EU will bessere und billigere Medikamente

Weil die derzeitigen Preissteigerungen bei neuen Medikamenten langfristig nicht finanzierbar sind, hat das sog. Expert Panel für effektive Investitionen in der Gesundheitsversorgung, das die EU in Fragen der Erhaltung und Finanzierung der öffentlichen Gesundheitssysteme berät, dazu 8 neue Vorschläge präsentiert. Demnach könnten an neue Medikamente auch höhere Anforderungen bei der Zulassung durch die EMA gestellt werden.

Empfehlungen 1-3

Laut der österreichischen Expertin Claudia Wild, Leiterin Ludwig Boltzmann Institute, seien auch striktere Kontrollen bis hin zum Lizenzentzug vorstellbar, wenn Medikamente die in sie gesetzten Erwartungen dann in der Praxis nicht erfüllen. Die neuen gesundheitspolitischen Steuerungsinstrumente sollen mittelfristig zu besseren (innovativeren) Medikamenten führen, die einen größeren Nutzen für Patienten haben und das zu sozial verträglicheren Preisen.

Zudem wird im Bericht die Rolle von Forschung und Entwicklung im Pharmabereich neu gedacht und der Patentschutz in seiner jetzigen Form hinterfragt. Konkret wurden folgende „8 Prinzipien“ formuliert: (1) Die Offenlegung der tatsächlichen Entwicklungskosten von Medikamenten (2) Unterschiedliche Anreize für echte Innovation (z.B. veränderter Patentschutz) (3) Verbesserte Methoden zur Bewertung des gesellschaftlichen Nutzens von Medikamenten

Empfehlungen 4-8

(4) Gemeinsame Politik(en) zur Stärkung der Position in Preisverhandlungen (5) Belohnung von Zusatznutzen und bedarfsorientierter Innovation von Medikamenten (6) Kostenerstattung von Sozialversicherungsträgern für Behandlung und Ergebnis statt nur für Medikamente (7) Die Erprobung und Evaluierung neuartiger Rückerstattungen (8) Die Gründung von gemeinsamen Plattformen zur Diskursmöglichkeit aller Beteiligten

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