14. November 2018: Meldungen des Tages aus der Medizin

Europa

Wenn bei älteren Menschen die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit nachlässt, gehäuft Infekte auftreten oder der Gang unsicher wird, dann werden diese Symptome leicht dem “normalen” Alterungsprozess zugeschrieben. Doch hinter vermeintlichen Alterserscheinungen kann sich auch ein Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen verbergen. (Gesellschaft für Biofaktoren, 14.11.2018)

Viele Menschen mit Diabetes Typ 2 unterschätzen das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 3 von 4 Patienten sagen, sie verlassen sich auf Informationen ihres Arztes. Dabei hat ein Viertel noch nie mit einem Arzt über die Gefahr von KHK gesprochen oder kann sich zumindest nicht daran erinnern. …  In Deutschland leben rund 10 Mio. Menschen mit Diabetes. Bei Menschen mit Typ 2 Diabetes ist die Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt 4-6 Mal höher. Bis zu 3 Viertel aller Diabetiker versterben an Herzinfarkt, Schlaganfall oder anderen Erkrankungen des Herz- und Kreislaufsystems. (Novo Nordisk Pharma GmbH, 14.11.2018)

Infografik: obs / Novo Nordisk Pharma GmbH

Deutschland

Durchschnittlich 62,5 Kilo Obst essen die Deutschen im Jahr. Frisches Obst punktet mit wertvollen Inhaltsstoffen wie Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen sowie sekundären Pflanzenstoffen und – in den meisten Fällen – wenigen Kalorien. Besonders zuckerreiche Sorten wie Weintrauben oder Ananas, aber auch Trockenfrüchte, treiben den Blutzuckerspiegel allerdings schnell auf die Spitze. Diabetiker sollten darum bevorzugt Früchte mit einem möglichst niedrigen Glykämischen Index verzehren. Dazu zählen Zitrusfrüchte, Äpfel, Birnen, Beeren und Kirschen. (Novo Nordisk Pharma, 14.11.2018)

Die Finanzierung der Pflege in Deutschland steht auf tönernen Füßen. (Paritätischer Wohlfahrtsverband, 14.11.2018)

Neben Medikamenten können auch natürliche Heilwässer bei der Vorbeugung und Behandlung von Gicht helfen. Dabei sollte man auf folgende Inhaltsstoffe achten: Magnesium kann laut Studien den Harnsäurespiegel senken und Entzündungen verringern. Hydrogencarbonat neutralisiert Säuren und sorgt dafür, dass Harnsäure nicht auskristallisiert, sondern besser ausgeschieden wird. (Informationsbüro Heilwasser, 14.11.2018)

Stress kann die Symptome von MS verstärken. … Stress kann den Verlauf der Multiplen Sklerose (MS) negativ beeinflussen und wirkt sich auch auf den Abbau der Gehirnsubstanz aus.  (Merck Healthcare, 14.11.2018)

7 von 10 Deutschen halten die Erstellung eines sog. digitalen Zwillings für sinnvoll, anhand dessen sich Therapien am Computer simulieren lassen. Die größten Vorteile wären eine bessere Therapie und passendere Medikamente. (PwC Deutschland, 14.11.2018)

Tatsächlich ist Cannabis für viele Schmerzpatienten eine wirksame therapeutische Option. (Berufsverbands der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland, 14.11.2018)

Die bewährte zahnärztliche Einzelpraxis hat auch weiterhin eine Zukunftsperspektive, wird sich aber im Wettbewerb mit anderen Praxisformen grundlegend verändern. (Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, 14.11.2018)

Für 59 % der Deutschen bedeutet Hausbau, sich ein Zuhause zu schaffen, für 35 % Selbstverwirklichung und für 31 % Sicherheit. Der Begriff “Haus bauen” steht allerdings für 50 % auch für finanzielle Belastung und bei 34 % der Befragten für Stress. (Interhyp AG, 14.11.2018)

Infografik: obs / Interhyp AG

Durch den Kauf des US-amerikanischen Pharmaunternehmens Averitas Pharma hat Grünenthal nun erstmals eine eigene kommerzielle Präsenz im größten Pharmamarkt der Welt. Die Akquisition sei ein wichtiger Meilenstein in der Wachstumsstrategie des Aachener Unternehmens. …  Grünenthal setzt damit seine Wachstumsstrategie konsequent fort, nachdem es sein Schmerzportfolio bereits durch die europäischen Rechte an Nexium®, die weltweiten Rechte an Vimovo® (außer USA und Japan) die globalen Rechte an Qutenza® sowie die globalen Rechte an Zomig® (außer Japan) erworben hat. Seit 2016 unterzeichnete der Pharmakonzern Zukäufe im Gesamtwert von über 1,3 Mrd. $. (Grünenthal Group, 14.11.2018)

