Europäischer Tag der Parodontologie 2017 – „Regime gegen Biofilme nötig“

„Gesund beginnt im Mund“, sagte der Präsident der European Federation of Parodontology (EFP), Gernot Wimmer, bei der Pressekonferenz aus Anlass des Europäischen Tages der Parodontologie in Wien. Parodontitis, also die Erkrankung des Zahnhalteapparates, sei zwar noch nicht heilbar, so der Grazer, aber erfolgreich therapierbar. Und wie bei allen nicht übertragbaren Krankheiten spiele die Ernährung eine große Rolle. Dabei würden laut dem EFP-Präsidenten auch die sog. Nahrungsergänzungsmittel keine Lösung des Problems schaffen, denn „eine ausgewogene Ernährung ist normalerweise ausreichend für einen gesunden Mund“.

Pressekonferenz im Rahmen der WID 2017 mit EFP-Präsident Gernot Wimmer und ÖGP-Präsident Werner Lill. (Foto: Molner.Center)

Für Wimmer lautet die Hauptbotschaft des Tages, dass Parodontitis als chronische Erkrankung der Mundhöhle zwar weltweit sehr verbreitet ist, jedoch leicht zu verhindern wäre. „Die Ursachen sind nämlich gut erforscht, und zwar als eitrige Zahnfleischtaschen.“ Man müsse „lokal“ im Mundraum ansetzen und „ein Regime gegen Biofilme aufziehen. „Parodontitis wird hauptsächlich durch eine inadäquate Mundhygiene erzeugt. Die täglich durchgeführte Eigenhygiene ist daher zusammen mit der professionellen Zahnreinigung das oberste Gebote“, so der EFP-Präsident.

Man solle das Ganze auch nicht an Mundspülungen oder Antibiotika aufhängen, denn „es geht in 1. Linie um die Entfernung des Biofilmes“. Das Verhältnis zur branchennahen Industrie sei jedoch „sehr harmonisch“ und man sei froh, so viele Aussteller bei der WID 2017 in Wien zu haben. Laut Wimmer gebe es bei der Behandlung von Parodontitis mittlerweile sogar über 3.000 Instrumente, aber „der Hype, wonach jedem Implantat ein gesunder Zahn im Weg stehen würde, der ist vorbei“. Die eigenen Zähne seien zwar nicht immer die Schönsten, aber immer noch die Besten !

Schreibe einen Kommentar