Fleischatlas 2018: Böll Stiftung fordert dringenden Umbau der Nutztierhaltung

“Ein zentrales Problem der industriellen Tierhaltung ist auch die exorbitante Güllebelastung der Böden und des Grundwassers”, betont Barbara Unmüßig von der Heinrich Böll Stiftung. Dagegen könne nur eine Abgabe auf Stickstoffüberschüsse und eine konsequente Begrenzung der Tiermengen pro Hektar helfen. Der Richtwert dürfe 2 Großvieheinheiten pro Hektar nicht überschreiten, was 2 Rinder oder 10 Schweinen entspricht.

Bild: obs / BUND / Art-Direktion E. Stockmar

“Qualvoll, umweltschädlich, ungesund und billig – das charakterisiert heutzutage die industrielle Tierproduktion. Das muss sich dringend ändern”, so die Expertin. Zudem trage kein anderer Sektor so massiv zum Verlust der Artenvielfalt, zur Zerstörung des Klimas, zur Überdüngung und zur Gefährdung unserer Gesundheit bei wie die industrielle Fleischproduktion. Laut Schätzungen dürfte die Nachfrage nach Fleisch bis 2050 um noch weitere 85 % steigen.

“Ohne Umsteuern, vor allem in den Industrieländern, ist dies ein Garant fürs weitere Aufheizen der Atmosphäre, für globale Ungleichheit, Hunger und Tierleid. Es ist höchste Zeit, dass politisch etwas getan wird”, warnt Unmüßig. Ein Hebel dazu sei eine grundlegende Reform der EU-Agrarpolitik, denn die EU gebe jedes Jahr knapp 60 Mrd. € für agrarpolitische Maßnahmen aus. Dieses Geld sollte zukünftig besser in eine ökologischere und tiergerechtere Landwirtschaft fließen, findet die Böll Stiftung.

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