15. November 2018: Meldungen des Tages aus der Medizin

Europa

Ein Drittel (32 %) der Europäer hat 2017 Antibiotika eingenommen. Am häufigsten in Italien (47 %), am wenigsten in Schweden (20 %). In Österreich werden Antibiotika überdurchschnittlich oft ohne Grund verwendet und von 24 % der Bevölkerung sogar bei Erkältungen und Grippe. 15 % nahmen Antibiotika ohne ärztliche Verschreibung ein. Von allen befragten EU-Bürgern waren sich 43 % bewusst, dass Antibiotika nicht gegen Viren wirken, in Österreich jedoch nur 28 %. Auch wissen nur 52 % der Österreicher (66 % in der EU), dass Antibiotika nicht bei Erkältungen helfen. 3 Viertel (76%) der Österreicher wünschen sich  mehr Informationen über Antibiotika. Im EU-Schnitt sind es 67 %. (EU Kommission, 15.11.2018)

Die pharmazeutische Industrie braucht Rechtssicherheit, um die EU und Großbritannien weiterhin mit qualitativen Arzneimitteln zu versorgen. Eine Übergangsphase, wie im Austrittsabkommen angedacht, erhält den Status quo für eine bestimmte Zeit. Langfristig kann das aber keine Lösung sein. (BPI, 15.11.2018)

Bedeutete früher die Diagnose Diabetes eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität und leider oftmals auch eine verkürzte Lebenserwartung, so kann heute u.a. durch Medikamente nahezu eine gleiche Lebensqualität und vor allem ein gleich langes Leben ermöglicht werden. Erst vor Kurzem zeigte eine Studie, dass Diabetiker, wenn sie die Zielwerte bezüglich Blutzucker, Cholesterin und Blutdruck erreichen, genauso lange leben wie Nicht-Diabetiker. (Merck Ges.m.b.H., 15.11.2018)

Infografik: Merck Ges.m.b.H.

Ungleiche Lebenserwartung: Weihnachten des Lebens wird ohne Männer gefeiert. Warum stirbt eine gesellschaftliche Gruppe im Durchschnitt deutlich früher als eine andere ? Mädchen, die 2015 geboren wurden, haben eine Lebenserwartung von 83,06 Jahren, Jungen von nur 78,18 Jahren. Auf ein Jahr gerechnet würde demnach das Leben von Frauen in der Silvesternacht enden, das der Männer aber schon am 10. Dezember. Biologisch lässt sich das nicht erklären. Die Gründe müssen also in der Lebensweise liegen. (BKK VBU, 15.11.2018)

Infografik: obs / BKK VBU

10 Jahre Europäischer Antibiotikatag am 18. November: Antibiotika sind keine Selbstverständlichkeit. … Wer schon beim kleinsten Unwohlsein Antibiotika schluckt, tut sich und anderen keinen Gefallen. (Cassella-med GmbH, 15.11.2018)

Foto: obs / Cassella-med GmbH / Tijana87

Geschätzt bis zu 850.000 Menschen erkranken jedes Jahr nach einem Zeckenbiss in Europa an der bakteriellen Krankheit der Borreliose. In Österreich sind es mindestens 70.000. Heute verlangt das Europa-Parlament daher per Resolution ein entschiedenes Vorgehen gegen diese gefährliche Krankheit. (ÖVP Bundesparteileitung, 15.11.2018)

Deutschland

Immer weniger Bundesbürger verbringen ihre freie Zeit mit Aktivitäten, auf die sie wirklich Lust haben. Der Hauptgrund ist die Mediennutzung, die mittlerweile im Mittelpunkt der Freizeit steht. Die 6 häufigsten Aktivitäten der Deutschen sind demnach Fernsehen, Radio oder Musik hören, im Internet surfen sowie telefonieren. Dazu kommen noch Zeitung lesen, sich mit dem Computer beschäftigen und Social-Media nutzen. (Stiftung für Zukunftsfragen, 15.11.2018)

Infografik: obs / Stiftung für Zukunftsfragen / pingpool GmbH

Bis zu 16 % der Bürger in Deutschland  klagen über hartnäckige Verdauungsbeschwerden.  70 % der Reizdarmpatienten reagieren auf Nahrungsmittel. Davon rund 50 % auf Weizen, weitere 20-30 % auf Milch, Soja und Hefe empfindlich. (Instituts für Translationale Immunologie an der Uniklinik Mainz, 15.11.2018)

Schutzrechte bei Fertigarzneimitteln sind ein komplexes Thema, das pharmazeutische Anbieter im schlimmsten Fall ordentlich Geld kosten kann. … Schließlich gilt es bei bestehenden und auslaufenden Schutzrechten bestens informiert zu sein, um den Lebenszyklus eigener und fremder Produkte optimal zu planen. Denn aus vielen Grundpatenten entstehen unmittelbar weitere Schutzzertifikate mit unterschiedlich langen Laufzeiten. Und diese können sich wiederum ungewollt verkürzen, vorzeitig erlöschen oder aber sich verlängern. (Pharma Solutions Europe, 15.11.2018)

Bild: obs / PSE / Pharma Solutions Europe / S. Conzelmann

Anfang 2019 plant Iglo in Deutschland für das gesamte Produktportfolio (Fisch, Gemüse, Kräuter, Fertiggerichte) das neutrale Lebensmittelkennzeichnungs-System Nutri-Score einzuführen. Nutri-Score basiert auf dem Nährwertprofilsystem der britischen Food Standards Agency und bietet Verbrauchern eine Orientierung, die leicht verständlich die Gesamtheit der Nährstoffe abwägt – ohne einzelne Stoffe wie Zucker oder Salz zu verteufeln. (Iglo Deutschland, 15.11.2018)

Antje Schubert, Iglo Managing Director Western Europe. (Foto: obs / Iglo Deutschland)

Österreich

Diagnose Blutkrebs: Dieses Schicksal trifft jeden Tag 3 Personen in Österreich. Für viele ist der Erhalt einer Stammzellenspende die einzige Möglichkeit zu überleben. Einen passenden Spender zu finden ist allerdings schwierig. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 1:500.000. (Österreichisches Rotes Kreuz, 15.11.2018)

Handchirurgen setzen vermehrt auf Knochenschrauben: Nach Zucker- und Magnesiumschrauben findet nun die Schraube aus Knochenmaterial breiteren Einzug in die OP-Säle. (Orthopädisches Spital Speising Wien, 15.11.2018)

Schweiz

Das Schweizer Gesundheitswesen steht vor einer Trendwende. Bisherige Wachstumsstrategien haben ausgedient. So kommt die Schweiz etwa auch mit weniger Spitälern aus. Haupttreiber des Erfolgs werden künftig mehr Qualität, Patientenzentrierung und Wirtschaftlichkeit sein. In der Akutsomatik ist ein Wechsel von mengenorientierten Wachstums- zu Qualitätsstrategien absehbar. … In den letzten Jahren hat sich das Verhältnis von Ertrags- und Kostenwachstum noch nie so ungünstig entwickelt wie 2017. (PwC Schweiz, 15.11.2018)

Seit 2005 gibt es die E-Zigarette in der Schweiz. Mit stets neuen Geräten, die immer trendiger vermarktet werden, richten sich die Hersteller gezielt an ein jugendliches Publikum. (ARGE Tabakprävention Schweiz, 15.11.2018)

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