Ärztenachrichtendienst AG: Deutschlands Ärzte sehen Zukunft “rabenschwarz”

Buchstäblich rabenschwarz sehen Deutschlands Ärzte ihr berufliche Zukunft, urteilt die Ärztenachrichtendienst Verlag AG (änd) aus Hamburg nach einer Ärztebefragung in Deutschland. “Pessimistisch wäre wohl untertrieben”, heißt es in einer entsprechenden Presseaussendung. Hauptgrund sei die Befürchtung, dass 2018 wohl negative Veränderungen für den Berufsstand der ehemaligen “Götter in Weiß” bringen werde. Aber immerhin 28 % der 1.350 befragten Ärzte erwartet ein Jahr ohne besondere Höhen und Tiefen.

Weniger Einkommen

Die düstere Prognose umfasst auch die eigene wirtschaftliche Situation 2018. “Erstmals in einer änd-Umfrage zum Jahresende erwartet die Mehrheit (51 %) der Ärzteschaft eine Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Situation bzw. der eigenen Praxis. Aber immerhin gehen 42 % auch 2018 von einer praktisch unveränderten Lage aus. Und 7 % glauben sogar an eine Verbesserung. Was die Arbeitsleistung in 2018 betrifft, so gehen 46 % der Ärzte von von einem gleichbleibenden Pensum aus, aber 40 % von “spürbarer Mehrarbeit”. Bei 14 % werde sich diese wohl reduzieren.

Laut änd haben die Debatte über die Bürgerversicherung bzw. die Einheitsgebührenordnung das Vertrauen der Ärzteschaft in die Politik weiter beschädigt. So würden nur mehr 2 % der nächsten Bundesregierung eine Gesundheitspolitik zutrauen, die Verbesserungen für die Ärzte bringt. Die Mehrheit von 60 % geht von einer Verschlechterung der Lage aus. Die abgefragten beruflichen Wünsche für 2018 würden, so änd, “einmal mehr den Pessimismus” dieser Berufsgruppe aufzeigen: (1) Weniger Regulierungswut der Behörden, (2) mehr Zeit für den einzelne Patienten und für Fortbildungen und (3) dürfe es keine Bürgerversicherung geben.

2-Klassen-Medizin

Zu der von der Politik angedachten Bürgerversicherung hatte der Präsident der deutschen Bundesärztekammer, Frank Montgomery, erklärt: “Wer die Bürgerversicherung will, der startet den Turbo in die 2-Klassen-Medizin. Noch gehört unser Gesundheitssystem zu den besten der Welt, mit freier Arztwahl und einer Medizin auf hohem Niveau.” Die Bevölkerung wolle keine Wartezeiten auf Behandlungen oder Begrenzungen der Leistungskataloge wie in den Einheitssystemen der Niederlande oder in Großbritannien. Dort könnten sich die Reichen als Selbstzahler oder dank Zusatzversicherungen einen “exklusiven Zugang zur Spitzenmedizin” sichern.

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