Anlässlich des Weltpankreaskrebstages am 15.11.2018 startet die Selbsthilfegruppe Pankreaskarzinom in Österreich die Kampagne “Frühzeitige Diagnose rettet Leben”. Bauchspeicheldrüsenkrebs ist die Krebserkrankung mit der mit Abstand schlechtesten Prognose. Einmal erkannt, führt sie meistens sehr rasch zum Tod. Der Unterschied zu vielen anderen Krebsarten ist die Hoffnungslosigkeit, mit der Patienten und Angehörige oft konfrontiert werden. Die erschütternden Fakten: Das Pankreaskarzinom bleibt lange Zeit unentdeckt und ist dann in 80 % der Fälle nicht mehr heilbar (operabel). Die Raten jener Patienten, die 5 Jahre nach der Diagnose noch leben, sind bei unter 10 %. Permanent steigende Inzidenz- und Sterberaten sind der Fall – in einigen Jahren wird der Bauchspeicheldrüsenkrebs nach dem Lungenkarzinom die zweithäufigste Todesursache bei Krebs sein. (Selbsthilfegruppe Pankreaskarzinom, 14.11.2018)

Die Interstitielle Zystitis ist eine belastende und doch nur wenig bekannte Erkrankung der Blase. Dabei handelt es sich um eine nicht-bakterielle Entzündung, die mit chronischen Schmerzen im Unterleib und einem heftigen Harndrang verbunden sein kann. Da es viele Erkrankungen gibt, die im Anfangsstadium sehr ähnlich verlaufen, wird die Interstitielle Zystitis meist erst spät diagnostiziert. (BGV – Info Gesundheit, 14.11.2018)

Österreich

In Österreich leiden etwa 650.000 Menschen an der Stoffwechselerkrankung Diabetes. Das entspricht rund 8 % der Bevölkerung – und es werden immer mehr. Für das Jahr 2030 erwartet man bereits 800.000 Diabetiker. Fast 90 % sind dem Diabetes Typ 2 zuzuordnen. … Diabetes ist mit großem zeitlichem und organisatorischem Aufwand für die Betroffenen verbunden. Die meisten Therapien für Diabetes sind ambulant. Ein “stark entgleister” Blutzuckerspiegel erfordert dennoch oftmals einen stationären Spitalsaufenthalt. (Franziskus Spital, 14.11.2018)

Team “Diabetes” im Wiener Franziskus Spital. (Foto: FSP / feelimage)

Der Langzeitblutzuckerwert HbA1c ist eine wichtige Kenngröße im Diabetes-Management. Dieser sollte unter 7 % liegen, um das Risiko für Spätfolgen zu senken. Doch knapp 20 % der Teilnehmer mit Diabetes Typ 2 hatte einen HbA1c über 7, 30 % davon verfehlten den HbA1c-Zielwert sogar deutlich mit über 8. Die Auswertung macht deutlich, dass Diabetes bei vielen Patienten nicht gut kontrolliert ist und sie ein hohes Risiko für Folgeerkrankungen haben. (Sanofi Aventis GmbH, 14.11.2018)

Schätzungen zufolge sterben in Österreich pro Jahr rund 2.400 Menschen an sog. Krankenhauskeimen. Das sind gut 5 Mal so viele Tote wie im Straßenverkehr. Wundinfektionen nach Operationen sind trotz aller Fortschritte in der modernen Chirurgie immer noch gefürchtete Komplikationen und zählen zu den häufigsten im Krankenhaus erhaltenen Infektionen. Gerade durch die zunehmende Resistenz der Erreger gegenüber Antibiotika können bisher als harmlos gesehene Infektionen mit normalen Medikamenten teilweise nicht mehr bekämpft werden. (Österreichischen Gesellschaft für Krankenhaushygiene, 14.11.2018)

Im Bild u.a. Prof. Dr. Ojan Assadian, Präsident der ÖGKH. (Foto: P. Provaznik)

Die Apotheke ist die Heimat der Gesundheit. … In Österreich beraten rund 6.000 akademisch ausgebildete Apothekenangestellte die Bevölkerung in 1.400 Apotheken in Gesundheitsfragen. (Österreichische Apothekerkammer, 14.11.2018)

Gangbetten in Spitälern sind keine Frage des Schicksals, sondern des Managements. (ÖVP Wien, 14.11.2018)

Foto auf E-Card in Österreich nicht zur Ausländerhetze missbrauchen. (Österreichische Ärztekammer, 14.11.2018)

Die Entstehung von Diabetes Typ 2 wird begünstigt durch genetische Veranlagung, Übergewicht, Bewegungsmangel und weitere Risikofaktoren wie fettreiche Ernährung. Starker Harndrang, Schwächegefühl, Durst und trockene Haut sind typische erste Anzeichen für einen Diabetes. Da die Zuckerkrankheit das Abwehrsystem schwächt, sind Diabetiker anfälliger für Infektionskrankheiten wie z.B. Blasenentzündungen. Diabetes Typ 2 gilt als eine der größten Risikofaktoren für Herz- und Kreislaufkrankheiten, sowie für die Verkalkung von Arterien (Arteriosklerose). Wenn der Diabetes Typ 2 weit fortgeschritten ist, sind meistens Medikamente und/oder Insulin notwendig. (Franziskus Spital, 14.11.2018)

Schweiz

Das Jugendnetzwerk von Sexuelle Gesundheit Schweiz fordert in einer Kampagne “eine ganzheitliche Sexualaufklärung”, die den Bedürfnissen von Jugendlichen entspricht. Ein paar biologische Fakten und bestenfalls ein Kondom über eine Banane stülpen, das reicht der Schweizer Jugend nicht mehr ! (Sexuelle Gesundheit Schweiz, 14.11.2018)

Foto: obs / Sexuelle Gesundheit Schweiz / Sante Sexuelle Suisse / B. Gut

Schreibe einen Kommentar