12. Dezember 2018: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

In der westlichen Welt gibt es eine Art “Spermien-Krise”. Studien zeigen, dass die Zahl der Spermien von Männern in Europa, Nordamerika und Australien immer weiter zurück geht. Als Grund werden Faktoren wie Umweltgifte, ein Mangel an Mikronährstoffen sowie Übergewicht (Hormonhaushalt) vermutet. Die richtigen Mikronährstoffe – so zeigen über 50 Studien – können dazu führen, dass sich die Qualität und auch Quantität der Spermien deutlich verbessern. Die Spermatogenese, also die Bildung und Reifung der Spermien, findet in den Hoden statt und dauert etwa 3 Monate. Entscheidend dabei ist das Hormon Testosteron. Das Spurenelement Zink trägt zur Herstellung dieses männlichen Geschlechtshormons bei. Genauso wichtig für die Bildung von Testosteron ist Selen. Beide Mikronährstoffe schützen zudem die sich entwickelnden Spermien und ihre Erbsubstanz vor sog. Freien Radikalen. (Ifemedi, 12.12.2018)

Europa

Leistungen für Krankheit, Gesundheitsversorgung und Invalidität machten 2016 in der EU im Schnitt 37 % an den gesamten Sozialleistungen der Länder aus. Dabei reicht der Anteil dieser Leistungen von 23 % in Zypern und 26 % in Griechenland bis über 40 % in Kroatien (44 %), Irland und Deutschland (je 43 %). (Eurostat, 12.12.2018)

Aquakulturen – das gezielte Züchten von Meeresorganismen auf sog. Fischfarmen, gewinnt weiter an Bedeutung, insbesondere da die natürliche Fischbestände in den Weltmeeren zurückgehen. Asien hat laut FAO mit rund 3,3 Mio Schiffen die weltweit größte Fischfangflotte im Einsatz. Laut FAO sind 33 % der Fischarten überfischt und rund 60 % der Fischbestände stehen kurz vor dem Zusammenbruch. (Domstein Seafood AG, 12.12.2018)

Die Beziehung zu einem Haustier wirkt sich sehr positiv auf das Wohlbefinden der Tierhalter aus, ergab eine Studie in den größten 5 Ländern Europas. So meinen 55 % der Befragten, die ihrem Haustier eine Verbesserung ihres Gesundheitszustands zuschreiben, dass Haustiere für mehr Entspannung und mehr Bewegung sorgen. Ganz konkret wird damit die reduzierte Einnahme von Medikamenten (Antidepressiva, Beruhigungsmittel) in Verbindung gebracht. (Boehringer Ingelheim RCV GmbH, 12.12.2018)

Deutschland

Danach hat Deutschland 2018 am meisten im Netz gesucht: die Mondfinsternis Ende Juli,  den Wechselkurs zur türkischen Lira und die royale Hochzeit von Harry & Meghan in Großbritannien. (Google Germany GmbH, 12.12.2018)

Die private und berufliche Belastung von Rosacea-Betroffenen ist viel höher als bisher angenommen. Rosacea ist eine chronische Hauterkrankung an der rund 10 Mio. Menschen in Deutschland leiden. (Galderma Laboratorium GmbH, 12.12.2018)

Infografik: obs / Galderma Laboratorium GmbH

Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel begrüßt, dass Bundesgesundheitsminister Spahn der Debatte um das Versandverbot von verschreibungspflichtigen Medikamenten ein Ende setzt. Aber die zeitgleiche Ankündigung Spahns, deutschen Versandapotheken weiterhin die Gewähr von Boni im Zusammenhang mit dem Versand verschreibungspflichtiger Medikamente verbieten zu wollen, widerspricht europäischem Recht und dürfe laut bevh in dem anstehenden Gesetzgebungsverfahren nicht weiterverfolgt werden. (Bundesverband E-Commerce und Versandhandel, 12.12.2018)

Grüner Star bzw. Glaukom: Die Grenze zwischen normalem und erhöhtem Intraokulardruck (IOD) liegt meist bei etwa 21 mmHg. … Statt einer lebenslangen Tropfentherapie können winzige Stents (Durchmesser: 0,3 mm; Länge: 0,4 mm) zwischen der vorderen Augenkammer und dem natürlichen Abflussweg des Kammerwassers einen schnellen Durchstrom von Flüssigkeit. Das führt dann auch zu einer signifikanten Senkung des Augeninnendrucks. (Glaukos Germany GmbH, 12.12.2018)

