13. Dezember 2018: Meldungen des Tages aus der Medizin

Deutschland

In deutschen Ehen herrscht große Unzufriedenheit. Trotzdem sank die Zahl der Scheidungen 2017 weiter auf insgesamt 153.501. Für das Festhalten an der Ehe haben sich 3 Hauptgründe kristallisiert: Wegen der Kinder (38,8 %);  wegen der Überzeugung, dass keine Ehe perfekt läuft (35 %) und weil man sich trotzdem arrangieren kann (33,3 %). (IurFriends AG, 13.12.2018)

Infografik: obs / IurFriend AG

Ärzte in Deutschland arbeiten schon jetzt am Limit und oftmals auch darüber hinaus. Wer spürbare Verbesserungen für die Patienten will, muss genau dort ansetzen und für Entlastung sorgen. Dazu sind mehr Medizinstudienplätze, attraktive Arbeitsbedingungen und nicht zuletzt wirksame Maßnahmen gegen Kommerzialisierung und Konzernbildung im deutschen Gesundheitswesen nötig. Darauf sollte der Gesetzgeber abzielen. (Bundesärztekammer, 13.12.2018)

Der BVDVA begrüßt das klare Bekenntnis des Bundesgesundheitsministers, auch in Zukunft auf eine innovative Arzneimittelversorgung mittels RX-Versand zu setzen und diesen Vertriebsweg für die Patienten und Verbraucher zu erhalten. Die angekündigte Stärkung des Nacht- und Notdienstes ist ebenfalls zu begrüßen. (Bundesverband deutscher Versandapotheken, 13.12.2018)

Seit der Zulassung als Arzneimittel im März 2017 wächst der Umsatz mit Cannabis-Produkten in Deutschland gewaltig. Mittlerweile lassen sich klare Trends erkennen: Im Süden wird wesentlich mehr verschrieben und Cannabisblüten sind besonders umsatzstark. … Zunächst stand die Therapie von Multipler Sklerose im Mittelpunkt der Cannabis-Verschreibungen, mittlerweile wird Medizinalhanf in einem ganzen Spektrum von Indikationen angewandt, etwa bei der Schmerzbekämpfung. Dieser Trend geht weiter. Inzwischen wird sogar das Potenzial von Cannabis in der Suchtmedizin untersucht. Der Markt für Cannabis als Arzneimittel weitet sich also noch immer aus. (Insight Health, 13.12.2018)

Für Gesundheitsforscher steht fest: Der hohe Zuckerkonsum in der Gesellschaft ist eine der Hauptursachen für zahlreiche Erkrankungen. Zucker versteckt sich heutzutage in vielen Produkten und daher oft auch unbewusst konsumiert. Das ist ein beachtliches Risiko für die Gesundheit. Kuchen und Süßes, was früher nur sonntags auf den Tisch kam, wird mittlerweile täglich konsumiert. Am schlimmsten aber sind Softdrinks bzw. überzuckerte Getränke, deren Energiemenge der Körper nicht mehr verarbeiten kann und daher in Fett umwandelt. Die Folge sind Übergewicht, Stoffwechselerkrankungen und Diabetes Typ 2. (Südwestrundfunk, 13.12.2018)

Foto: obs / SWR / Südwestrundfunk

Medizinisches Cannabis gelangt in 3 Formen auf den Markt: als Fertigarzneimittel, als Zubereitung und als Cannabisblüte. Die Fertigarzneimittel (z.B. Sprays, Kapseln) beherrschten zu Beginn der Ära des Medizinalhanfs den Markt. Dann stagnierte jedoch deren Wachstum und wurde 2018 von Zahl der Verordnung cannabishaltiger Zubereitungen klar überholt. Zubereitungen sind vom Apotheker mit Grundstoffen hergestellte Medikamente. Auf Cannabisblüten schließlich entfallen zwar weniger Rezepte als auf Zubereitungen, sie erzielen aber den größeren Umsatz. Im Schnitt sind Patienten mit Cannabis-Verordnungen 55 Jahre alt. (Insight Health, 13.12.2018)

Infografik: obs / Insight Health

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Gürtelrose mit einem neuen Impfstoff für alle Personen ab 60 Jahre als Standardimpfung. Personen mit einer Grundkrankheit oder Immunschwäche empfiehlt die Kommission die Impfung bereits ab einem Alter von 50 Jahren. Damit unterstreicht die STIKO die Bedeutung der Erkrankung für die öffentliche Gesundheit. … 99,5 % der Erwachsenen über 50 Jahre sind mit dem Varizella-Zoster-Virus infiziert. Nahezu jeder Erwachsene kann daher an Gürtelrose erkranken – das Virus überdauert im Rückenmark nach einer Windpockeninfektion in der Kindheit und kann später reaktiviert werden. Mit zunehmendem Alter nimmt die Abwehrkraft des Immunsystems ab – und das Risiko an Gürtelrose zu erkranken nimmt zu. (GlaxoSmithKline GmbH, 13.12.2018)

