Deutsche Stiftung Organtransplantation fordert Initiativplan gegen Organmangel

Vor dem Hintergrund eines verschärften Organmangels fordert die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) die zügige Entwicklung eines gemeinschaftlichen Initiativplans zur Förderung der Organspende. Laut deren medizinischem Vorstand, Axel Rahmel, sei die Lage “zutiefst besorgniserregend”, weil auf dem niedrigsten Stand der letzten 20 Jahre. Von Jahr zu Jahr könne daher weniger Patienten mit einer Transplantation geholfen werden. Zugleich würden über 10.000 schwer kranke Patienten auf eine lebensrettende Transplantation warten.

Organspende am Lebensende

Einen zentralen Schlüssel sieht Rahmel in einer Berücksichtigung des Willens zur Organspende am Lebensende. Allein dadurch könnte eine zügige und nachhaltige Verbesserung der Lage erzielt werden. Mögliche Organspenden könnten auch durch Patientenverfügungen verhindert werden, die eine Organspende unwissentlich durch den Verzicht auf intensivmedizinische Maßnahmen ausschließen oder scheinbar im Widerspruch zu einem bereits geäußerten Willen zur Organspende stehen. Die DSO empfiehlt daher, das Thema stärker in die Aufklärung der Bevölkerung einzubinden.

Würden mögliche Organspender nicht erkannt bzw. in den Kliniken nicht daran gedacht, bedeute das nicht nur für die Patienten auf der Warteliste einen Verlust an Lebenschancen, sondern würde darüber hinaus eine Nichtachtung des Willens des Verstorbenen bedeuten. “Wir müssen die Voraussetzungen schaffen, damit in den Kliniken mehr an Organspende gedacht wird”, findet der DSO-Vorsitzende. Die Zeit der Einzelinitiativen sei vorbei. Mit Blick auf andere Länder hält die Stiftung eine Quote von mehr als 15 Spendern pro Million Einwohner für “durchaus realistisch”.

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