FÄ: Bürgerversicherung gefährdet 165.000 medizinische Arbeitsplätze

Wenn CDU und SPD die Sondierungsgespräche für eine künftige deutsche Bundesregierung führen, dann wird es auch um einen Umbau des Gesundheitssystems gehen. Denn die SPD möchte langfristig die Private Krankenversicherung (PKV) durch eine “Bürgerversicherung” ersetzen. Das wiederum ruft die deutschen Ärzteverbände auf den Plan, wie etwa die Freie Ärzteschaft (FÄ). Die warnt nun vor dem Verlust von 100.000 medizinischen Arbeitsplätzen in Deutschland.

Zahlungsausgleich gefordert

“Sollten die PKV-Einnahmen der Ärzte und anderer Berufe nicht durch höhere Honorare aus der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gänzlich kompensiert werden, so gefährdet das ein Drittel der Arbeitsplätze in der ambulanten Medizin”, betont der FÄ-Vorsitzende Wieland Dietrich. Das hieße konkret, dass von derzeit rund 430.000 medizinisch Beschäftigten über 100.000 von ihnen der Verlust des Arbeitsplatzes droht. Hinzu kämen auch noch rund 65.000 Zahnmedizinische Fachangestellte und schätzungsweise 15.000 Bürofachkräfte.

Stünden alle diese Arbeitskräfte nicht mehr zu Verfügung, so wäre eine “massive qualitative und quantitative Verschlechterung in der ambulanten Medizin” die Folge, so ie FÄ. Wartezeiten auf Arzttermine würden sich deutlich verlängern, besonders bei Arztgruppen, die stark von den PKV-Einnahmen abhängig seien. “Dazu zählen die Frauenheilkunde, Radiologie, Augenheilkunde, Orthopädie, Dermatologie, Innere Medizin und Hals-Nase-Ohren-Heilkunde”, erklärt Dietrich. Dabei steige eigentlich und nachweislich der Bedarf an medizinischen Behandlungen, weil es immer mehr ältere Menschen gibt.

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