6. Dezember 2018: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat den 10. Dezember als den Internationalen Tag der Menschenrechte ausgerufen. Seit 1948 wird an diesem Tag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte gedacht. (Aktionsbündnis gegen Aids, 06.12.2018)

Europa

Ein verstärktes ökologisches Bewusstsein der Konsumenten wird die europäischen Agrarmärkte bis 2030 verändern. Nach Ansicht der EU betrifft das sowohl Fleisch als auch Ackerkulturen, Milch und Milcherzeugnisse sowie Obst und Gemüse. Der Ursprung von Lebensmitteln und die mit ihnen verbundene Umweltbelastung werden für Konsumenten künftig wichtiger. (EU Kommission, 06.12.2018)

Die EU-Kommission und 35 Staaten gründen eine neue Partnerschaft zur Erforschung seltener Krankheiten. Das Budget beträgt 100 Mio. €, wobei die Hälfte aus dem EU-Forschungsprogramm Horizont 2020 kommt. Das Ziel ist die Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern. Die neue Forschungspartnerschaft umfasst über 130 Einrichtungen aus 35 Ländern und wird vom französischen Institut für Gesundheits- und Medizinforschung INSERM koordiniert. (EU Kommission, 06.12.2018)

Deutschland

Biosimilars sind biologisch hergestellte Arzneimittel, die dem Originalpräparat ähneln und nach Ablauf des Patentschutzes des Originals entwickelt werden dürfen. Sie sind hinsichtlich ihrer Wirkung und Verträglichkeit gleichwertig mit den entsprechenden Originalprodukten. 34 Biosimilars sind heute in Europa zugelassen. (Amgen GmbH, 06.12.2018)

Der Verordnungsentwurf der EU-Kommission, der eine einheitliche Bewertung der klinischen Evidenz bei Arzneimitteln und bestimmten Medizinprodukten in Europa vorsieht, geht in die richtige Richtung. (Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller, 06.12.2018)

Wirtschaftsdialog des BAH. (Foto: obs / Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH) / S. Obermeier, München)

83 % der Deutschen sehen in Biosimilars eine Chance für das Gesundheitssystem: Sie erwarten geringere Arzneimittelkosten sowie einen breiteren Einsatz von innovativen Therapien. (Amgen GmbH, 06.12.2018)

Infografik: obs / Amgen GmbH

13 Jahre dauert im Durchschnitt die Entwicklung eines neuen Medikaments. Dabei werden mehrere 1.000 Substanzen getestet. Davor müssen die Forscher jedoch klären, für welche Erkrankung ein Medikament entwickelt werden soll. … Die klinischen Studien teilen sich in 3 Phasen. Während in den Phase-1-Studien der potentielle Wirkstoff an gesunden Menschen getestet wird, kommt es in den Phase-2-Studien zur Erprobung an etwa 100 bis 500 Erkrankten. Hier zeigt sich, wie sich der Wirkstoff im Körper verhält und ob er gut verträglich ist. In den Phase-3-Studien folgt schließlich die Überprüfung an einer hohen Zahl an Patienten. Wissenschaftler können u. a. so erkennen, wie das Medikament in Kombination mit anderen Arzneimitteln wirkt. Wurde Phase 3 erfolgreich abgeschlossen, kann der Hersteller die Zulassung für sein neues Medikament beantragen. Dieser Prozess ist ebenfalls langwierig und dauert mindestens 1,5 Jahre. Kommt das Medikament schließlich auf den Markt, ist die Forschung keinesfalls abgeschlossen. Auch in der unmittelbaren breiten Anwendung beobachten und dokumentieren Ärzte mögliche Wechsel- und Nebenwirkungen, um noch mehr Informationen über das Präparat unter Alltagsbedingungen zu erhalten. (Merck Healthcare, 06.12.2018)