Weihnachten ist nicht nur das Fest der Liebe, sondern auch des Familienstreits. Die Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie empfiehlt sich schon vor dem Fest zu überlegen, worüber gestritten werden könnte. In der Regel passieren diese Dinge dann garantiert nicht. (Apotheken Umschau, 12.12.2018)

Die Zahl der Autounfälle mit Personenschaden unter Einfluss “berauschender” Mittel (ohne Alkohol) hat sich in Deutschland zwischen 1991 und 2017 nahezu verfünffacht. … Schätzungen zu Folge weisen über 600.000 Deutsche einen die Gesundheit beeinträchtigenden Konsum von Cannabis auf. (ADAC, 12.12.2018)

Fast 1,5 Mio. Menschen sind in Deutschland auf Lebensmittelspenden angewiesen. Arme, Alte, Männer, Frauen, Kinder holen sich regelmäßig Essen bei den Tafeln ab. Diese werden von etwa 60.000 ehrenamtlichen Mitarbeitern in über 2.000 Läden und Ausgabestellen versorgt. (ZDF, 12.12.2018)

Ben und Emma sind auch 2018 wieder die beliebtesten Vornamen Deutschlands. (Fabulas GmbH, 12.12.2018)

Infografik: obs / Fabulabs GmbH / Elterngeld.de

Österreich

Ein Ziel dieser österreichischen Bundesregierung ist, das Bewusstsein zu mehr Gesundheitsförderung durch Bewegung und Ernährung zu stärken und durch gemeinsames zielgerichtetes Handeln die Menschen zu mehr Gesundheitsbewusstsein zu motivieren. … Mit dem Salzburger Gernot Schweizer erhält Österreich erstmals einen Bundeskoordinator für Bewegung. Ziel der Initiative “Mach den 1. Schritt” ist es aufzuzeigen, wie einfach sich mehr Bewegung und gesunde Ernährung in den Alltag integrieren lassen. Dazu werden Maßnahmen umgesetzt, die das Gesundheitsniveau der Österreicher erhöhen sollen. … Schweizer wird die bestehenden Bewegungsinitiativen der Sportverbände und Sportvereine des organisierten Sports und die Angebote neuer Kooperationspartner abstimmen und als zentrale Anlaufstelle fungieren. (Bundesministerium für öffentlichen Dienst und Sport, 12.12.2018)

“Jedes Alter braucht seine Impfung”, betont Ursula Wiedermann-Schmidt, Leiterin des Österreichischen Impftag 2019. (MedUni Wien, 12.12.2018)

Die Apothekerkammer, die MedUni Wien sowie die Ärztekammer propagieren das Impfen in Österreich. (Foto: MedUni Wien / APA-Fotoservice / Hörmandinger)

Schweiz

Der Schweizer Medikamentenmarkt ist im Vergleich zur EU sehr klein. Die Schweiz hat mit der Swissmedic und dem BAG ein eigenes Zulassungs- und Vergütungssystem für Medikamente und sie ist dreisprachig. Wenn die Produkte nun als Konsequenz des Referenzpreissystems 20 bis 60 % unter den tiefsten Auslandspreis fallen würden, dann sind sie unrentabel und müssten vom Markt genommen werden. Gerade sehr tiefpreisige Medikamente des täglichen Bedarfs (z.B. Antibiotika) und teurere Produkte (z.B. Onkologika) wären dadurch in der Schweiz nicht mehr marktfähig. (Vereinigung Pharmafirmen in der Schweiz, 12.12.2018)

Das vom Schweizer Bundesrat vorgelegte Paket 1 zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen schießt am Ziel vorbei. Es wird stattdessen durch Referenzpreise eine unsoziale Zweiklassenmedizin geschaffen. … Ein rein kostenorientiertes System der Medikamentenversorgung widerspricht den Bedürfnissen der Patienten, den Wünschen der Schweizer Bevölkerung und auch der freien Wahlmöglichkeit der richtigen Therapie für Ärzte. (Vereinigung Pharmafirmen in der Schweiz, 12.12.2018)

Schreibe einen Kommentar