Varizella-Zoster Virus. (Bild: obs / GlaxoSmithKline GmbH / T. Shepeleva)

Die sog. CaPRis Studie analysierte 2.100 Publikationen aus 5 internationalen Datenbanken und kommt zu dem Schluss: Auch zu den vermeintlich klassischen Indikationen “chronische Schmerzen” und “Spastizität bei neurodegenerativen Erkrankung” ist keine signifikante (positive) Wirksamkeit von Cannabis erkennbar. Ein therapeutischer Nutzen von pflanzlichen, synthetischen oder teilsynthetischen Cannabinoiden wurde nur mit der Indikation “Übelkeit und Erbrechen bzw. Appetit Stimulation” bei Menschen unter chemotherapeutischer Behandlung von Krebserkrankungen und HIV/AIDS nachgewiesen. Längst hinlänglich bekannt sind die – zum Glück überwiegend reversiblen – unerwünschten Wirkungen von Cannabinoiden. (Max Grundig Klinik Bühlerhöhe, 13.12.2018)

Egal ob Synthetik- oder Echthaar: Kosmetikpinsel sollten regelmäßig gereinigt werden und zwar einmal pro Woche mit speziellem Pinselreiniger oder sanfter Flüssigseife. Danach gut auswaschen, mit einem Kosmetiktuch trocken drücken und liegend weiter trocknen lassen. Auf keinen Fall sollte man feuchte Pinsel föhnen oder auf die Heizung legen, sonst brechen die Haare. Pinsel für Augen oder Lippen und bei unreiner Haut bzw. Akne sollte man am besten täglich mit antibakterieller Flüssigseife reinigen. Keinen Alkohol oder antiseptischen Mittel verwenden, denn die machen die Haare härter. (Apotheken Umschau, 13.12.2018)

Foto: obs / Wort & Bild Verlag – Apotheken Umschau / plainpicture / A. Lee

Den Blutdruck kann am Handgelenk oder am Oberarm selber messen. Damit die Messergebnisse wirklich vergleichbar sind, sollte man sich vor jeder Messung setzen und 5 Minuten zur Ruhe kommen. Und am besten eine halbe Stunde davor keinen Kaffee mehr trinken und auch nicht rauchen. Grundsätzlich sollten  eventuelle Blutdruckmittel auch erst nach dem Messen eingenommen werden. (Senioren Ratgeber, 13.12.2018)

Die Deutschen schätzen ihren stationären Lebensmitteleinzelhandel. Online Shopping kommt für die Meisten noch nicht in die Tüte. (Hubert Burda Media, 13.12.2018)

Infografik: obs / GIK / b4p Trends

Österreich

Das Pleuramesotheliom (Rippenfellkrebs) wird in 3 Untergruppen geteilt: Eine davon ist besonders aggressiv. Die Tumorzellen dieser Unterart können besondere Eigenschaften annehmen, die das Abwandern und damit die Ausbreitung vorantreiben. Dies wird möglich, weil die Zellen durch bestimmte Botenstoffe, konkret die beiden Wachstumsfaktoren FGF2 und EGF, die nötigen Signale für die Ausbreitung erhalten. Durch die Blockade dieser Signale könnten sich neue Behandlungsansätze für diesen Rippenfellkrebs-Subtypus entwickeln lassen. … Viele Mechanismen, die zu Tumorerkrankungen führen, sind ursprünglich Prozesse, die der gesunde Körper für das Funktionieren des normalen Ablaufs benötigt. Die Tumorzellen „nutzen“ sie jedoch, um das Tumorgeschehen voranzutreiben. (MedUni Wien, 13.12.2018)

Schweiz

Es wird der Eindruck erweckt, die Schweiz sei die Gesundheitsausgaben betreffend ein Sonderfall. Dem ist aber nicht so. Vielmehr kann in der Eidgenossenschaft ein Wachstum der Gesundheitsausgaben in Relation zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts beobachtet werden, das der Entwicklung in anderen OECD-Ländern durchaus entspricht und hinter Frankreich, Schweden, Deutschland und den Niederlanden liegt. Interpharma vertritt deshalb mit vielen anderen Akteuren im Gesundheitswesen den Standpunkt, dass der Problem- und Handlungsdruck im Schweizer Gesundheitswesen weniger aus dem Kostenwachstum per se entsteht, als vielmehr durch die ungleiche Finanzierung von ambulanten und stationären Leistungen. (Interpharma, 13.12.2018)

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