28. November 2018: Meldungen des Tages aus der Medizin

EU

Derzeit gibt es 20-30 Mio. Europäer mit einer fortgeschrittenen Sehschwäche. Über 2 Mio. sind blind. Zwei Drittel der Fälle könnten verhindert oder erfolgreich behandelt werden. (EVP-Pressedienst, 28.11.2018)

D

Die Patienten in Deutschland sind zutiefst verunsichert und verlieren zunehmend das Vertrauen in die Arzneimitteltherapie. (Deutscher Apothekerverband, 28.11.2018)

Mehr Qualität in der Krankenhaus-Versorgung – das war das große Versprechen des Krankenhausstrukturgesetzes von 2016. … Die Analysen des Qualitätsmonitor 2019 zeigen, dass durch mangelnde Spezialisierung und Zentralisierung immer noch Menschenleben unnötigerweise gefährdet werden – z.B. in der Versorgung von frühgeborenen Babys oder bei der Implantation von Herzklappen. (AOK-Bundesverband, 28.11.2018)

In Deutschland sterben jährlich geschätzt über 40.000 Menschen an einer Thrombose oder deren Folgen. Dabei ist die Blutgerinnung an sich eine sinnvolle Schutzreaktion des Körpers, weil sie uns nach einer Verletzung vor dem Verbluten schützt. (BGV – Info Gesundheit, 28.11.2018)

Unter Therapie ist HIV nicht mehr übertragbar. Nur 10 % der Deutschen kennen diese wissenschaftliche Tatsache. (Deutsche Aids-Hilfe, 28.11.2018)

Notaufnahmen in Krankenhäusern sind Anlaufstellen für Menschen in einer akuten gesundheitlichen Notsituation. Ein Drittel aller Notfallpatienten in Deutschland ist über 70 Jahre alt. (Deutscher Evangelischer Krankenhausverband, 28.11.2018)

A

97 % aller Österreicher kennen die Homöopathie und 77 % davon trauen sich zu, das Prinzip der Homöopathie zu erklären. Die Homöopathie positioniert sich in Österreich als integrative Medizin. Das bedeutet, dass ausgebildete Ärzte mit Zusatzdiplom der Ärztekammer für Homöopathie sowohl schulmedizinisch als auch homöopathisch behandeln. (Initiative „Homöopathie hilft!“, 28.11.2018)

In Österreich greifen viele Menschen zu homöopathischen Produkten. Das zeigt eine gewisse Affinität von Teilen der Bevölkerung zu diesem komplementärmedizinischen Angebot. Ob Schulmedizin oder Komplementärmedizin, Aufklärung und Information sind in beiden Fällen wichtig, um Patienten darin zu stärken, ihre Gesundheit selbstbestimmt zu managen. Ein Verkaufsverbot, wie es Patientenanwältin Sigrid Pilz fordert, sieht der Pharmig heikel. (Pharmig, 28.11.2018)

In Österreich wurde jeder 5. Frau seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt zugefügt. Bei Kindern und Jugendlichen sagen 30 % der Mädchen und sogar 40 % der Burschen, dass sie subjektiv Gewalt erlebt haben. (Berufsverband österreichischer Psychologinnen und Psychologen, 28.11.2018)

Das Thema HIV und AIDS ist aktuell im Wandel. Auf der einen Seite gibt es großartige medizinische Fortschritte, auf der anderen Seite steht man aber vor neuen Herausforderungen und manch altbekanntem Problem. … Seit 11 Monaten ist die Präexpositionsprophylaxe (PrEP) zu erschwinglichen Preisen verfügbar. Sie ist neben dem Kondom eine hochwirksame HIV-Präventionsmethode. (Aids Hilfe Wien, 28.11.2018)

Infografik: B. Eischeid für Aids Hilfe Wien

Herzkreislauferkrankungen (wie z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall) und Influenza hängen zusammen. Die Hinweise darauf haben sich in den letzten Jahren bereits stark verdichtet. (Österreichischer Verband der Impfstoffhersteller, 28.11.2018)

Die fast 160.000 festgestellten HIV-Neuinfektionen im Jahr 2017 bedeuten für die WHO-Europaregion mit 53 Staaten einen neuen Höchststand. … In Österreich leben derzeit rund 12.800 Menschen mit der Diagnose HIV. (Pharmig, 28.11.2018)

In Österreich werden täglich 1-2 HIV-Neudiagnosen gestellt. Allerdings klaffen der Zeitpunkt der Infektion und jener der Diagnose meist weit auseinander. … Anlässlich des Welt-AIDS-Tages am 1. Dezember weisen die österreichischen Apotheker auf den niederschwelligen Zugang zu HIV-Tests in Apotheken hin. (Österreichische Apothekerkammer, 28.11.2018)

Es bestand breiter Konsens, dass weltweite Produktions- und Lieferengpässe bei Medikamenten nur eingeschränkt auf nationaler Ebene zu lösen sind. (Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen, 28.11.2018)

Die Wundsituation in Österreich kann als Paradebeispiel dafür gesehen werden, dass Patienten wegen einer kassenseitigen Mangelversorgung vielfach in den Wahlarztbereich getrieben werden, was seitens der Patientenanwaltschaft massiv kritisiert wird. Denn das nötige Wissen und die Ausbildung der Ärzte ist dort vielfach verbesserungsfähig. …  In Österreich haben wir ein unübersichtliches und kleinteiliges System – nicht nur im Bereich der Kassen. Eine Reform ist daher dringend notwendig. (Österreichischen Pflege- und Patientenanwaltschaften, 28.11.2018)

3. Dialogforum Wund?Gesund! u.a. mit dem Sprecher der Österreichischen Pflege- und Patientenanwaltschaften. (Foto: P. Provaznik)

Eine Studie des Wilhelminenspitals Wien zeigt, dass das Risiko für Frauen, nach einer Operation eines komplexen Aortenaneurysmas an einem Herzinfarkt zu versterben, wesentlich höher ist als bei Männern (Frauen 10 %, Männer 1,05 %). Selbst bei einfachen Aneurysmen weisen Frauen ein erhöhtes Risiko für Gefäßkomplikationen wie Probleme der Nierenfunktion sowie ein erhöhtes Sterberisiko auf. Der Krankenhausaufenthalt ist bei Frauen ebenfalls deutlich länger als bei Männern. Die Gefäßspezialisten schließen daraus, dass Frauen vor einer Behandlung des Aortenaneurysmas noch genauer als Männer auf Herzschäden untersucht werden müssen, um während oder nach der OP einen Herzinfarkt zu vermeiden. (Gefäßforum Österreich, 28.11.2018)

LI

Krankmachende Bakterien kommen auf rohem Geflügelfleisch häufig vor. Mit der kommenden Zeit der kulinarischen Genüsse werden die Infektionen mit Campylobacter wieder zunehmen. Das Amt für Lebensmittelkontrolle und Veterinärwesen rät deswegen zur strikten Beachtung des 2-Teller-Prinzips. Wer ganz sicher gehen will, soll kein rohes Geflügelfleisch auf den Tisch stellen, sei es für Fondue chinoise, Mongolentopf, Partygrill oder vergleichbare Tafelrunden. Immer um die Weihnachtszeit häufen sich Durchfallerkrankungen. Schuld ist oft mit Campylobacter kontaminiertes rohes Geflügelfleisch in Fondue Chinoise und Party Grill. Campylobacter kommt auf rohem Geflügelfleisch häufig vor. (Fürstentum Liechtenstein, 28.11.2018)

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