vollständig vom Zugang zum Gesundheitssystem ausschließt. Auch in Frankreich, Großbritannien, Irland und anderen Ländern seien Rückschritte gemacht. Fast 90 % der Befragten lebten übrigens unter der Armutsgrenze des jeweiligen Landes. Mehr als die Hälfte (55 %) von ihnen waren nicht krankenversichert, benötigten aber dringend medizinische Hilfe.

“Gesundheitsversorgung ist ein Menschenrecht und darf nicht als politisches Instrument zur Steuerung von Migration missbraucht werden”, kritisiert Francois De Keersmaeker, Direktor der deutschen Sektion Ärzte der Welt. “Gruppen systematisch davon auszuschließen, ist nicht nur ein Risiko für die öffentliche Gesundheit, sondern verursacht auch deutlich höhere Kosten als von vornherein flächendeckend ausreichende medizinische Behandlung zu ermöglichen.”

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