Im Verlauf von Erkältungskrankheiten kommt es nicht selten zur Ausbildung einer zusätzlichen bakteriellen Sekundärinfektion (sog. Superinfektion). Zur Therapie von akuten unkomplizierten Infektionen der Atemwege, wie etwa Bronchitis oder Nasennebenhöhlenentzündung, sollten daher vorzugsweise pflanzliche Antiinfektiva wie die Senföle aus Kapuzinerkresse und Meerrettich eingesetzt werden. Um bei häufig begleitend auftretendem Erkältungshusten zusätzlich schleimlösende Therapieeffekte zu erzielen, können ergänzend Phytotherapeutika mit Andorn – die Arzneipflanze des Jahres 2018 – zum Einsatz kommen. (Cramer-Gesundheit-Consulting GmbH, 06.12.2018)

Traumberuf: Psychologischer Psychotherapeut. (MSB Medical School Berlin, 06.12.2018)

Jeder 2. Deutsche (49 %) kann sich vorstellen, Lebensmittel künftig auch online einzukaufen – Trockenprodukte ebenso wie Frischwaren. Aktuell nutzen rund 9 % der Konsumenten diese Möglichkeit. (Nordlicht Research GmbH, 06.12.2018)

Österreich

Ergotherapie hilft Menschen, die wegen einer Krankheit, Verletzung oder Behinderung in ihrem täglichen Leben Schwierigkeiten haben. Das breit gefächerte Leistungsangebot ist nicht ohne Grund in der Krankenbehandlung der ärztlichen Hilfe gleichgestellt. Ziel der Ergotherapie ist eine größtmögliche Selbstständigkeit. Hauptverband und Bundesverband der Ergotherapeuten Österreichs verfolgen das gemeinsame Ziel, sich mit Jänner 2020 auf einen bundeseinheitlichen Vertrag mit freiberuflichen Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten zu verständigen. (Hauptverband der österr. Sozialversicherungsträger, 06.12.2018)

Pressekonferenz u.a. mit Marion Hackl, Präsidentin von Ergotherapie Austria. (Foto: APA-Fotoservice / Hörmandinger)

Während die Bevölkerungszahl Wiens steigt, nimmt hingegen die Zahl der Ärzte ab. Das betrifft sowohl die Spitalsärzte als auch den niedergelassenen Bereich. Die Ärztekammer Wien  fordert ein generelles Parkpickerl für Ärzte, die Hausbesuche machen. Denn mit dem Rückgang der Hausärzte ergibt sich automatisch auch ein Rückgang bei den Hausbesuchen. Die Wiener Ärzte führen pro Jahr rund 450.000 Visiten durch. (Ärztekammer Wien, 06.12.2018)

Ärztekammer warnt vor Engpass bei gerichtlich beeideten ärztlichen Sachverständigen: Honorierung der Gutachter in keinem Verhältnis zum zeitlichen Aufwand und der großen Verantwortung. (Ärztekammer Wien, 06.12.2018)

Der nahende Winter bringt eine weitere schädliche “Nebenwirkung” des Rauchens aufs Tapet. Rauchen erhöht nämlich die Anfälligkeit für Lungenentzündungen. Pneumokokken sind mit 38 % die Hauptauslöser von Lungenentzündungen, die außerhalb des Krankenhauses erworben werden. Diese führen bei Rauchern außerdem häufig zu noch schwereren Erkrankungen wie Gehirnhautentzündung oder Blutvergiftung. (Verein zur Förderung der Impfaufklärung, 06.12.2018)

Vor 10 Jahren wurde in Österreich der Beschluss für die elektronische Gesundheitsakte (ELGA) gefasst. Doch Spitalsärzte, die die ELGA E-Befundung nutzen, können bis heute noch keine Arbeitserleichterung feststellen. Ärzte verbringen nach wie vor mehr Zeit vor dem Computer anstatt sich ihren Patienten am Krankenbett widmen zu können. (Österreichische Ärztekammer, 06.12.2018)

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