Deutschland: 25 % weniger Sachkosten in Privatspitälern

In den nächsten Jahren wird wegen des Krankenhausstrukturgesetzes der Kostendruck auf deutsche Krankenhäuser zunehmen. Und weil Sachkosten neben den Personalkosten die größten Kostentreiber sind, sollten Krankenhäuser ihren Einkauf optimieren, um Einsparungen zu erzielen. Zu diesem Ergebnis kommt die „Krankenhausstudie 2017“ von Inverto.

Infografik: obs / Inverto GmbH

Die Unternehmensberatung hat die Entwicklung der Krankenhauskosten analysiert und dabei nach Bettenanzahl sowie Trägerschaft – öffentlich oder privat – verglichen. Dabei zeigt sich, dass große Spitäler (über 1.000 Betten) höhere Sachkosten pro Bett haben als Mittlere (500-1.000 Betten) und Kleine (bis 500 Betten). Der Grund ist in großen Häusern die Behandlung von komplexeren und mehr verschiedenen Fälle behandeln. Bemerkenswert ist dennoch, dass dort seit 2009 die Sachkosten nur um 4 % angestiegen, während es in allen anderen Spitälern 19 % sind.

Privat geführte Spitäler wirtschaften effizienter als öffentliche Anstalten und geben rund 25 % weniger für Sachmittel pro Bett aus. Auch gelang es ihnen, den Sachkostenanteil in den letzten 5 Jahren um weitere 2 % zu senken (!), während dieser bei öffentlichen Häusern um 7 % anstieg. Private Krankenhäuser agieren scheinbar nicht nur bei der Bündelung des Bedarfs kostenbewusster, sondern auch bei der Standardisierung der einzukaufenden Produkte sowie bei der Lieferantenauswahl.

Privatkliniken neu in Bemessungsgrundlage

Die Gehälter des Krankenhauspersonals sind der weitaus größte Posten in der Buchhaltung der Spitäler. Dank des neuen Krankenhausstrukturgesetzes werden erstmals auch private Kliniken in die Bemessungsgrundlage für die Vergütung der Standardfälle einbezogen. Demnach dürften alle Spitäler ihre Ausgaben für Sachmittel überprüfen und nach Einsparungen suchen. Einen neuen Weg geht man dabei in England. Dort kauft der National Health Service bereits zentral für alle Krankenhäuser ein …

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